Tilburg Trappers nach Sieg in Mellendorf vor Hauptrundenmeisterschaft4:3 nach Verlängerung gegen Scorpions

DIe Hannover Scorpions und die Tilburg Trappers lieferten sich ein packendes Duell. (Foto: Manfred Schneider)DIe Hannover Scorpions und die Tilburg Trappers lieferten sich ein packendes Duell. (Foto: Manfred Schneider)
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Wenn man bedenkt, dass die Scorpions wiederum elf Punkte auf den Dritten, die Hannover Indians, haben, kommt man summa summarum auf 21 Punkte Differenz zwischen den Trappers und dem Tabellendritten. Damit ist mit dem aktuellen Erfolg eine Vorentscheidung in der Oberliga-Nord-Meisterschaft gefallen.

Es war eine Begegnung auf Augenhöhe und sie hatte, wenigstens stellenweise, Zweitliganiveau. Dass nur 1500 Zuschauer das Spiel sehen wollten, mag für Mellendorfer Verhältnisse in Ordnung gehen, aber es hätte bei der Spielqualität mehr Fans verdient gehabt.

Geboten wurde nämlich nicht Leidenschaft pur, Emotionen, spielerische Eleganz, Kampf und nicht zu unterschätzen: faires Spiel. Sicherlich hatten am Spielende einige der Akteure auf beiden Seiten blaue Flecken, aber die kommen vor und Eishockey ist kein Spiel für Angsthasen. Wichtig aber war, dass es keine brutalen Szenen oder Prügeleien zu sehen gab, sondern ehrliches Eishockey, wie es die Fans lieben.

Beeindruckend war auch, was die Scorpions ablieferten. Im ersten Drittel durften die Trappers etwa fünf Minuten auf gleichem Niveau mitspielen, die restliche Viertelstunde zauberten die Roten. Allerdings ging der Start an die Niederländer, die ihre beste Chance bei einem Schuss von Vogelaar hatten. Die Scorpions zeigten sich gewappnet, blieben defensiv und setzten in den ersten zehn Minuten erst einmal auf Konter. Einer dieser wenigen Szenen brachte dann auch das 1:0, als Björn Bombis beim ersten Powerplay seitlich am Tor stand, realisierte, dass keiner ihn angreifen wollte, einen blitzschnellen Antritt zeigte und die Scheibe an Leeuwesteijn vorbei ins Netz schmuggelte. Das Stadion stand Kopf und den Trappers schwirrte der selbige. Eben noch überlegen und jetzt lag man zurück. Den Schock merkte man ihnen an und die Scorpions setzten nach, hätten problemlos zwei Tore nicht schießen können, sondern sogar müssen. Das klappte dann schließlich in der 19. Minute, als Chad Niddery, hinter dem Tor stehend, einen scharfen Pass in den niederländischen Slot machte und die Scheibe von einem Niederländer ins eigene Tor abgefälscht wurde. Jetzt hob das Dach ab und während die Scorpions noch glückselig waren, antworteten die Trappers mit einem schnellen Konter, kombinierten sich letztendlich frei und Ryan Collier traf mit seinem Schuss ins leere Tor zum Anschlusstor. Doch noch war das Drittel nicht zu Ende. Zehn Sekunden vor Schluss spritzte Schmid in einen verheerenden Fehlpass der Niederländer, passte auf Wilkins und der überwand Leeuwesteijn mit einem Schuss unter die Latte. 3:1 nach 20 Minuten und nach dem Verlauf noch zu wenig. Ein 5:2 wäre realistisch gewesen.

