Spitzenspiel sieht Hannover Scorpions als klaren SiegerHalle und Hamburg kassieren ungeplante Punktverluste – Essen überrascht

(Foto: dpa)(Foto: dpa)
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Ausnutzen konnte die niederländische Niederlage jedoch keiner der Verfolger. Halle verlor ebenfalls, Hamburg gewann zwar nach einer unglaublichen Aufholjagd gegen Erfurt, musste aber einen Punkt abgeben und die Indians hatten spielfrei. Dahinter gewannen Herne und Leipzig, aber die Icefighters mussten in Duisburg in die Overtime und verloren einen Punkt. Hinten zeigte Essen endlich einmal seine Stachel, holte am Wochenende überraschende vier Punkte. Nach dem Punktgewinn vom Freitag am Pferdeturm wurde diesmal sogar Halle besiegt, wobei vor allem das Powerplay gegen ansonsten defensivstarke Bulls ausschlaggebend war.

Hannover Scorpions – Tilburg Trappers 7:4 (3:1, 1:2, 3:1)

Trotz des am Ende klaren Erfolges war es ein echtes Spitzenspiel. Beide Mannschaften zeigten den anwesenden 1.321 Zuschauern, warum sie eindeutig an der Spitze stehen. Nach verhaltenem Beginn übernahmen die Scorpions die Regie, angetrieben durch ein Unterzahltor von Aquin. Es war bereits das fünfte Gegentor der Tilburger in eigener Überzahl. Für einen Topteam ein miserabler Wert. Danach erhöhten Kabitzky und Klöpper auf 3:0 und die Partie schien entschieden. Allerdings hatten die Niederländer etwas dagegen und als Virtanen einen echten Abwehrschnitzer der Hausherren zum ersten Gästetor nutzte, war die Partie wieder offen. Im zweiten Drittel übernahmen die Gäste das Kommando, vor allem nach dem Anschluss von Bulmer, der Jaeger gekonnt aussteigen ließ. Auch nach dem vierten Scorpions-Tor von Rinke blieben die Trappers dran und belohnten sich mit dem Ausgleich, realisiert von Richards und Bulmer, wobei das 4:4 zu Beginn des letzten Drittels fiel. Sollte die Spitzenpartie eine Verlängerung nötig haben? Nein, hatte sie nicht, denn mit etwas Glück kamen die Scorpions zur erneuten Führung, als Rinke im Powerplay den Puck mit Hilfe von Trappers-Torhüter Andree über die Linie stocherte. Und auch beim sechsten Gegentor machte der niederländisch-kanadische Torhüter keine gute Figur, als er sich bei einem Blueliner verschätzte, für einen kurzen Augenblick nicht wusste, was er machen sollte und dies nutzte Kabitzky zum vorentscheidenden Tor. Jetzt mussten die Trappers den Torhüter, zwei Minuten vor dem Ende, rausnehmen und prompt klingelte es ein weiteres und letztes Mal. Einer der besten Scorpions-Stürmer, Pascal Aquin, hatte schon den Torreigen eröffnet, jetzt durfte er ihn mit einem Empty-Netter aus beenden. Fazit: Erneut mit nur 13 Feldspielern angetreten, zeigten die Scorpions ihre Sahneseite, in dem sie immer in den richtigen Augenblicken ihre Tore erzielten. Vielleicht kam das relativ schnelle 3:0 ihrem Spiel nicht entgegen, denn erst nach dem Ausgleich übernahmen sie wieder die Kontrolle. Tilburg zeigte eine starke Moral, muss sich aber in der Defensive konzentrierter anstellen, wenn der zweite Platz nicht noch in Gefahr kommen sollte.

Tore: 1:0 (04:34) Pascal Aquin (Reiss 4-5), 2:0 (07:01) Christoph Kabitzky (Aquin), 3:0 (12:29) Patrick Klöpper (Rinke), 3:1 (16:52) Mikko Virtanen (Hessels, Hofland), 3:2 (28:26) Diego Hofland (Hessels, Stempher), 4:2 (32:06) Ralf Rinke (Just, Alderson), 4:3 (38:59) Sean Richards (de Hondt, Stempher), 4:4 (44:39) Brett Bulmer, 5:4 (51:09) Ralf Rinke (Aquin, Just 5-4), 6:4 (57:39) Christoph Kabitzky (McPherson, Klöpper), 7:4 (58:32) Pascal Aquin (McPherson, Kabitzky ENG)

Crocodiles Hamburg – Black Dragons Erfurt 5:4 (1:3, 1:0, 2:1, 1:0) n.P.

