Scorpions besiegen erstmals die IndiansStadtduell endet remis

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Damit haben sich die Scorpions sogar noch die Chance gewahrt, mit einem Erfolg am Donnerstag in Erfurt Platz vier zu erklimmen, da der punktgleiche Konkurrent Moskitos Essen in Halle eine noch steilere Klippe zu umschiffen hat. Die Hannover Indians dagegen müssen aufpassen, dass ihnen ihr sechster Platz nicht von Herne oder Halle noch weggenommen wird. Ein Sieg gegen die Crocos aus Hamburg ist somit Pflicht. Sollte dies nach regulärer Spielzeit gelingen, und Essen und die Scorpions verlieren, könnte sogar noch ein Sprung nach vorne drin sein. Für Motivation am letzten Spieltag der Vorrunde ist also gesorgt.

4608 Zuschauer am 22. Dezember, 3300 am zweiten Weihnachtstag. Zwei ausverkaufte Häuser mit zusammen fast 8000 begeisterten Fans. Einen besseren Beweis für die Attraktivität der Sportart Eishockey in der Region Hannover wird man kaum finden, zumal die, von der Werbeindustrie immer so wichtig formulierten Zielgruppen, d.h. von 15 bis 80 Jahre mit einem hohem Anteil weiblicher Zuschauer, hier zu finden sind.

Obwohl die Kassenhäuschen erstmals in dieser Saison nicht geöffnet wurden, brauchten die Zuschauer eine Menge Geduld, bis sie die Sicherheitsüberprüfungen am Eingang überwunden hatten. Das Spiel begann prompt eine Viertelstunde später und trotzdem hatte noch nicht jeder seinen Platz gefunden und so mancher wird das schnelle 1:0 von Michael Budd nicht gesehen haben. Dieser nutzte eine Unsicherheit in der Indians-Defensive clever aus und setzte die Scheibe über den am Boden liegenden Albrecht ins Netz. Das Stadion tobte und die Indians musste sich nach diesem Schock erst einmal finden. Das taten sie recht schnell und übernahmen nach etwa zehn Minuten die optische Führung. Sie waren technisch besser, hatten den besseren Spielaufbau und setzten die Gastgeber massiv unter Druck. Uusivirta, Arnold und Pohanka hatten gute Torchancen aber die Scorpions-Defensive mit einem wieder prächtig spielenden Linda zeigte sich immer wieder auf der Höhe. Es schien teilweise, als wenn sich die Scorpions auf die Künste ihres Keepers verlassen würden, was schließlich bestraft wurde. Im Powerplay konnte Andreas Morczinietz die Scheibe ins Tor stochern. Ein Arbeitstor, glücklich aber nicht unverdient. Als Lilik drei Minuten später einen Knaller von der Blauen los ließ und Fröhlich erfolgreich seine Kelle in die Flugbahn hielt, war es in der Halle, von den Indians-Fans abgesehen, sehr ruhig. 5:13 Torschüsse und zum Glück nur 1:2. Die Frage lautete: Geht es jetzt so weiter und die Indians ziehen davon oder kommen die Scorpions zurück?

Ja, sie kamen zurück. Aber nicht vehement, sondern sehr vorsichtig. Fast schon ein bisschen ängstlich begannen sie das zweite Drittel, versuchten Fehler zu vermeiden und brachten damit bereits die Indians aus der Fahrspur. Diese spielten bei ihrem Tempo nicht präzise genug, dazu kamen etliche Stockfehler und auch die hochkarätigen Torchancen wollten sich nicht mehr einstellen. Langsam fanden die Scorpions zurück ins Spiel und vielleicht war auch die kleine Rangelei, ausgehend von Scorpions-Topscorer Patrick Schmid, der bereits beim ersten Spiel durch permanentes provozieren aufgefallen war, ein Teil des taktischen Spielchens. Ab der 30. Minute jedenfalls drehte sich das Geschehen eindeutig in Richtung Indians-Tor. Innerhalb kürzester Zeit scheiterten erst Niddery und Spelleken und schließlich traf Strakhov per kurioser Bogenlampe ins Tor. Wie üblich starteten die Scorpions jetzt überfallartig und das 3:2 musste einfach fallen, aber das Wie war wiederum kaum glaubhaft. Die Indians machten einen Wechselfehler und auf einmal standen zwei Scorpions alleine vor Albrecht und einer von ihnen, Sean Fischer, war natürlich erfolgreich. Als kurz darauf Lilik vom Eis musste, befürchteten die Gästefans Schlimmes, aber die Indians konnten ein weiteres Gegentor überstehen und in der letzten Minute brachten sie sogar den Ausgleich zustande. Pohl fand den direkt vor Linda stehenden Schwab und dieser lupfte die Scheibe unter die Latte.

Es schien, als hätte sich ECH-Coach Soccio in der zweiten Pause besonders zur Brust genommen. Quirlig begannen sie das dritte Drittel und drängten die Scorpions zu deren Überraschung in ihre Hälfte zurück, allerdings ohne Erfolg. Einer der Gründe, warum häufig ein Pass zu viel gespielt wurde, war wohl auch zwischen den Scorpions-Pfosten zu finden. Linda sollte ausgespielt werden, da er im direkten Zweikampf immer die Oberhand behielt und das ging schief. Dazu kosteten zwei Penaltykillings, direkt hintereinander, viel Kraft und exakt eine Sekunde nach Ablauf des zweiten Unterzahlspieles schlug es im Tor von ECH-Keeper Albrecht ein. Björn Bombis hatte aus diagonaler Position getroffen. Zu diesem Zeitpunkt glücklich für die Gastgeber und sehr unglücklich für die Indians, die nun alles nach vorne warfen, durchaus Druck aufbauten aber diesen nicht verwerten konnten. Im Finish musste ECH-Headcoach Soccio schließlich mit der Herausnahme von Keeper Albrecht seine letzte Option ziehen aber sie ging nach hinten los. Patrick Schmid erhielt die Scheibe und jagte sich über das ganze Feld ins leere Gästetor.

Tore: 1:0 (1:07) Budd, 1:1 (14:54) Pohl, 1:2 (18:33) Fröhlich (Turnwald/5-4), 2:2 (30:14) Strakhov (Fischer, Spelleken), 3:2 (35:01) Fischer (Budd, Strakhov), 3:3 (39:35) Schwab (Pohl, Uusivirta), 4:3 (49:27) Bombis (Schütt, Schmid), 5:3 (59:21) Schmid (Niddery, Bombis/ENG).  Strafen: Hannover Scorpions 14, Hannover Indians 12. Zuschauer: 3300.

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