U20-Nationalspieler Can Matthäs im Portrait„Mama, ich möchte auch mal probieren!“

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Ein paar Wochen zuvor wurde bekannt, das der U20-Nationalspieler trotz ungewisser Ligenzugehörigkeit fest zu den Akademikern wechselt. Nach einer intensiven Trainingseinheit nimmt sich der 19-jährige Center Zeit für ein Gespräch mit Hockeyweb.

„Mama, ich möchte auch mal probieren!“ meinte Can im zarten Alter von 4 Jahren zu seiner eishockeybegeisterten Mutter nach einem Spiel der Berlin Capitals und legte damit den Grundstein für seine Karriere. Nach einem erfolgreichen Probetraining durchlief Matthäs sämtliche Mannschaften bis zu den Bambini 2 bei den Preussen. Aufgrund der damaligen finanziellen Probleme im West-Berliner Eishockey wechselte der gebürtige Reinickendorfer schließlich zu den Eisbären Berlin. Mit dem Wechsel lernte der junge Can auch professionelle Strukturen im Eishockeysport kennen.

„Bei den Bambinis haben wir fast jeden Tag von Montag bis Freitag auf dem Eis trainiert. Oft auch noch am Samstag. Es gilt das Leistungsprinzip. Wer gut trainiert, spielt auch. Man merkt, dass an der Spitze der Organisation ein DEL-Team steht.“ Auf die Frage nach seinen Vorbildern auf dem Eis in jener Zeit betont Matthäs „Die erste Meisterschaft der Eisbären in der DEL mitzuerleben, war schon etwas Besonderes – mit Spielern wie Erik Cole und Steve Walker. Wir Nachwuchsspieler hatten Dauerkarten für den Welli und waren immer mit dabei.“

Seine Position als Center hatte Can Matthäs schon früher gefunden. „Ich spiele mein ganzes Leben lang schon Mittelstürmer. Bereits in der Laufschule stand ich am Bullypunkt wenn der Puck eingeworfen wurde und wollte die Scheibe als Erster haben. Mein Ziel ist und war es immer Tore zu schießen, aber vor allem auch Tore vorzubereiten. Wobei ich aber finde, dass man sich nicht auf eine Position festlegen, sondern sich beide Wege offenhalten sollte.“ Als prominente Beispiele führt er Constantin Braun und Florian Busch von den Eisbären Berlin auf. Neben dem Eis besuchte Matthäs ab der 7. Klasse die Sportschule in Hohenschönhausen. „An erster Stelle kommt die schulische Ausbildung, aber die Ausübung des Sports wird durch die flexible Gestaltung des Stundenplans sehr erleichtert. Es ist die perfekte Lösung für junge Sportler.“

Auf die allseits beliebte Interviewfrage nach der Bedeutung der Rückennummer antwortet Can Matthäs: „Los ging's mit der 16, da auch Georg Holzmann diese Rückennummer trug. Er ist ein guter Bekannter der Familie und als ganz Kleiner habe ich ihm nachgeeifert. Dann kam die 12 wegen meines Geburtsdatums, aber eigentlich mag ich die 14, die ich in der DNL bekommen habe, lieber. Warum weiß ich gar nicht.“.

In seinen letzten beiden Jahren bei den Eisbären Juniors in der DNL bekommt Can Matthäs die Gelegenheit bei FASS Berlin (ab der Saison 2014/2015) und bei den Dresdner Eislöwen (Saison 2015/2016) im Seniorenbereich Fuß zu fassen. In der Oberliga kann er von zwei bis drei Trainingseinheiten bei FASS und bei den Juniors pro Tag profitieren, er bekommt viel Eiszeit bei den Akademikern. In Dresden ist die Eiszeit normal, der Übergang von den Juniors in die DEL2 ist „knüppelhart. Es ist kein einfacher Weg nach oben. Als junger Spieler steht man erst mal hinten an, aber das Training und der Support des Vereins waren super. Man freute sich auch immer über die Förderlizenzspieler und war herzlich willkommen.“ Folgende Wochenplanung ist dann durchaus nicht ungewöhnlich: Freitag Spiel Oberliga, Samstag Spiel DNL, Sonntag Spiel Oberliga, Dienstag bis Donnerstag Training in Dresden, Freitag Spiel DEL2.

Gute Erholung ist demzufolge wichtig, und so legt sich Matthäs bei längeren Busreisen auf den Boden und schläft seine 2 bis 3 Stunden. „Das ist für mich die ideale Form der Regeneration“.

