Tilburg im DoppelpackFreitag in Neuwied, Sonntag in den Niederlanden

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Bären gegen Fallensteller. Deutsche gegen Holländer. Achter gegen Dritter. Und als sei das alles nicht schon aufregend genug, gibt es den Spaß gleich im Doppelpack: Der EHC Neuwied duelliert sich am kommenden Wochenende in der Oberliga Nord gleich zwei Mal mit den Tilburg Trappers. Am Freitag steigt das Spiel in Neuwied (20 Uhr), am Sonntag reisen die Bären - von mindestens sieben Fanbussen unterstützt - nach Tilburg (15 Uhr).

„Das fühlt sich ein bisschen an wie Play-offs“, sagt EHC-Trainer Craig Streu vor diesem immens schweren Wochenende für sein Team. Der Tabellenachte hatte zuletzt nach fünf Siegen in Folge keinen einzigen Platz gut gemacht im Ranking der Oberliga Nord, sich aber nach der Niederlage am vergangenen Sonntag in Herne auch nicht verschlechtert. Neuwied hat derzeit acht Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Play-off-Platz, auf dem die Moskitos aus Essen lauern. Ein interessanter Vergleich unterstreicht, wie erfolgreich die Neuwieder Saison tatsächlich ist, wie die Ergebnisse durch die starke regionale Gruppe der Bären jedoch verfälscht werden: Neuwied hat 70 Prozent der bisher möglichen Punkte eingefahren. Mit einem solchen Wert wäre das Team in der Oberliga Süd Tabellenzweiter, in der DEL2 Dritter, in der DEL gar Spitzenreiter. In der Oberliga Nord, die neben einer Einfachrunde gegen alle 18 Teams zusätzlich in regionalen Gruppen Punkte ausspielt – Neuwied trifft vier Mal auf Duisburg (1.), Herne (2.), Tilburg (3.) und Essen (9.) – reicht es gerade so für die Teilnahme an den Play-offs und Rang acht.

Umso wichtiger wird es sein, gegen die Trappers den einen oder anderen Zähler einzufahren, auch wenn das Team aus den Niederlanden als Favorit in dieses Wochenende geht. 15 Mal niederländischer Meister, 14 Mal niederländischer Pokalsieger – wer in den Niederlanden im Eishockey was auf sich hält, der spielt bei den Trappers. Der Tilburger Kader besteht zu einem Großteil aus Nationalspielern. Allerdings sind die Neuwieder das bisher einzige Team in der Oberliga Nord mit einer 100-prozentigen Erfolgsquote gegen die Trappers. Das bisher einzige Duell am ersten Spieltag in Tilburg ging mit 4:1 an die Bären.

„Es ist immer schwer, an einem Wochenende zwei Mal gegen die gleiche Mannschaft zu spielen“, sagt Streu. „Alles, was am Freitag passiert, spielt auch am Sonntag eine große Rolle.“ In erster Linie gilt es, sich von der robusten Spielweise der Holländer nicht anstecken zu lassen. „Wer gegen Tilburg spielt, der weiß, dass es 60 Minuten hart wird, auch körperlich.“ Neuwied ist das viertfairste Team der Liga (433 Strafminuten), Tilburg hat hingegen die meisten Strafen kassiert (709). „Wir müssen ausnutzen, dass wir am Freitag vor unseren Fans spielen. Deren Unterstützung werden wir auch dringend brauchen.“

Wenngleich –auch am Sonntag wird der Support der Bärenfans riesig sein. Mehr als 320 Fans reisen in sieben Fanbussen nach Tilburg an, weitere Karten wurden zudem an Fans verkauft, die mit dem eigenen Pkw anreisen. Der EHC kann sich also der Unterstützung von mindestens 400 Fans im fremden Stadion sicher sein. „Das ist eine super Geschichte für uns“, freut sich Streu. „Das ist doch echt wieder der Wahnsinn für so eine kleine Eishockeystadt wie Neuwied. Das wird uns ganz sicher helfen in Tilburg.“

Personell gibt es zur Wochenmitte noch das eine oder andere Fragezeichen, Streu rechnet jedoch mit einem gut besetzten Kader. Die Bären hatten am vergangenen Sonntag trotz der Ausfälle von Josh Myers und dem Fehlen der Förderlizenzspieler Dominik Lascheit, Garret Pruden und Maurice Keil 22 Spieler in Herne aufbieten können. „Besonders den Ausfall von unserem Topscorer Josh Myers haben wir natürlich gemerkt, aber jetzt schauen wir nach vorne.“ Myers könnte möglicherweise am Wochenende wieder zum Kader dazustoßen, eine finale Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.

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