Was Raphael Joly, der EV Duisburg und die Moskitos Essen lernen müssenKommentar zum Ruhrderby

Raphael Joly vom EV Duisburg kassierte in Essen eine Matchstrafe. (Foto: Roland Christ)Raphael Joly vom EV Duisburg kassierte in Essen eine Matchstrafe. (Foto: Roland Christ)
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Dennoch müssen beide Clubs die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Zum einen ist da Raphael Joly, der aufgrund seines Ausrasters eine Matchstrafe bekommen hat und seiner Mannschaft aufgrund des vorherigen, bereits geahndeten Fouls eine neunminütige (!) Unterzahl beschert hat, an deren Ende – 21 Sekunden der Gesamtstrafe waren noch verblieben – der Essener Siegtreffer stand. Hier müssen die Füchse ihrem Stürmer unmissverständlich klarmachen, dass ein solches Verhalten nicht zu tolerieren ist. Nicht umsonst konnte es laut Regel für die Auseinandersetzung mit Zuschauern, die zum Glück ohne Konsequenzen blieb, weil der Fan nicht getroffen worden ist, nur eine Matchstrafe geben. Ein Einzelfall in der Eishockey-Geschichte ist es freilich nicht. Der berühmt-berüchtigte Tie Domi legte sich 2001 beispielsweise in einem NHL-Spiel der Toronto Maple Leafs mit einem Fan der Philadelphia Flyers an, der in die Strafbankbox geklettert war.

Was mit Blick auf Raphael Joly noch hinzu kommt: Der Mann ist kein Spieler der vierten Reihe – er ist der Topscorer seines Teams. Umso mehr  muss er sich im Griff haben, weil er nun einmal wichtig für seine Mannschaft ist. Das gehört auch zum Verantwortungsbewusstsein eines Führungsspielers.

Ebenso wenig wie Duisburgs Joly können sich auch die Moskitos Essen nicht aus der Verantwortung stehlen. Die Eissporthallen der Erzrivalen liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Was sie verbindet: sie sind baugleich (wie übrigens auch die Eissporthallen in Herne und die stark modernisierte Halle in Iserlohn). Dennoch gibt es Unterschiede. Dass die Strafbank am Essener Westbahnhof nicht viel mehr ist als eine Bank direkt vor den Zuschauerrängen, nicht ausreichend abgeschirmt durch etwas Plexiglas, ist ein Zustand, den es zu verändern gilt. Duisburg berichtet von Bierwürfen, Essen widerspricht. Fakt ist allerdings, dass dies dort jederzeit möglich ist, weil es in Essen nicht einmal ein Dach über der Strafbank gibt. Pöbeleien können dort ausarten. Es ist ein Unding, dass ein „Fan“ auf das genannte Plexiglas klettern und einen Tritt andeuten kann. Das muss baulich unmöglich gemacht – oder durch ausreichend Ordner abgesichert werden. Spieler und Zuschauer müssen strikt voneinander getrennt werden. Das waren sie in Essen ganz offenbar nicht – und das muss sich ändern.  

Das End‘ vom Lied? Füchse wie Moskitos sollten froh sein, dass letztlich kaum etwas passiert ist als viel Derbyrauch, der aufgestiegen ist. Es wäre aber wünschenswert, dass bei aller Rivalität beide Vereine aufeinander zugehen und demonstrieren, dass Derby-Rivalität gut für den Spaßfaktor ist – dass es dafür aber eben auch Grenzen gibt.

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