Pferdeturm bleibt weiterhin für die Scorpions uneinnehmbarHannover Indians gewinnen das Derby

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Am Ende gab es wieder nur einen Punkt und Scorpions-Trainer Dieter Reiß war sich nicht sicher, ob er sich darüber freuen oder ärgern sollte. Zwar war das Spiel diesmal, im Gegensatz zum ersten Treffen in der Vorweihnachtszeit nicht ausverkauft, aber die Zahl der Zuschauer, es waren genau 4195, kann sich innerhalb der Oberliga-Gemeinde durchaus sehen lassen. Dazu die Bullyzeit von 14.30 Uhr, die es vor allem auch Kinder ermöglichen sollte, zusammen mit ihren Eltern das Spiel besuchen zu können, was auch von vielen „Fans der Zukunft“ genutzt wurde.

Bereits der Start hatte es in sich. Die Scorpions begannen mit starkem Pressing, gingen stellenweise mit zwei Stürmern auf die gegnerischen Verteidiger und wollten von Anfang an die Indians unter Druck setzen. Das klappte auch ganz ordentlich, Niddery hätte die Führung erzielen müssen, allerdings auf der Gegenseite auch Bacek und Pohanka, die bei Kontern knapp scheiterten. In der siebten Minute dann das etwas überraschende 1:0. Pfennings und Bacek brachen eine Bresche in die linke Verteidigungshälfte der Scorpions, die Scheibe kam zum völlig freistehenden Pohanka und der hatte keine Mühe die erlösenden Führung zu erzielen. Die Reaktion war leichte Panik bei den Gästen. Neuzugang Gibbons leistete sich eine Strafe und prompt trafen die Indians zum zweiten Mal. Hein prüfte Müller, dieser konnte nur abprallen und Lukas Valasek stand goldrichtig und traf. Das Stadion tobte und die Gäste mussten sich erst einmal mächtig durchschütteln, beantworteten die nächsten Angriffe mit erhöhtem physischen Einsatz der nicht immer regelkonform war. Die Indians dagegen schienen mit dem 2:0 erst einmal zufrieden anstatt nachzulegen, obwohl Chancen da waren. Die Größte davon hatte Pfennings aber Müller rechtfertigte seinen Einsatz mit einem Topsave. Ein 3:0 wäre eine echte Vorentscheidung gewesen.

Mit diesem Schwung machten die Indians zunächst im zweiten Drittel weiter, ohne echte Chancen zu kreieren. Dafür kam richtig Stimmung in der 23. Minute auf mit einer etwas kuriosen Regelauslegung von Schiedsrichter Razan Gavrilas. Indians-Stürmer Lilik checkte Marek an die Bande, bekam dafür folgerichtige zwei Strafminuten. Nur wenige Sekunden nach dem Check rauschte Pape heran und prügelte, ohne Handschuhe, wie von Sinnen auf Lilik ein, der sich natürlich wehrte. Gavrilas gab für Lilik dreimal zwei Strafminuten, für Pape 2+2+10, anstatt einer folgerichtigen Fünfer. Damit durften die Scorpions mit einem Powerplay weiter auf Aufholjagd gehen mit dem indirekten Zeichen, dass ihre Provokationen straflos bleiben könnten. Vier Strafen kassierten die Indians danach fast hintereinander und beim letzten Unterzahlspiel war es dann geschehen. Dem 1:2 von Björn Bombis (30.) folgte schließlich der Ausgleich von Brian Gibbons. Dass die Indians noch im Sturm vorhanden sind, zeigten sie nach dem Ausgleich. Unbeeindruckt versuchten sie wieder das Heft des Handelns an sich zu nehmen und hatten auch einmal Glück. Verteidiger-Ass Lasse Uusivirta ließ einen Schuss von der blauen Linie aus und überwand zur Überraschung aller den bis dahin durchaus guten Lukas Müller im Gästetor.

Auch im dritten Drittel begannen die Indians zunächst mit viel Druck, den aber die Scorpions gut wegsteckten. Besonders Pfennings hatte in der 46. Minute eine Topmöglichkeit, scheiterte an einem exzellent reagierenden Müller. Wie schnell ein Tor aus dem Nichts fallen kann, zeigte die 51. Minute. Die Indians bekamen die Scheibe nicht aus ihrem Verteidigungsdrittel und Pape, eigentlich mehr der Mann für das Grobe, beeindruckte mit einer technischen Finesse, als er per Rückhand alle gegnerischen Verteidiger düpierte und zum 3:3 ausglich. Jetzt war allen klar: Wer das nächste Tor schießt, gewinnt. Diese Frage schien in der 54. Minute von den Indians beantwortet, als Tramm und Bacek sich an der Bande hinter dem Scorpions-Tor durchsetzten, Pfennings bedienten und der jagte den Puck mit Vehemenz an Müller vorbei zum 4:3 ins Netz. Aber das Tor fiel wohl zu früh, denn die Scorpions zeigten Moral, bekamen noch einmal ein Powerplay zugesprochen und nutzten auch dieses zum 4:4 durch Brian Gibbons (57.).

In der Verlängerung zeigten beide Mannschaften ungeheuren Respekt voreinander, belauerten sich wie die berühmte Schlange das Kaninchen und kamen trotzdem zu Möglichkeiten, die jedoch alle von den beiden Keepern Müller (Scorpions) und Albrecht (Indians) zunichte gemacht wurden. Im anschließenden Penaltyschiessen zeigten die Indians, im Gegensatz zu früheren Jahren, wieder Abschlussstärke, während die Scorpionsstürmer Lehmann und Gibbons versagten.

Tore: 1:0 (6:27) Pohanka (Pfennings, Bacek), 2:0 (8:38) Valasek (Hein, Tramm/5-4), 2:1 (29:20) Bombis (Niddery, Lehmann/5-4), 2:2 (36:38) Gibbons (Fischer), 3:2 (37:23) Uusivirta (Bacek, Pfennings), 3:3 (50:12) Pape (Marek, Spelleken), 4:3 (53:38) Pfennings (Bacek, Tramm), 4:4 (57:00) Gibbons (Lehmann, Niddery/5-4), 5:4 (65:00) Schwab (entscheidender Penalty). Strafen: Hannover Indians 16, Hannover Scorpions 14 + 10 (Pape). Zuschauer: 4195.

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