Tilburg Trappers ziehen auf und davon – sechs Punkte VorsprungScorpions spielfrei, Indians und Herne gewinnen ihre Spiele

Durch den Erfolg in Hamburg setzten sich die Tilburg Trappers in der Tabelle der Oberliga Nord weiter ab. (Foto: Holger Beck/Crocodiles Hamburg)Durch den Erfolg in Hamburg setzten sich die Tilburg Trappers in der Tabelle der Oberliga Nord weiter ab. (Foto: Holger Beck/Crocodiles Hamburg)
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Gleichzeitig kamen die Hannover Indians im ersten Verfolgerduell zum einem klaren 4:1 gegen Essen und verkürzten ihren Rückstand zum Lokalrivalen auf nur noch vier Punkte. Herne hielt sich nach der Pleite in Halle an Erfurt schadlos und befestige Platz vier. Mit Glück und Geschick machte Halle den größten Sprung, sprang von neun auf fünf. Der Grund: Alle davor platzierten Teams (Essen, Hamburg, Rostock und Leipzig) unterlagen am Sonntag. Das kam auch den Duisburger Füchsen entgegen, die zwar immer noch Platz zehn zieren, aber den Rückstand auf Platz fünf auf vier Punkte reduzierten. Erfurt belegt weiterhin Rang elf und die Harzer Falken haben ihre Punkte endlich zweistellig werden lassen. Letzter bleiben erst einmal die Preussen, die jetzt auf die Harzer schon vier Punkte Rückstand haben.

Crocodiles Hamburg – Tilburg Trappers 5:8 (2:2, 1:3, 2:3)

Gegen den Titelverteidiger muss man über 60 Minuten voll konzentriert bleiben, ansonsten werden die Bordmittel nicht ausreichen. Genau diese Erfahrung mussten die Hamburger gegen die Trappers machen, nachdem es fast 30 Minuten immerhin 2:2 stand. Bis dahin hatten für die Crocodiles Patrick Saggau (7.) und Dominik Lascheit (14.) getroffen, für die Trappers Brock Montgomery (1.) mit einem Traumstart nach nur 13 Sekunden und Ivy van den Heuvel (20.). Exakt zehn Minuten nach dem niederländischen Ausgleich begannen die schlimmen drei Minuten für die Crocos. Erst traf Nardo Nagtzaam (30.) zum 3:2 der Gäste, dann ließen Mitch Bruijsten (32.) und Jordy Verkiel (33.) zwei weitere Tore zum 5:2 folgen. Die kampfeslustigen Hamburger gaben jedoch nicht auf und als Moritz Israel (38.) auf 3:5 verkürzte, schien es noch eine Chance zu geben. Auch als Ronny de Hondt in der 46. Minute das 6:3 schoss, griffen die Crocodiles wagemutig an und wurden zunächst mit zwei Toren belohnt. Verteidiger Tom Kübler (48.) verkürzte auf 4:6, Moritz Israel (55.) sogar auf 5:6. Zwar traf Mitch Bruijsten (57.) umgehend zum niederländischen 7:5, aber Headcoach Jacek Plachta war mutig, nahm seinen Keeper Carlos Warnecke vom Eis, um schließlich in der 60. Minute das 5:8 durch Nagtzaam hinzunehmen.

Icefighters Leipzig – Saale Bulls Halle 2:4 (0:1, 1:1, 1:2)

Die Bulls sind aktuell gut in Fahrt. Diese Erkenntnis wurde den Icefighters in der eigenen Halle von den Gästen deutlich demonstriert. In einem zunächst ausgeglichenen Spiel brachte Jannik Striepeke (19.) die Gäste in Front. Maximilian Schaludek erhöhte in der 24. Minute auf 2:0 und die nun zum Angriff aufgeforderten Gastgeber brauchten nach dem 0:2 volle 24 Minuten bis zum Ausgleich. Michal Velecky (39.,49.) war für diesen Zwischenspurt völlig alleine verantwortlich. Die Hallenser spielten jedoch geduldig ihren Part weiter und in der 58. Minute brachte Striepeke mit seinem zweiten Tagestor seine Farben wieder in Führung. Leipzigs Trainer Sven Gerike nahm zwar 90 Sekunden vor Schluss seinen Keeper Roßberg vom Eis, aber es sollte nicht sein. Halles Routinier Nathan Robinson traf in der Schlussminute zum 4:2-Endstand für Halle.

Harzer Falken – Rostock Piranhas 6:5 (2:2, 1:1, 2:2, 1:0) n.V.

