Siegeszug der Hannover Indians hält weiter anHarzer Falken düpieren Füchse Duisburg

Die Harzer Falken überraschten mit einem 6:3-Sieg in Duisburg. (Foto: Roland Christ)Die Harzer Falken überraschten mit einem 6:3-Sieg in Duisburg. (Foto: Roland Christ)
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Ganz anders der Kampf um Platz zwei. Die Scorpions müssen bei sieben Spielen noch fünfmal auswärts ran, darunter in Tilburg, Essen und Herne. Da ist die Vizemeisterschaft noch nicht durch und die Indians, die aktuell einen irren Tanz auf das Oberligaparkett legen, haben bei sechs Spielen noch vier Heimspiele. Da ist Spannung und ein Besuch der Südspione in den nächsten Wochen garantiert. Essen holte den wichtigen Sieg gegen Herne und überholte wieder die Konkurrenz aus Halle und Herne. Völlig durchgedreht die Situation hinter den Crocodiles, die nun schon zwei Spieler hintereinander nicht nur verloren, sondern auch kein Tor erzielen konnten. Sie blieben auf Platz sieben, da Rostock spielfrei war, Leipzig trotz starker Leistung in Tilburg unglücklich verlor und Duisburg sich komplett blamierte. Eine Heimniederlage gegen die Falken ist in dieser Phase bei 36 Punkten Vorsprung vor den Gästen so unverzeihlich wie das Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der letzten WM. Eines dürfte aber sicher sein, die nächsten fünf Tage werden in Duisburg sehr ungemütlich. Noch eine Kuriosität: Die beiden Tabellenletzten, die Harzer Falken und die Berliner Preussen gewannen ihre Spiele, brachten eine Premiere zustande und zeigten, dass beide eine Bereicherung für die Oberliga sind.

Füchse Duisburg – Harzer Falken 3:6 (0:0, 2:2, 1:4)

Das war eine runde Sache. Allerdings nur für die Gäste, die den Füchsen, völlig überraschend, ihre zehnte Heimniederlage in dieser Saison beibrachten. Das Spiel selbst, dem 719 Zuschauer beiwohnten, war ein Abklatsch der bisherigen Saison der Füchse, deren Ziel nur noch sein kann, dass schwer havarierte Schiff in den nächstmöglichen Hafen, sprich über das Saisonende zu bringen, um dann einen Neuanfang zu starten. Die Leistung der Duisburger soll jedoch nicht dazu verführen, das Spiel der Gäste schlecht zu machen, die drei Punkte entführten, mit denen sie garantiert nicht gerechnet hatten. Dreimal gingen die Füchse in Führung. Die Tore erzielten Pavel Pisarik (21.), Artur Tegkaev (30.) und Ricco Ratajczyk (46.). Bis zur 53. Minute hieß es in der Begegnung 3:3, wobei für Braunlage Lasse Bödefeld (28.), Bobby Sokol (36.) und Jörn Weikamp (53.) erfolgreich waren. Die erstmalige Führung der Gäste war dann auch gleich ein Paukenschlag, denn obwohl der Falke Bobby Sokol auf der Strafbank saß, gelang Tim Dreschmann in der 55. Minute mit einem Shorthander das 4:3 – wie schon das 3:3, das ebenfalls in Unterzahl fiel. 90 Sekunden vor Schluss nahm folgerichtig Duisburgs Trainer Reemt Pyka seinen Keeper Sebastian Staudt vom Eis und musste danach mitansehen, wie sich seine Mannschaft noch zwei Empty-Netter einhandelte. Einmal durch Erik Pipp (59.) und durch Tim Dreschmann (60.). Auch in dieser Partie coachte Co-Trainer Jan Bönning die Harzer Falken. 

Preussen Berlin – Black Dragons Erfurt 3:2 (2:0,1:0,0:2)

In Berlin jubelte man und war am Ende doch traurig. Endlich mal ein Sieg nicht nur gegen die Falken und dazu noch als Matchwinner endlich auch einmal die Spezialisten. 40 Prozent Quote beim Powerplay und 100 Prozent beim Penaltykilling. Werte, die man an der Spree schon nicht mehr kannte. Beide Tore im ersten Drittel fielen übrigens in Überzahl. Torschützen waren Kyle Piwowarczyk (10.) und Lukas Stettmer (17.) Für Stettmer war es im Übrigen die Saisonpremiere. Jakub Rumpel steuerte in der 34. Minute das 3:0 bei und die Partie schien entschieden, aber die konditionsstarken Thüringer kamen zurück und als Marcel Weise (56.) und Michal Vazan (60.) noch auf 2:3 verkürzt hatten, wurde es noch einmal spannend, aber zum Glück für die Preussen nur noch 38 Sekunden.

Hannover Scorpions – Crocodiles Hamburg 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)

Durch den Abgang ihrer Topspieler sind die Crocodiles zum zahnlosen Tiger mutiert, wobei sie in den letzten Spielen gegen Halle (0:4) und Essen (1:4) zwar beeindruckend mithielten, aber letztendlich zu wenig Gefahr vor dem gegnerischen Tor heraufbeschworen. Auch in Mellendorf war es zu wenig und der Sieg der Gastgeber am Ende hochverdient. Die Tore des Tabellenzweiten markierten Chad Niddery (13., 45.), Marian Dejdar (26.) und der wiedergenesene Marius Garten (39.). Zu bemerken wäre noch, dass 1100 Zuschauer kamen und die Partie mit insgesamt nur zehn Strafminuten äußerst fair ablief.