Als den Höhepunkt in seiner noch jungen Eishockeylaufbahn bezeichnet Can Matthäs die Teilnahme an der U20-WM in Wien im Dezember 2015. „Es war bislang der schönste Moment in meiner Karriere. Es ist immer schön wenn man für Deutschland spielt und am liebsten würde ich nochmal eine WM spielen. Sich mit Gegnern, wie beispielsweise Lettland, zu messen, ist eine großartige Erfahrung.“

Die Entscheidung nun fest für FASS Berlin zu spielen und unter Umständen auch in der Regionalliga auf Tore- und Punktejagd zu gehen, ist eine Entscheidung für seine Leidenschaft, aber auch für die Vernunft. „Jeder junge Spieler muss sich irgendwann die Frage stellen, wie es weitergehen soll. Ich habe mich entschieden eine Ausbildung zu beginnen. Ich möchte etwas haben auf das ich nach dem Eishockey bauen kann.“ In naher Zukunft wird Can Matthäs seine Ausbildung als Immobilienkaufmann beginnen. Auf die Unterstützung von FASS Berlin und seiner Familie kann er sich dabei verlassen.

„Mit FASS gilt es in der kommenden Spielzeit – falls es die Oberliga sein sollte – den Abstieg zu vermeiden, bzw. in der Endabrechnung im Mittelfeld zu landen. In der Regionalliga ist ohne Frage der Wiederaufstieg das Ziel“. Sein Spiel möchte Matthäs weiter verbessern. „Da ich ein kleiner Spieler bin, möchte ich meine Schnelligkeit verbessern. Je schneller ich bin, desto mehr Zeit habe ich auf dem Eis. Und auch den Zug zum Tor. Ich spiele öfter mal noch den Querpass zum Mitspieler, als selbst aufs Tor zu schießen.“

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, ist Can Mattäs bereits seit Anfang April zusammen mit seinen Teamkollegen Marvin Miethke und Dave Simon in einer Trainingsgruppe aktiv. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Ausdauer- und Krafttraining. „Wir pushen uns gegenseitig und so macht das Sommertraining auch Spaß.“

Seine Freizeit verbringt Matthäs gerne im Kreis seiner Familie und in jüngster Zeit auch gerne zu nächtlicher Stunde vor dem Livestream, hatten doch „seine“ Pittsburg Penguins eine lange, aber erfolgreiche Saison.

(Jörg Engelbrecht)

EXA Icefighters Leipzig holen junges Allround-Talent
Patrick Demetz wechselt von Krefeld nach Leipzig

​In den letzten Tagen vermeldeten die Verantwortlichen des Krefelder EV den Abgang von Patrick Demetz. Der Deutsch-Italiener wurde unter anderem mit den folgenden Wo...

Seit 2013 am Gysenberg
Kapitän Michel Ackers bleibt zwei weitere Jahre beim Herner EV

​Der Herner EV und Michel Ackers gehen gemeinsam in die Zukunft. Der Kapitän hat seinen Vertrag am Gysenberg um zwei Jahre verlängert und wird die Grün-Weiß-Roten mi...

Interview vor Spiel vier im Oberliga-Finale
Scorpions-Trainer Tobias Stolikowski: „Zwei Teams auf Augenhöhe“

​Die Hannover Scorpions führen in einer bisher dramatischen Finalserie um die deutsche Oberligameisterschaft gegen den Südmeister, die Selber Wölfe, mit 2:1 Siegen. ...

Zwei Tore von Mario Valery Trabucco beim 5:1-Sieg
Hannover Scorpions bezwingen Südmeister Selb in Spiel drei deutlich

​Vor dem Spiel glaubten einige der anwesenden, dass erneut eine Verlängerung droht. Zu ausgeglichen hatten die beiden Teams in den ersten beiden Begegnungen agiert u...

Stürmer kam im Oktober aus Polen
Adam Domogalla bleibt bei den Crocodiles Hamburg

​Die Crocodiles Hamburg haben den Vertrag mit Adam Domogalla verlängert. Der Stürmer wechselte im Oktober 2020 aus Polen nach Hamburg und sammelte in 30 Spielen für ...

Weitere Gespräche laufen
Herner EV bestätigt nach Saisonende neun Abgänge

​Knapp eine Woche nach dem Ende der eigenen Oberliga-Nord-Saison gibt der Herner EV neun Abgänge bekannt. „Wir bedanken uns bei allen Akteuren, dass sie unsere Farbe...

4:3 nach 67 Spielminuten gegen Selber Wölfe
Hannover Scorpions gewinnen erstes Oberliga-Finalspiel

​Mit einer großen Portion Glück, aber auch ebenso großes Können bezwang der Meister der Oberliga Nord, die Hannover Scorpions, seinen Pedant aus dem Süden, die Selbe...

500-Punkte-Marke rückt näher
Rekordspieler und Kapitän Eichelkraut bleibt bei den Icefighters Leipzig

​Der Kapitän bleibt an Bord. Eigentlich ist das keine überraschende Nachricht. Mit Florian Eichelkraut verlängert der dienstälteste Spieler der Geschichte der Icefig...

Oberliga Nord Playoffs