Scorpions glücklicher 4:3-Sieger im DerbyDerby ging ins Penaltyschießen

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Es war ein Spiel, wie es spannender hätte nicht sein können. Hätte man behauptet, 1438 Zuschauer, darunter 200 aus dem benachbarten Kleefeld, wurden Zeuge, wie die Hannover Scorpions erst im Penaltyschießen glücklicher 4:3 (0:1, 1:1, 2:1, 1:0)-Sieger gegen die Hannover Indians wurden und trotzdem nicht am Nachbarn vorbei zogen, da beide Teams 78 Punkte haben mit einer Tordifferenz von 74, die Indians jedoch den besseren Sturm. Interessante Notiz am Rande: Erstmals ging eine Partie der beiden Kontrahenten ins Penaltyschießen. Und erstmals holte ein Team einen 0:2-Rückstand auf und gewann am Ende die Begegnung.

Die Mahlzeit war angerichtet. In der lokalen Presse wurde die letzte Begegnung vom Januar am Pferdeturm noch einmal ausgeleuchtet, die Trainer gab kurze Statements (Scorpions-Coach Lenny Soccio: „Wir wollen alle nur ein gutes Eishockeyspiel sehen“, Indians-Trainer Frederik Carroll: „Das ist doch klasse, dass sich zwei Teams aus einer Stadt gegenüberstehen, die auch noch Play-off-Chancen besitzen“), die Kassen wurden für die letzten 50 Karten noch einmal kurz geöffnet und dann konnte es los gehen.

Von Anfang an schienen wieder, wie beim ersten Spiel im November, die Indians den besseren Start zu haben. Die Scorpions kamen kaum vor das Tor des Gegners, als es schon 0:2 hätte fast heißen müssen. Bereits zu diesem Zeitpunkt schienen die Spieler die verbalen Nickligkeiten aus der Presse auf dem Eis umsetzen zu wollen. Grass (Indians) und Blank (Scorpions) tauschten sich aus und wanderten auf die Bank. Als Bacek ebenfalls runter musste, zeigten die Indians, dass sie auch das Vier gegen Drei gut beherrschen. Blueliner Dennis Schütt jagte die Scheibe, für Scorpions-Keeper Jimmy Hertel viel zu spät zu sehen, durch dessen Hosenträger und es stand 0:1. Diese Führung sollte den Indians gut tun, aber angestachelt wurden die Scorpions, die ihrem Namen alle Ehre machten. Sie verstärkten das physische Spiel und bekamen prompt mehrere Möglichkeiten. Das 1:1 auf dem Schläger hatte schließlich Florian Spelleken, der zweimal aus kurzer Entfernung, zum Glück für die Gäste, nicht gut genug zielte und verzog. Die Gäste mussten sich erst einmal an das neue Spiel gewöhnen, deckten allerdings relativ locker, was nach der Strafzeitenorgie der letzten hiesigen Begegnung verständlich war. Die Scorpions, auch angetrieben vom wieder genesenen Tomas Mery belagerten stellenweise das ECH-Tor, aber die jetzt umsichtiger spielenden Indians bekamen trotzdem durch Kontermöglichkeiten, die stellenweise leichtfertig vergeben wurden. Gradl und Arnold hatten das 0:2 auf dem Schläger, in beiden Fällen war Hertel der Sieger. Gegen Drittelende schienen dann wiederum die Gastgeber am Drücker, bevorzugt auch durch zwei Strafen gegen Hartmann hintereinander, erfolgreich waren sie nicht.