Natürlich zeigten die Trappers eine Reaktion, versuchten den Druck auf die Scorpions zu verstärken, aber zunächst ohne Erfolg. Selbst bei Überzahlmöglichkeiten, insgesamt bescherten die Unparteiischen den Niederländern vier Möglichkeiten im zweiten Drittel, klappte nicht viel. Das meiste war auf dem Zufall aufgebaut und für die Scorpions-Defensive keine echte Herausforderung. Beide Mannschaften hätten in diesen Phasen ihre Tore erzielen können. Auf der Scorpions-Seite hatten Lehmann, Bombis, Dejdar und Wilkins ihre Möglichkeiten auf der anderen Seite zielte Stempher bei seinem Lattentreffer zu genau. Das einzige Tor in dieser Phase erzielte Nick de Ruijter. Der gebürtige Tilburger stand zum ersten Mal in dieser Spielzeit im Team der Trappers und gehörte am Ende mit zwei Punkten zu den Matchwinnern. Auf jeden Fall war sein Antritt und sein Rückhandtor, das von der Art ein bisschen an das 1:0 von Bombis erinnerte, schon fast das Eintrittsgeld wert. Wieviel Pech die Einheimischen hatten, zeigte die 31. Minute, als Wilkins einen hohen Pass auf Bombis spielte und der seinen Schläger in Baseballmanier nutzte, aber den Puck nicht richtig traf. Und die Chancen häuften sich für die Gastgeber. Als Verkiel und Collier die Strafbank nacheinander aufsuchen mussten, hatten die Scorpions sogar für 29 Sekunden doppeltes Überzahlspiel, aber bis auf einen Pfostentreffer von Bombis und einen Schlagschuss von Schmid, bei dem dieser die Brustpanzerung von Leeuwesteijn prüfte, passierte nichts mehr.

Die folgerichtige Frage in der zweiten Pause an den Getränkeständen war, ob die Kraft der Scorpions reichen würde. Immerhin spielten die Scorpions mit drei Reihen plus Ergänzungsspielern, während die Niederländer regelmäßig ihre vier Reihen zum Einsatz brachten. Und diese Frage wurde zum Teil in der 43. Minute relativ schnell beantwortet, als die Trappers ein Überzahlspiel zum Ausgleich nutzten, als Ivy van den Heuvel von der blauen Linie genauestens traf. Ab jetzt war verteiltes Spiel angesagt mit Chancen auf beiden Seiten, wobei die beste Mitch Bruijsten in der Schlussminute hatte, als er Christoph Mathis im Scorpions-Kasten prüfte und dieser mit einer Megaaktion das 3:4 verhinderte.

In der Verlängerung kochten zunächst die Emotionen hoch. Besonders Schiedsrichter Volker Westhaus hatte kein leichtes Amt, wobei zu bemerken ist, dass er während des Spieles seine Aufgabe durchaus zu lösen wusste. In der Verlängerung schickte er jedoch bereits nach 31 Sekunden Hannovers Schmid wegen „unsportlichem Verhalten“ auf die Strafbank. Eine Aktion, die in dieser sportlichen Spielphase eigentlich als „No go“ gilt, zumal auch der Niederländer mit seinem Haken unsauber agierte. Dieser Kraftakt brachte letztendlich die Entscheidung, denn in der letzten Minute der Verlängerung kam Kilian van Gorp zum Schuss und wie bei de Ruijter, der auch noch die erste Vorlage zum 4:3 gab, schoss auch von Gorp sein erstes Saisontor nach 22 Vorlagen zuvor.

Trappers-Coach Bohuslav Subr: „Ein glücklicher Sieg, wobei die Schiedsrichter nicht gerade die beste Figur abgegeben haben.“

Scorpions-Coach Dieter Reiß: „Nach meiner Meinung hatten die Schiedsrichter heute nicht das Niveau des Spieles. Wir haben toll gespielt und hätten den Sieg verdient gehabt. Aber am Ende zählen die Tore und somit bin ich über den einen Punkt nicht unzufrieden.“

Tore: 1:0 (7:14) Bombis (Schütt, Schmid/5-4), 2:0 (18:08) Niddery (Schütt, Bombis/5-4), 2:1 (18:54) Collier (M.Bruijsten,Hermens), 3:1 (19:52) Wilkins (Schmid, Lehmann), 3:2 (28:36) de Ruijter (Bastings), 3:3 (43:24) van den Heuvel (Loginov, Collier/5-4), 3:4 (64:09) van Gorp (de Bondth, de Ruijter). Strafen: Hannover 16, Tilburg 18. Zuschauer: 1504.


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