Ein, vom Ergebnisverlauf, sehr merkwürdiges Spiel fand vor 1.210 Zuschauern in Hamburg statt. Mit Hilfe eines starken Powerplays gingen die Black Dragons mit 3:0 in Führung und manch Zuschauer wird dabei mit Stirnrunzeln an die letzten Spiele gedacht haben. Aber die Hamburger kamen zurück, verkürzten auf 2:3 und ließen sich im letzten Drittel durch das schnelle vierte Erfurter Tor, erzielt von Bosas, nicht aus dem Konzept bringen. Reed und Rajala glichen aus und an Hand der Torchancen hätten die Crocodiles die Partie noch gewinnen müssen, aber der Erfurter Held im Tor, Konstantin Kessler, hielt sein Team mit waghalsigen Paraden im Spiel. Am Ende musste das Penaltyschiessen entscheiden und hier hatten schließlich die moralstarken Hamburger die Nase vorn.

Tore: 0:1 (08:41) Michal Bezouska (Ranger, Joly 5-4), 0:2 (10:47) D`Artagnan Joly (Bezouska, Ranger), 0:3 (12:41) D`Artagnan Joly (Ranger, Denner 5-4), 1:3 (17:47) Philip Hertel (Domogalla, Spöttel), 2:3 (37:51) Dominik Lascheit (Zuravlev, Walch), 2:4 (40:15) Arnoldas Bosas (Keil, Schüpping), 3:4 (50:18) Harrison Reed (Rajala, Jentsch), 4:4 (52:46) Juuso Rajala (Reed, Zuravlev 5-4), 5:4 (65:00) Maximilian Schaludek (PEN)

Füchse Duisburg – Icefighters Leipzig 0:0 (0:0, 1:1, 0:0, 0:1) n.V.

In einer ausgeglichenen Partie setzten sich die favorisierten Leipziger bei den Füchsen Duisburg durch. Da beide Teams sehr defensiv und diszipliniert spielten und auch die Torhüter glänzen konnten (Duisburgs Linus Schwarte kam auf 92,9 Prozent Fangquote, Leipzigs Eric Hoffmann sogar auf phänomenale 96,2 Prozent), fielen zwangsweise nur wenig Tore. Dominik Piskor brachte die Icefighters in Führung, Duisburgs Fomin gelang drei Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels der verdiente Ausgleich. In der Verlängerung gelang schließlich dem Finnen Riekkinen das Siegestor für die Gäste, die damit an Herne dranblieben.

Tore: 0:1 (28:28) Dominik Piskor (Stopinski, Heyter), 1:1 (39:57) Michael Fomin (Neumann, Krämer), 1:2 (61:29) Joonas Riekkinen (Heyer, Wolter)

Moskitos Essen – Saale Bulls Halle 4:3 (1:2, 2:0, 1:1)

Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele. An diese Weisheit werden viele Bulls-Spieler und Anhänger nach der Begegnung in Essen gedacht haben, denn gleich drei der vier Gegentore kassierten die Bulls in Essen, und alle im zweiten Drittel. Was diese Tatsache für Essen so wertvoll macht und vermutlich für Halle etwas peinlich ist: Halle führt in beiden Spezialwertungen (Powerplay und Penaltykilling mit jetzt 28,6 Prozent und 89,1 Prozent) die Nordtabelle an. Essen liegt dagegen in Überzahl mit schmalbrüstigen 17,4 Prozent lediglich auf Rang 12. Überragend auf dem Eis, wie auch schon am Freitag in Hannover, Robin Slanina, der sich drei Punkte anschreiben lassen konnte. Bei Halle zeigte das Trio Becker, Schmid und Schütt mit je zwei Punkten die beste Leistung.

Tore: 0:1 (11:33) Maurice Becker (Schmid, Pfennings), 0:2 (13:18) Thore Weyrauch (Becker, Schütt), 1:2 (16:49) Enrico Saccomani (Slanina, Luft 5-4), 2:2 (32:10) Mark Zajic (Slanina, Frick 5-4), 3:2 (36:03) Robin Slanina (Luft, Frick 5-4), 4:2 (45:47) Mitch Bruijsten (K. Bruijsten, Dmitriew), 4:3 (50:44) Tatu Vihavainen (Schütt, Schmid 5-4)

Rostock Piranhas – Herner EV Miners 2:5 (0:2, 2:1, 0:2)

Eines konnte man Rostock am Ende nicht vorwerfen. Dass sie kämpferisch nicht alles versucht hatten. Allerdings spricht aus das Schussverhältnis von 50:37 zugunsten der Ostseestädter einiges aus. Zum Beispiel, dass eine Schusseffizienz von 4 Prozent nicht oberligatauglich ist, auch wenn der gegnerische Torhüter Finn Becker einen Sahnetag hatte. Herne schien die Beregnung nach den ersten zwanzig Minuten im Griff zu haben, aber zwei Strafzeiten später, im Mitteldrittel, hatten die Piranhas ausgeglichen. Zum Glück für die Miners kam dann der Galaauftritt des zweiten Blocks, und Leon Köhler brachte seine Farben persönlich wieder mit zwei Toren in Führung. Den Schlusspunkt setzte Routiniert Nils Liesegang mit einem Empty-Netter 83 Sekunden vor Ende.