In dieser Liga können auch die sogenannten schwächeren Vereine immer wieder für Überraschungen sorgen. Das schaffte schon Rostock z.B. in Duisburg und jetzt waren die Piranhas selbst das Opfer, als ihnen die Falken am Wurmberg zwei Punkte abnahmen. Dabei war der Start der Piranhas perfekt. Viktor Beck traf schon nach 36 Sekunden zum 1:0. Auch als Louis Trattner (4.) schnell den Ausgleich markierte, brachte dies die Ostseestädter nicht aus dem Konzept. Der erst 19-jährige Thomas Voronov schoss in der siebten Minute Rostock mit 2:1 wieder in Führung. Dieser Spielstand hielt bis zur Schlussminute im ersten Drittel, dann machte Braunlages Altmeister Erik Pipp dem Spuk mit seinem 2:2 ein Ende. Im zweiten Drittel das gleiche Spiel. Rostock ging mit 3:2 durch Waldemar Hartmann (22.) in Führung, Louis Trattner (28.) glich zum 3:3 aus. Auch im dritten Drittel waren die Rostocker zweimal erfolgreich, diesmal durch Michal Bezouska (50., 51.) aber zwischen diesen beiden Toren hatte Zachary Josepher bereits zum 4:4 ausgeglichen und Artjom Kostyrev war schließlich in der 57. Minute der erneute Ausgleich zum 5:5 gelungen. Für eine sechste Führung der Piranhas reichte es dann doch nicht. Das 6:5 schoss der Braunlager Richard Zerbst, der mit seinem Tor die Rostocker enttäuscht nach Hause schickte.

Füchse Duisburg – ECC Preussen Berlin 8:0 (1:0,2:0,5:0)

Wie es zu erwarten war, mussten die Berliner den gesamten Frust der Duisburger ausbaden. Von Anfang war es ein Spiel auf ein Tor und am Ende kamen zwar die Preussen auf 17 Torschüsse, konnten aber Duisburgs Keeper Sebastian Staudt nicht überwinden, der damit einen verdienten Shutout kassierte. Die Tore der hochüberlegenen Füchse markierten Pavel Pisarik (13., 43., 47.), Steven Deeg (31.,37.), Artur Tegkaev (45.), Sam Verelst (46.) und André Huebscher (53.). Zu erwähnen wäre noch, dass die Berliner dem Druck äußerst sympathisch standhielten und nur zwei Strafminuten kassierten, gleichviele erhielten die Gastgeber.

Herner EV – Black Dragons Erfurt 6:1 (2:0, 3:1, 1:0)

Vor knapp 750 Zuschauern waren die Thüringer beim HEV ohne Chance. Die Herner, am Freitag in Halle mit 4:10 untergegangen, wollten Wiedergutmachung und schafften sie dann auch. Knapp neun Minuten brauchten sie, dann war die Erfurter Festung durch einen Doppelschlag innerhalb von nur 55 Sekunden zwei bezwungen. Dafür gesorgt hatten Darren Miezkowski (9.) und Brad Snetsinger (10.). Jakub Körner (22.) hielt die Erfurter Hoffnungen kurzfristig hoch, aber sechs Minuten später traf Denis Fominych (30.) zum 3:1, dem Sören Hauptig (33.) das 4:1 folgen ließ. Dieser Rückstand sorgte für einen gedanklichen Ausfall bei Erfurts Paul Klein, der sich in der 36. Minute eine Fünfer plus Spieldauer abholte. In dem fünfminütigen Powerplay kamen die Herner immerhin zu einem Tor, erzielt von Michael Ackers (37.). Damit war die Partie entschieden und den Schlusspunkt setzte die DEL-Leihgabe, der erst 18-jährige Edwin Schitz mit seinem ersten Oberliga-Tor zum 6:1-Endstand.

EC Hannover Indians –Moskitos Essen 4:1 (1:1, 2:0, 1:0)

Das Spitzenspiel des Tages wollten nur 1566 Zuschauer am Pferdeturm sehen. Eventuell war diese für hannoversche Verhältnisse schwache Zahl den Leistungen der Indians in den letzten Wochen und dem schlechten Volkstrauertagwetter in Hannover geschuldet. Diese Fans bekamen jedoch ein gutes Spiel der Gastgeber zu sehen, die trotz der weiteren Ausfälle (Michael Knaub, Yannick Mund, Tjorben Skibba und Nick Bovenschen fehlten) eine starke kämpferische Leistung abgaben. Dabei waren die Essener ein starker Gegner, der jedoch erst im letzten Drittel, als bei den Hannoveranern langsam die Kräfte schwanden, optisch überlegen wurde. Zur Freude von Indians Headcoach Lenny Soccio waren es diesmal nicht die üblichen Verdächtigen, die die Tore erzielten bzw. vorbereiten wie Pohanka oder Bacek. Den Beginn machte Thore Weyrauch bereits in der neunten Minute. Als sich die Indians gedanklich schon der Kabine befanden, machte Julian Airich, einer der Essener Spezialisten für späte Dritteltore, genau sechs Sekunden vor der Sirene das 1:1. Scheinbar hatten die Trainingseinheiten der Indians gefruchtet, denn das befürchtete Auseinanderbrechen nach dem Ausgleich fand im zweiten Drittel nicht statt. Ausgerechnet Thomas Pape, in der bisherigen Scorerstatistik unter „ferner liefen“ geführt, gelang im verflixten 13. Spiel sein erstes Oberliga-Tor für seinen neuen Verein. Dass auch die Indians späte Dritteltore können, bewies Andreas Morczinietz elf Sekunden vor der zweiten Sirene mit dem 3:1 und obwohl die Essener im dritten Drittel auf das Tempo drückten, konnte sich Robby Hein in der 48. Minute davonschleichen und mit seinem 4:1 die Weichen endgültig auf Sieg stellen.


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