Spitzenspiel gegen Hannover in der BärenhöhleNeuwied empfängt die Indians – dann auswärts in Braunlage

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Stark spielen kann der EHC Neuwied, aber kann er auch Spitzenspiel? Das wird sich am Freitagabend in der Neuwieder Bärenhöhle zeigen. Drei Teams sind in der Oberliga Nord bisher ohne Punktverlust, zwei davon heißen Hannover Indians und EHC Neuwied - und die treffen ab 20 Uhr im Neuwieder Icehouse aufeinander. Die EHC-Verantwortlichen rechnen zum Heimspiel gegen den Tabellenführer mit rund 2000 Zuschauern - das wäre nah dran am „ausverkauft“ - und empfehlen daher dringend, den Vorverkauf zu nutzen.

Drei Spiele, drei Siege – die Bären sind mit Erfolgen in Tilburg, gegen FASS Berlin und in Essen ideal in die neue Saison gestartet. „Das Rezept zum Erfolg in dieser starken Liga ist einfach: Du brauchst Disziplin“, sagt EHC-Trainer Craig Streu, dessen Team in Essen zwei Mal in Rückstand geriet. Der Grund? Es mangelte an der Disziplin, die Bären kassierten zu viele kleine Strafen, Essen machte daraus zwei Überzahltore. Als Neuwied der Strafbank fernblieb, machte man drei Tore in 76 Sekunden und fuhr am Ende einen ungefährdeten 4:2-Erfolg ein. „Die ersten Spiele in der Liga haben gezeigt, dass Jeder Jeden schlagen kann. Das ist eine unheimlich ausgeglichene Liga“, sagt Streu. „Dass wir mit einer Siegesserie gestartet sind ist ja ganz schön, aber morgen ist ein neuer Tag. Und schon dann interessiert das, was gestern war, nicht mehr.“

Deshalb heißt es beim EHC: Volle Fahrt voraus. „Die Jungs sind schon jetzt aufgeregt und wie elektrisiert“, sagt der Trainer mit Blick auf das Heimspiel gegen die Indians aus Hannover. „Wir alle freuen uns riesig auf dieses Topspiel und vor allem auf die Stimmung im Neuwieder Icehouse. Für Hannover wird das aber ein gewohntes Bild sein, denn auch dort herrscht immer eine sehr gute Atmosphäre vor vielen Zuschauern. Dennoch gilt: Unsere Fans werden uns am Freitag ganz sicher wieder helfen.“ Schon beim Heimspielauftakt gegen FASS Berlin kamen rund 1300 Fans. Diese Zahl dürfte am Freitag noch einmal deutlich ansteigen, zumal auch die Fans der Indians aus Hannover sehr reisefreudig sind und sich das Spitzenspiel nicht entgehen lassen werden.

Das Duell mit Hannover ist aber auch eine Reise in die Vergangenheit. Für Streu, weil er bei den Indians mal Trainer war. Aber auch für einige Indianer: Stürmer Jogi Noack spielte bereits für den EHC, droht aber verletzungsbedingt auszufallen. Die Reise nach Neuwied wird er dennoch mit antreten – dieses Spiel möchte er sich nicht entgehen lassen. Verteidiger Nick Bovenschen hat ebenfalls schon einmal das Neuwieder Trikot getragen. Und Indians-Trainer Fred Carroll war bis 2005 gar zwei Jahre Trainer in der Deichstadt. „In Neuwied ist die Unterstützung von den Fans immer da – egal, ob es gut oder schlecht läuft“, weiß Carroll. „Eine kleine Halle und sehr laute Fans. Ich freue mich sehr auf die Rückkehr und ein Wiedersehen mit alten Weggefährten.“

Sportlich sind die Indians derzeit Spitzenreiter im 18er-Feld der Oberliga Nord. „Es läuft sehr gut, ich bin zufrieden“, sagt Carroll, der das Team aus Hannover erst zur aktuellen Saison übernommen hat. „Der Kern der Mannschaft ist zusammengeblieben, starke Spieler sind hinzugekommen. Derzeit läuft es gut, und es geht hoffentlich auch so weiter. Wir haben einen klaren Plan, aber auch noch viel zu tun.“

Eine Menge Arbeit liegt auch noch vor den Harzer Falken aus Braunlage, wo der EHC am Sonntag zu Gast ist (18 Uhr). Den bisher einzigen Zähler holte man in der Vorwoche beim Herner EV – die Partie ging in der Verlängerung verloren. „Dass es bei uns im ersten Jahr noch etwas haken würde, war klar“, sagt Bernd Wohlmann, der in der vergangenen Spielzeit zum Trainer des Jahres in der Oberliga Nord gewählt wurde. Der ehemalige Torhüter hat früher selbst oft in und gegen Neuwied gespielt. „Und gegen Trier, Herne, Essen und all die anderen Teams. Wir hatten doch alle das gleiche Problem in der vergangenen Saison, als die Ligen im Westen, Norden und Osten geschwächelt haben. Wir haben alleine 14 Mal gegen Hamburg gespielt. Die neue Oberliga Nord macht daher absolut Sinn.“

Für das Heimspiel gegen Neuwied rechnet Wohlmann mit einer schwierigen Aufgabe für seine Falken: „Ich hatte Neuwied schon vor der Saison auf dem Zettel und schätze das Team ziemlich stark ein. Ich weiß aber auch: Wenn wir alles abrufen, was wir können, dann kann das ein Spiel auf Augenhöhe geben. Neuwied ist uns derzeit sicherlich noch einen kleinen Schritt voraus, aber am Ende werden die Kleinigkeiten entscheiden.“  


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