Tore: 0:1 (04:49) Braylon Shmyr (Seto), 0:2 (12:07) Nils Liesegang (Hüfner, Seto 5-4), 1:2 (21:58) Keegan Dansereau (Hahn, Barry 5-4), 2:2 (25:38) Mark Ledlin (Henderson, Barry 5-4), 2:3 (39:49) Leon Köhler (Liesegang, Ackers), 2:4 (52:03) Leon Köhler (Liesegang, Ackers), 2:5 (58:37) Nils Liesegang (Becker ENG)

Krefelder EV U23 – Herforder EV 2:4 (0:1, 0:2, 2:1)

Ein glücklicher, aber nicht unverdienter Erfolg der Herforder, deren Plus an diesem Abend das Powerplay war. Während in der sehr fairen Partie die Krefelder alle vier Überzahlchancen nicht nutzen konnten, trafen die Herforder bei beiden Möglichkeiten, kam so auf unglaubliche 100 Prozent Quote. Damit stehen die Herforder mit 23,6 Prozent im Norden auf einem beachtlichen siebten Platz. Krefeld, das nie aufgab, kam erst im dritten Abschnitt zum ersten Tor und das zweite folgte erst zwölf Minuten später, zu spät für eine erfolgreiche Aufholjagd. Beim KEV gefiel Martin Benes, der an beiden Toren beteiligt war, bei Herford überzeugte ein Quartett, das ebenfalls jeweils zwei Punkte zum Erfolg beisteuerte: Rustams Begovs, Quirin Stocker, Ulib Berezovskyy und Dominik Patocka.

Tore: 0:1 (11:05) Rustams Begovs (Berezovskyy, Patocka 4-5), 0:2 (33:21) Dennis König (Denoble, Patocka 5-4), 0:3 (37:42) Andre Gerartz (Müller, Stocker), 1:3 (43:56) Martin Schymainski (Benes, Bauermeister), 1:4 (53:58) Quirin Stocker (Begovs, Berezovskyy 5-4), 2:4 (54:43) Edwin Schitz (Benes, Grygiel) 


Die geilste Zeit des Jahres! Alle Playoffspiele der PENNY DEL siehst du LIVE nur bei MagentaSport!   🤩📺🏒

💥 Alle Spiele der Eishockeys WM Live auf SPORTDEUTSCHLAND.TV 👉 zum Turnierpass   🥅
Neuzugang aus Essen
Dennis Reimer ist erster Neuzugang der Icefighters Leipzig

​Stürmer Dennis Reimer verstärkt den Eishockey-Oberligisten KSW Icefighters Leipzig ab der kommenden Saison. Der 30-Jährige wechselt vom Ligakonkurrenten ESC Wohnbau...

Verteidiger wechselt von Halle nach Herford
Nick Walters nächster Neuzugang der Ice Dragons

​Der Herforder EV präsentiert mit dem Deutsch-Kanadier Nick Walters den nächsten Neuzugang für die kommende Saison. Der 29-jährige Verteidiger wechselt vom Ligakonku...

Beide Halbfinalserien endeten 4:1
Oberliga-Traumfinale Weiden – Scorpions ist perfekt

​Manch Oberligafan hatte es sich gewünscht, aber es sollte in dieser Saison einfach nicht sein. Dass es eine Überraschung gibt und eine oder zwei Mannschaften im Pla...

Vizemeister haben vor Topkulissen keine echte Chance
Beide Oberliga-Meister stehen vor dem Finaleinzug

​Sie haben es versucht. Das kann man den beiden Vizemeistern der Oberliga, den Heilbronner Falken im Süden und Tilburg Trappers im Norden, nicht absprechen. Aber bei...

Acht Spieler und der Trainer gehen
Abgangswelle bei den Hannover Indians

​Nach dem Saisonende im Viertelfinale der deutschen Oberliga-Play-Offs gaben die Hannover Indians bekannt, dass acht Spieler sowie Trainer Todd Warriner den norddeut...

Gesundheitliche Gründe – mehrere Personen übernehmen die Aufgaben
Herner EV: Jürgen Schubert muss sich zurückziehen

​Jürgen Schubert muss sich für unbestimmte Zeit aus gesundheitlichen Gründen aus dem operativen Geschäft rund um den Herner EV zurückziehen. Dies gab der Geschäftsfü...

Regelungen für 2024/25
Oberliga: Weiterhin drei Kontingentspieler – unter einer Bedingung

​Noch hat es der Deutsche Eishockey-Bund nicht selbst veröffentlicht, aber nach einem Treffen mit den Vereinen steht fest, dass auch in der kommenden Oberliga-Saison...

Alle sechs Spiele gingen an die Gastgeber
Blue Devils Weiden und Hannover Scorpions gehen in Führung

​Auch wenn die Führung knapp ist, es sieht ganz danach aus, als wenn die beiden regionalen Meister der Oberliga das Play-off-Finale unter sich ausmachen. Während die...

Oberliga Nord Hauptrunde