Über New York und Wesel in die BundesligaDer bemerkenswerte Aufstieg der Duisburger Jungfüchse

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Gute Mannschaften gewinnen nicht nur ihre Spiele – sie wissen, was es heißt, eine Mannschaft zu sein. Und die Jungfüchse vereinen ganz offenbar beide Qualitäten. In der ersten Saison unter dem neuen Eishockey-Verband Nordrhein-Westfalen gewannen die Duisburger die Meisterschaft in der Regionalliga West bei nur einem Remis und einer Niederlage – als Platz eins schon feststand. Doch nicht nur der Erfolg stimmt. Schon bei einer großen Reise, von der sie erst vor einer Woche zurückgekehrt sind, bekamen sie viel Lob. Denn das Team war für zehn Tage in New York, schaute sich die Metropole an, besuchte Spiele in der NHL und AHL – und griff auch selbst zum Schläger. Dabei gab es auch ein Wiedersehen: Denn Jan und Finn Eichhorn, die früher im EVD-Nachwuchs gespielt haben, sind mit ihren Eltern nach Halifax, Kanada gezogen. Als sie hörten, dass ihr Team über den großen Teich kommt, um in den USA drei Freundschaftsspiel zu bestreiten, kamen sie auch nach New York und standen in zwei dieser Partien für ihren alten Verein noch einmal auf dem Eis. „Was mich richtig gefreut hat, war das Lob ihrer Mutter“, sagt Dirk Schmitz, Trainer des Teams und Sportlicher Leiter der Duisburger Jungfüchse. „Es waren bei uns ja auch Jungs dabei, die die beiden nicht mehr kannten. Dennoch waren die beiden sofort integriert und wurden behandelt, als gehörten sie seit Jahren zu dieser Mannschaft.“

Eine besondere Reise

Doch auch diese Reise an sich war etwas Besonderes. 1980 – als der Verein noch Duisburger SC hieß – war der damalige Bundesligist mit seiner ersten Mannschaft in Kanada. Diese Reise war nun das zweite Mal in 46 Jahren des Bestehens, dass ein Duisburger Team „über den Teich“ reiste, um dort selbst zu spielen. „Das war eine richtig tolle Sache“, kam auch Jungfüchse-Sportchef Dirk Schmitz nicht auf dem Schwärmen heraus. „Die Jungs und Mädchen waren alle geflasht“, sagt Schmitz. Zehn Tage war das Team im „Big Apple“. Schon die Anreise war mitsamt der Spielerausrüstung nicht gerade alltäglich. „In Frankfurt war ein Schalter für uns reserviert. Das ging alles recht zügig“, so Schmitz. Am John F. Kennedy Airport stand der gecharterte Bus bereit. „Der Fahrer hat uns während der gesamten Zeit sehr gut geholfen und uns immer wieder in die City gefahren und natürlich zu unseren Spielen vor Ort.“

Von Yonkers nach New York

Quartier hatte das Team in Yonkers bezogen – einem Vorort im Norden der niemals schlafenden Stadt. „Wir waren insgesamt 50 Personen. In einzelnen Gruppen haben wir das Empire State Building besucht, eine Schiffsrundfahrt vor der Skyline gemacht, waren am World Trade Center, im Central Park, in Little Italy und Chinatown.“ Was man eben so macht, wenn man diese pulsierende Stadt besucht. Und die Jungs und Mädchen waren shoppen. Bei einem Eishockeyteam heißt das natürlich: Die Eishockey-Shops wurden gestürmt.

Das Team sah NHL-Spiele zwischen den New York Rangers und den Pittsburgh Penguins sowie den New Jersey Devils und den New York Islanders. Bei den Wilkes-Barre/Scranton Penguins in der AHL bekamen sie dann sogar eine Führung, konnten den Trainings- und Entspannungsbereich der Profis besuchen. „Und das Spiel war auch noch spannend“, so Schmitz.

Ein Sieg und zwei Niederlagen in den USA

In den eigenen Spielen musste sich der EVD dem Westchester Express mit 0:7 geschlagen geben. „Wir sind mit etwas zu viel Respekt in das Spiel gegangen“, sagt Schmitz. „Das kleinere Eis, das körperlichere Spiel – da haben wir einfach noch nicht gut genug dagegen gehalten.“ Dass dieser Verein gleich drei Eisbahnen in seinem Komplex zur Verfügung hatte, trug zur Beeindruckung bei. Gegen Westchester Sting lief es schon viel besser – der EVD gewann mit 2:1. „Allerdings war der Express auch deutlich stärker.“ Spiel Nummer drei fand auf Coney Island, direkt am Meer und in der Nähe des berühmten Vergnügungsparks statt. „Das Spiel gegen die New York Stars war das mit Abstand beste, auch wenn wir mit 2:5 verloren haben“, berichtet Schmitz. „Es ging hoch und runter, das Spiel war hart, aber fair und beide Teams hatten viele Pfostenschüsse. Zudem erntete das Duisburger Team viel Respekt.“ Denn während die Gegner meist aus dem 2001er-Jahrgang waren, trat der EVD mit Spielern der Jahrgänge 2001 bis 2004 an. „Diese Partie war richtig klasse. Das hätten wir auch gut und gerne gewinnen können“, lobte Schmitz den Auftritt seiner Spieler.

Klarer Erfolg in der Bundesliga-Qualifikation

Vor dieser Reise hatte eine Dreier-Qualifikationsrunde zur Schüler-Bundesliga begonnen. Der DEB musste diese Runde ansetzen, da sich neben den Jungfüchsen auch die Löwen Frankfurt und FASS Berlin beworben hatten. Vor dem Abflug gewannen die Duisburger mit 8:1 gegen Frankfurt, das seinerseits mit 8:1 gegen die Hauptstädter erfolgreich war. Nun stand in Wesel das letzte Quali-Spiel gegen Berlin. Rund 200 EVD-Fans hatten das U-16-Team in die niederrheinische Nachbarschaft begleitet – und kamen aus dem Jubeln nicht mehr heraus. Die völlig überlegenen Duisburger gewannen mit 30:0. Berlin wehrte sich nach Kräften, beide Teams blieben völlig fair. Und am Ende stand der erstmalige Aufstieg einer EVD-Mannschaft in eine Nachwuchs-Bundesliga.

Via Facebook gratulierte bereits Bernd Schnieder, Vorsitzender des EHV NRW. Mit Füchse-Chef Sebastian Uckermann und Co-Trainer Reemt Pyka waren auch die „Senioren-Füchse“ vertreten; die EVD-Legendenspieler Frank Pribil und Ron Noack, deren Rückennummern unter dem Wedauer Hallendach hängen, waren ebenfalls dabei. So endete die bemerkenswerte Saison der Duisburger U-16-Mannschaft mit einem bemerkenswerten Spiel. Und über New York und Wesel erreichten die Jungfüchse die Schüler-Bundesliga.

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