Scorpions nach Torspektakel am Pferdeturm hannoverscher Meister14 Tore und 77 Strafminuten – Im Derby wurde alles geboten

Zwischen den Hannover Indians und den Hannover Scorpions ging es zur Sache.   (Foto: TKH Photography)Zwischen den Hannover Indians und den Hannover Scorpions ging es zur Sache. (Foto: TKH Photography)
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Die Zahl des Tages lautete 180. Es waren nämlich auf die Sekunde genau 180 Sekunden die das Spiel zwischen den Hannover Indians und den Hannover Scorpions entschieden. Bis dahin hatten sich die Indians mit Glück und viel Power eine 5:3-Führung gegen den Nachbarn erarbeitet und man hoffte insgeheim, dass es bei dem ergebnismäßigen Vorteil bleiben würde. Dass dieses Wunschdenken nicht umgesetzt wurde, dazu später mehr.

Bereits in den ersten Minuten war klar, dass bei diesem Derby keine Geschenke verteilt werden. Indians-Headcoach Lenny Soccio: „Wir wollten mit viel Druck und Härte in die Zweikämpfe gehen, dem Gegner den Schneid abkaufen.“ Das klappte auch, hatte allerdings den Nachteil, dass Schiedsrichter Marc Naust zuerst einen Indian nach dem anderen herausstellte und die Scorpions sich im Powerplay üben konnten. Das erste funktionierte überhaupt nicht. Pfennings erkämpfte sich die Scheibe, passte in Unterzahl quer zum mitgelaufenen Pohanka und der schob den Puck an Salvarani im Scorpions-Tor vorbei zum 1:0 ins Netz. Die Scorpions zogen daraus ihre Lehren und die beiden nächsten Überzahlspiele landeten im Netz von Indians-Keeper Philip Lehr, der am heutigen Tag leider nicht immer die beste Figur in seinem Heiligtum machte. Das erste Drittel war aber noch nicht zu Ende. Jetzt kam der Starauftritt von Indians-Knipser Arnoldas Bosas. Der Mann mit dem besten Schuss der Gastgeber überwand innerhalb von 28 Sekunden zweimal Salvarani und es stand 3:2. Zwischendurch gab es noch, wie sich später Scorpions-Coach Dieter Reiß ausdrückte Entertainment pur mit insgesamt vier Handgemengen, nach denen Schiri Naust 46 Strafminuten verteilte. Wirklich Pech für die Gäste. Topverteidiger Dennis Schütt musste mit einer Gehirnerschütterung das Eis verlassen.

Bosas jedoch, der scheinbar Gefallen am Toreschießen gefallen hatte, ließ seinen zwei Toren aus dem ersten Drittel noch das 4:2 im Powerplay folgen. Vorausgegangen war ein sehr hartes Foul von Scorpions-Stürmer Patrick Schmid gegen Indians-Stürmer Igor Bacek. Dieser zog sich dabei einen Kieferbruch und eine Gehirnerschütterung zu, musste ins Krankenhaus. Ein Schock für den Kader der Indians, die quantitativ nicht so gut aufgestellt sind. War das 4:2 eine Vorentscheidung? Nein, denn die zwei nächsten Tore fielen wie aus dem Nichts. Ralf Rinke stocherte die Scheibe beim 3:4 über die Linie und fünf Minuten später traf Steven Raabe für die Indians, weil Salvarani im Scorpions-Kasten zu spät reagierte. Dieses fünfte Indians-Tor schien Gold wert zu sein, denn in den Minuten vor dem Treffer hatten die Scorpions das Geschehen diktiert, waren dem  Ausgleich stellenweise sehr nahe gewesen.

Die Reaktion der Scorpions: Coach Dieter Reiß wechselte seinen guten, aber nervösen Keeper Enrico Salvarani gegen Ansgar Preuß und mit diesem kam die benötigte Ruhe ins Spiel der Gäste. Dazu Dieter Reiß: „Es ist nicht leicht, in dieser Situationen einen kalten Keeper ins Spiel zu bringen, aber Preuß hat die Aufgabe hervorragend gelöst.“ Ja, und dann begannen sie, die ominösen 180 Sekunden. Gleich der erste Angriff war erfolgreich. Ralf Rinke setzte sich mit einem generischen Spurt durch und überwand per Rückhand Lehr. Schock bei den Indians. Zwei Minuten später konnte sich Julian Airich durchsetzen, schoss für seinen neuen Verein das erste Tor und 30 Sekunden nach dem Ausgleich versuchte auch Danny Reiß mal sein Glück mit einem Schlenzschuss von der blauen Linie und er traf. Jetzt führten die Scorpions mit 6:5 und was machten die Gastgeber. Auch Indians-Coach Soccio wechselte seinen Keeper. Kristian Hufsky kam für den verunsicherten Lehr und konnte sich erst einmal über das 6:6 freuen, als Thore Weyrauch aus kürzester Entfernung einen Pass von Niddery über die Linie drückte. Sollten die Indians das Spiel wieder drehen können? Nein, denn wieder gelang den Gästen ein schneller Treffer, diesmal durch Sachar Blank und diesem siebten Gegentor konnten die Indians nichts entgegensetzen. Natürlich nahm Coach Soccio seinen Keeper Hufsky rechtzeitig vom Eis aber auch diese Möglichkeit verrann und schließlich setzte Marius Nägele mit dem 8:6 dem Ganzen die Krone auf, zumindest aus Mellendorfer Sicht.

Am Ende ein Erfolg der Scorpions, der äußerst glücklich zustande kam. Die Indians dagegen müssen aufpassen, dass sie in der Spur bleiben, denn der Ausfall von Bacek ist qualitativ kaum auszugleichen.

Tore: 1:0 (5:49) Pohanka (Pfennings/4-5), 1:1 (12:15) Garten (Pelletier, Strakhov/5-4), 1:2 (15:57) Schmid (Valeriansäure, Bombis/5-4),2:2 (17:28) Bosas, 3:2 (17:56) Bosas (Raabe), 4:2 (24:57) Bosas (Niddery, Weyrauch/5-4), 4:3 (31:48) Rinke (Bombis, Nägele), 5:3 (36:05) Raabe (Burns, Pohanka), 5:4 (40:15) Rinke (Bombis, Peleikis), 5:5 (42:41) Airich (Rinke), 5:6 (43:15) Reiß (Valery-Trabucco), 6:6 (44:50) Weyrauch (Niddery, Goller), 6:7 (47:25) Blank (Arnold, Koziol), 6:8 (59:25) Nägele (Rinke/ENG). Strafen: Indians 30, Scorpions 22 + 5 + Spieldauer (Patrick Schmid). Zuschauer: 4477.


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