Moskitos Essen – Herner EV 6:2 (0:0, 2:1, 4:1)

Das war mal wieder so ein richtiges Ruhr-Derby, wie man es gerne sieht. Eine tolle Zuschauerzahl (3086), mächtig viel Emotionen, acht Tore und 50 Strafminuten. Lediglich der Spielstand war am Ende etwas zu klar, denn Herne hatte sich eine knappere Niederlage durchaus verdient. Im ersten Drittel hatten die Grün-Weiß-Roten die Hosen an, scheiterten aber immer wieder an der starken Defensive um Keeper Ceverny. Als Brad Snetsinger (24.) die Gäste dann in Führung brachte, schien das eine Duftmarke zu sein, aber die Kerze mit dem HEV-Logo hielt nur sechs Minuten ihr Licht. Erst glich Artur Lemmer aus und dann brachte Julian Airich, mittlerweile sein 19. Saisontor, die Essener mit 2:1 in Front. Ein Doppelschlag im dritten Drittel entschied dann die Partie eine Viertelstunde vor Schluss. Thomas Zuravlev (47.) und Aaron McLeod (48.) erhöhten auf 4:1. In der 55. Minute erhöhte Veit Holzmann auf 5:1, ehe Snetsinger (56.) noch einmal verkürzen konnte. Den Endpunkt setzte schließlich Marcel Pfänder in der 59. Minute.

Tilburg Trappers – Icefighters Leipzig 5:4 (0:2, 3:1, 2:1)

Die 2608 Zuschauer kamen im ersten Drittel aus dem Staunen nicht raus. Trotz leichter optischer Überlegenheit gelang ihren Trappers kein Torerfolg, dafür aber den sächsischen Gästen, die trotz 600 Kilometer Anfahrtsweg im ersten Drittel hellwach schienen. Antti Paavilainen (5.) und Damian Schneider (10.) trafen zweimal für die Icefighters und brachten diese verdient mit 2:0 in Führung. In der ersten Pause wird es wohl in der Trappers-Kabine etwas lauter geworden sein, denn die jetzt aufgewachten Tilburger spielten erheblich druckvoller und hatten damit Erfolg. Kevin Bruijsten (22.), Danny Stempher (26.) und Mitch Bruijsten (36.) drehten das Ergebnis und brachten ihre Farben mit 3:2 in Führung. Doch die Niederländer hatten damit nicht ihre Ruhe. Die beiden Torschützen der Leipziger zeigten sich als Unruhestifter vor Tilburgs Keeper Leeuwesteijn und Damian Schneider (37.) schoss tatsächlich noch vor der zweiten Pause den Ausgleich. Auch nachdem Brock Montgomery (47.) und Mitch Bruijsten (56.) scheinbar das Spiel entschieden hatten, war Leipzig noch nicht besiegt. Paavilainen (58.) verkürzte auf 4:5 und 38 Sekunden vor Schluss nahm Icefighters-Coach Sven Gerike seinen starken Torhüter Eric Hoffmann vom Eis aber diese Maßnahme fruchtete am Ende nichts.

Saale Bulls Halle – Hannover Indians 4:7 (2:2, 1:2, 1:3)

Im Augenblick scheinen den Indians Flügel zu wachsen. Auch die Bulls konnten trotz Heimvorteil den Gästen ihren neunten Sieg in Folge nicht abspenstig machen und dass die Indians gegen Halle alle vier Spiele gewinnen würden, hätte vor der Saison auch kein Experte unterschrieben. Allerdings verführt das Ergebnis zu der Annahme, dass es ein leichtes Spiel für die Indians war und das war es nicht. Die Hallenser gingen sogar mit 2:0 in Führung durch Nathan Burns (6.) und Jan-Niklas Pietsch (11.). Ein echter Doppelschlag der Niedersachsen machte den Vorsprung innerhalb von neun Sekunden kaputt. Lukas Valasek (13.) und Brent Norris (13.) waren die Spielverderber der Gäste. Bereits der erste Angriff im zweiten Drittel bedeutete die Indians-Führung. Arnoldas Bosas, der sich in der zweiten hannoverschen Reihe scheinbar sauwohl fühlt, traf zum 3:2 und Lukas Valasek erhöhte zwei Minuten später gar auf 4:2. Als Alexander Zille in der 29. Minute auf 3:4 verkürzte, war dieses Tor das Fanal zum Angriff und die Gäste mussten einige bange Minuten überstehen. Auch im dritten Drittel kamen die Hannoveraner sehr gut aus der Kabine. Roman Pfennings traf bereits nach 102 Sekunden zum 5:3, dem Branislav Pohanka in der 48. Minute das 6:3 folgen ließ. Zwar keimten kurzfristig die Bulls-Hoffnungen nach dem eigenen vierten Tor durch Jonas Gerstung (56.), aber Bosas setzten schließlich mit seinem zweiten Tagestor in der 59. Minute den Endpunkt.


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