Tilburg Trappers setzen sich knapp in der Hauptstadt durchNiederländer siegen durch zwei Überzahltore beim ECC Preussen

Was auf dem Papier wie eine klare Angelegenheit aussieht, zeigt sich in der realen Welt auf dem Eis als ganz schön schwieriger Knoten, der da gelöst werden musste aus Sicht des hohen Favoriten aus den Niederlanden. Schließlich könnte die Oberliga-Saison 2018/19 nicht unterschiedlicher verlaufen, exemplarisch hierfür kommt der Klassenprimus von einem 6:3-Heimsieg gegen den Herner EV an die Spree und die Preussen gewannen zwar nach 0:2-Rückstand zur ersten Pause das zweite Drittel in Rostock mit 3:0 – am Ende aber stand auch hier ein 6:3-Heimsieg für die Piranhas.
Trotzdem heißt es Kopf nach oben für das Team von Trainer Uli Egen, die Hausherren starteten mit 15 Spielern und Erik Reukauf im Tor, der im Laufe der Partie einige Schüsse zu parieren hatte. In der Mitte des ersten Drittels (11.) gingen die Preussen sogar durch Jakub Rumpel auf Vorlagen von Piwowarczyk und Ogorzelec mit 1:0 in Führung und die Brust wurde gleich merklich breiter. Im Anschluss taten sich die Gäste wirklich schwer, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden und den Ausgleich zu erzielen. Irgendwie versickerten die Angriffe ein ums andere Mal innerhalb der Berliner Abwehr, die bis hierhin in diesem Heimspiel vor einigen hundert Fans Tore verhinderte.
In den ersten 30 Spielminuten bestrafte der Schiedsrichter auch relativ konsequent die Vergehen der Trappers und gab den Hauptstädtern viermal zwei Minuten Gelegenheit, das Überzahlspiel zu optimieren. Denn die mengenmäßige Überzahl hatte keinerlei Auswirkungen, das bestrafte der Tilburger Danny Stempher in eigener Überzahl bei Minute 32:27 und schoss für seine Mannschaft den 1:1-Ausgleich. In der Folge setzte sich die größere Qualität auch durch den größeren Kader mit 19+2 Spielern eher mal durch und es kam vermehrt zu Chancen, das Spiel zu drehen. In der letzten Minute des zweiten Drittels nutzten die Tilburg Trappers abermals ein Überzahlspiel, als gerade der Preusse Ulitschka ein zweites Mal im Mittelabschnitt auf der Strafbank schmorte. Kevin Bruijsten schockte die Berliner 18 Sekunden vor der Pausensirene, was Preussen-Coach Egen ärgerte. Die 2:1-Führung gaben die Gäste bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand und nehmen diesmal alle Punkte mit nach Hause, nachdem man sich ja Anfang November mit 5:5 nach sechzig Minuten in Tilburg trennte und noch den Zusatzpunkt in der Overtime holte.
Uli Egen attestierte seinem Preussen-Team aber nach der Partie ein „einigermaßen fehlerfreies Spiel“ und vor allem eine gute Einstellung. Er unterstrich auch noch einmal in der Pressekonferenz, dass das Ziel für nächstes Jahr dennoch sei, vom letzten Platz wegzukommen. Seine Hoffnung sei auch, dass sich in den nächsten Wochen die Reihen wieder füllen und so auch ein bisschen Druck auf den Kader gemacht werden kann, der ja im Augenblick ob der Verletzten nicht in dem erforderlichen Maße stattfinden kann. Im Großen und Ganzen haben sich also die Preussen mit einer ordentlichen Leistung verabschiedet und blicken positiv ins neue Jahr 2019, auch die Tilburg Trappers können mit diesem auch in der Knappheit verdienten 2:1-Auswärtssieg zufrieden sein. Am 2. Januar 2019 reist der Tabellenletzte mit sieben Punkten zu den Harzer Falken (12 Punkte) und der Spitzenreiter empfängt die Füchse aus Duisburg.