Nach durchwachsenen ersten Minuten im zweiten Spieldrittel mit einer Strafe für McGowan als mittleren Höhepunkt startete das Match richtig in der 27. Minute durch. Morczinietz und Lehmann leisteten sich eine unnötige Härte und als kurz darauf Schiedsrichter Mischa Apel auch noch Tomas Mery aus dem Verkehr nahm, hatten die Indianer wie im ersten Drittel ein 4:3-Überzahlspiel. Und wieder zeigten sich die Indians voll auf der Höhe und wieder nahm Dennis „Mr. Hammer“ Schütt maß und jagte die Scheibe aus etwa acht Metern in die Maschen. Im Gegensatz zum ersten Tor hatte diesmal Jimmy Hertel im Scorpions-Gehäuse keine Chance. Der Zwei-Tore-Vorsprung brachte Sicherheit und ließ die Indians sehr selbstbewusst auftreten. Die Scorpions sahen zwar optisch gleichstark aus, hatten aber letztendlich keine echte Möglichkeit. Das änderte sich, als sich Unkonzentriertheit in die Aktionen der Indians schlich. Eine davon sorgte schließlich für freie Bahn für Scorpions-Topscorer Andreas Morczinietz, der mit seinem 22. Saisontreffer in der 33. Minute wieder für Spannung sorgte, als er über die Fanghand von Boris Ackers traf. Endlich waren auch die heimischen Fans aufgewacht, die sich bis dahin überraschend zurückhaltend gezeigt hatten. Sie feuerten ihr Team an, das in der 38. Minute fast zum Ausgleich gekommen wäre, aber Indians-Keeper Ackers verhinderte mit einem „eingesprungenen Halbspagat“ gegen Mery den Verlust der Führung.

Diese wurde dann in der 45. Minute Realität, als Ackers nach einer unglücklichen Abwehr nicht rechtzeitig wieder auf die Beine kam und der von der Defensive sträflich übersehen Phil Hungerecker genauestens zielte. Logisch, dass die Scorpions das Spiel bestimmten, auf den Ausgleich drängten. Morczinietz, Lupzig und der nach seiner Verletzung überraschend präsente Mery hatten Möglichkeiten zur Führung. Die fiel dann auch folgerichtig, aber überraschend auf der Gegenseite. Werner Hartmann nahm nach einer Kombination mit Lehmann und McGowan Maß und lochte halbhoch ein. Das 2:3 entsprach zwar den Leistungen beider Teams, war aber auch mit einem Quäntchen Glück behaftet. Das zeigte sich dann besonders in der 56. Minute, als Ackers das 3:3 mit Spreizschritt gegen Blank verhinderte, war aber dann in der 58. Minute ohne Gegenwehr, als Stefan Goller am kurzen Eck dann doch noch die Indians-Defensive überraschte und ausgleichen konnte.

In der Verlängerung schien schnell die Entscheidung zu fallen. Nach einem Passfehler der Indians standen die Scorpions mit Drei gegen Eins, aber Morczinietz verpasste das Tor, als er zu eigensinnig nicht die besser stehenden Nebenleute bediente, sondern selbst den Abschluss suchte. Auf der Gegenseite hatte Duris die Riesenchance nach einem grandiosen Alleingang, scheiterte aber an Hertel. Noch leichter, ganze 15 Sekunden später hatte es Lehmann auf der Schaufel aber er verpasste ebenfalls knapp. Am Ende des Krimis hatte dann noch Morczinietz die Riesenmöglichkeit, aber Ackers verhinderte mit dem Helm den Rückstand.

Im Penaltyschießen war nach zehn Schützen nicht klar, ob die Schützen besonders starke Nerven haben oder die Torhüter keine Kraft. Sechs Tore waren gefallen, eine starke Quote für die Schützen und in der siebten Runde, praktisch auch hier die Verlängerung, fiel die Entscheidung, als Andreas Morczinietz sich besser in Szene setzte und auf der Gegenseite Dennis Schütt am linken Pfosten scheiterte.

Indians-Coach Fred Carroll: „Wir haben ein tolles Spiel gesehen. Zwei Teams auf Augenhöhe. Wir hätten gewinnen können und sind schon traurig, dass es nicht geklappt hat.“

Scorpions-Coach Lenny Soccio: „Es war ein super Spiel mit einer super Atmosphäre. Die Indians waren der erwartet starke Gegner. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die nie aufgegeben hat.“

Tore: 0:1 (5:10) Dennis Schütt (Lehmann, McGowan/4-3), 0:2 (26:46) Dennis Schütt (Gerartz, Finkel/4-3), 1:2 (32:11) Andreas Morczinietz (Spelleken, Bacek), 2:2 (44:14) Phil Hungerecker (Bacek, Morczinietz), 2:3 (48:58) Werner Hartmann (McGowan, Lehmann), 3:3 (57:30) Stefan Goller (Koziol, Hemmes), 4:3 (65:00) Andreas Morcznietz (entscheidender Penalty). Strafen: Hannover Scorpions 14, Hannover Indians 22. Zuschauer: 1.438 (ausverkauft).

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