Preussen Berlin nach erstem Wochenende auf Platz drei4:2-Erfolg bei den Hannover Scorpions

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Das Ergebnis war knapp, das Niveau dürftig. Beide Teams wollten unter allen Umständen eine Niederlage vermeiden, spielten übervorsichtig, standen hinten relativ sicher und vorne war der Zufall bei beiden der beste Stürmer. Preussen-Coach Soccio: „Ich habe ein gutes Spiel gesehen, vor allem von meiner Mannschaft.“

Dabei hätte es schnell 1:0 für die Scorpions heißen können, denn Blank tauchte bereits nach 50 Sekunden vor Preussen-Zerberus Hoffmann auf aber der Winkel war zu spitz. Danach war erst einmal Ruhe angesagt. Torchancen waren rar, man bekämpfte sich vornehmlich im Mitteldrittel. Als dann der beste Scorpion, Blank, das 1:0 mit gütiger Mithilfe von Hoffmann bei Unterzahl im Preussen-Tor erzielen durfte, da glaubte man, dass nun der Knoten geplatzt sei, aber genau das Gegenteil war der Fall. Die Scorpions, die viele unnötige Fouls begingen, kassierten prompt in einem weiteren Unterzahlspiel von Preussens Neuzugang von Lijden das 1:1 und ab jetzt regierte nur noch der Zufall. Bei beiden Vertretungen.

Im zweiten Drittel ging das Leiden für die Zuschauer weiter. Spannend wurde es in der 25. Minute, als die Scorpione Goller und Dreschmann auf die Bank mussten und die Preussen 120 Sekunden doppeltes Überzahlspiel üben durften. Erkenntnis für die Trainer: Die Scorpions verhinderten mit gutem Stellungsspiel und ein bisschen Glück das zu erwartende Gegentor, die Preussen stellen sich extrem harmlos an und man fragte sich als Zuschauer ungewollt, wie diese Mannschaft am Freitag gegen den Topfavoriten der Liga, Duisburg, gewinnen konnte.

Vielleicht hätten die Langenhagener sich ja von diesem kleinen Zwischenerfolg motivieren  können, aber nach einer fünfminütigen, fairen Pause, ging das permanente Unterzahlspiel weiter und es war folgerichtig, dass es irgendwann 1:2 stehen musste. Der Schwede Michael Raynee, aus der dritten schwedischen Liga aus Äker zu den Preussen gestoßen, spritzte mehr zufällig in einen als Aufbaupass gedachten Spielzug und verlud den, neben Blank besten Scorpion, Mathis im heimischen Kasten. Wer jetzt einen Sturmlauf der Scorpions im Abschlussdrittel erwartet hatte, lag falsch. Das lag auch daran, dass die Strafzeitenorgie weiter ging, obwohl Scorpions-Neuzugang de Coste bei seinem Blueliner-ersuch in der 42. Minute nur ganz knapp an Hoffmann scheiterte. Bei seinem zweiten, diesmal erfolgreichen Versuch in der 47. Minute, diesmal musste der Berliner Holzmann auf der Strafbank schmoren, jubelte de Coste, als wäre ihm der Siegtreffer gelungen. Sollte nun endlich der Favorit ins Rollen kommen? Wieder machten sich die Jungs von Tomas Martinec das Leben selbst schwer. Nicht nur, dass sie schon vorher bei dem permanenten Angriffsversuchen viel Kraft verloren hatten, sie leisteten sich in der 52. Minute wieder ein doppeltes Unterzahlspiel, als Suchomer und Goller sich nicht sehr geschickt anstellten. Zum Glück war auf die Defensive Verlass. Robin Thomson organisierte gut die Defensive und Keeper  Mathis stand fast wie eine Eins, ansonsten wäre die Entscheidung schon früher gefallen. Die Preussen zeigten dann auch prompt bei diesen weiteren sechzig Sekunden, zuvor hatte es ja schon mal 120 gegeben, recht einfallslos (Soccio: „Auch wenn das 5-gegen-3 nicht funktioniert hat, wir haben im Powerplay drei Tore geschossen und damit bin ich sehr zufrieden“) und erst sieben Sekunden, bevor die Strafe für Goller ablief, gelang Max Janke das 2:3. Nach der Spielstatistik  durchaus verdient aber noch war die Partie ja nicht zu Ende. Und dann kam die 57. Minute. Prytikin stoppte in letzter Sekunde Schaludek und der nicht immer sichere, er hatte allerdings auch einen schweren Stand, Schiedsrichter Razvan Gavrilas verhängt regelkonform einen Penalty für die Scorpions. DeCoste trat an – und vergab. Nun sollte noch das letzte Mittel helfen, die Herausnahme des Keepers, aber die Scorpions schafften es nicht, bei 6-gegen-4 (Stocker musste auf die Bank) ein ordentliches Powerplay aufzubauen Und so kam was kommen musste, der Berliner Veit Holzmann machte mit seinem Empty-Netter den Sack endgültig zu.

Preussen-Trainer Lenny Soccio: „Es war schön, in alter Umgebung zu spielen und erfolgreich zu sein. Wenn mir einer vor dem Wochenende gesagt hätte, dass wir aus diesem mit fünf Punkten herausgehen würden, hätte ich vermutlich nur gelacht. Jetzt wollen wir diesen Zustand erst einmal genießen.“

Scorpions-Trainer Tomas Martinec: „Die Niederlage kann einem nicht gefallen. Wir haben viele Strafzeiten erhalten und daran müssen wir arbeiten. Die Saison ist jung, ebenso die Mannschaft. Wir lassen uns nicht nervös machen.“

Tore: 1:0 (07:20) Sachar Blank (Koziol, Lupzig/5-4), 1:1 (10:45) Julian van Lijden (Raynee, Seemann/5-4), 1:2 (35:12) Michael Raynee (5-4), 2:2 (46:53) Kyle de Coste (Koziol, Thomson/5-4), 2:3 (54:22) Max Janke  (Ludwig/5-4), 2:4 (59:27) Veit Holzmann (Rabbani/4-6; ENG). Strafen: Hannover Scorpions 26 + 10 Disziplinarstrafe (Schaludek, Suchomer), Preussen Berlin: 16 + 10 (van Lijden, Holzmann). Zuschauer: 1014.


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