Oberliga Nord: Underdogs ärgerten die FavoritenHamm fehlen drei Sekunden zur Überraschung

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Die Hammer Eisbären sorgten auch ohne Punktgewinn für eine Überraschung, denn nur drei Sekunden fehlten, um in Mellendorf die Scorpions in die Verlängerung zu zwingen. Auch die Krefelder puschten die Kreisläufe der Tilburger und mit etwas Glück hätten auch sie wenigstens einen Punkt mitnehmen können. Die Erfurter zeigten sich auch gegen die Indians in formidabler Form und sie festigten ihren vierten Tabellenplatz, während die Indians langsam um ihren siebten Platz gegen Leipzig zittern müssen. Und ausgerechnet diese beiden Teams treffen am Dienstag am Pferdeturm aufeinander. Platz neun scheint mittlerweile fest an Diez-Limburg vergeben, so dass es im Augenblick für drei Teams (Herford, Rostock und Krefeld) um Platz zehn geht. Für alle Rechner: Alle Teams haben mehr als die geforderten 67 Prozent der geforderten Spiele absolviert, so dass an dieser Stelle keiner Angst um die Play-off-Teilnahme haben muss.

Hannover Scorpions – Hammer Eisbären 5:4 (1:2, 1:0, 3:2)

Das war schlicht Glück pur für den unangefochtenen Tabellenführer. Der Antipode der Scorpions, der Letzte der Tabelle aus Hamm, zeigte vermutlich taktisch seines bestes Saisonspiel, überzeugte kämpferisch sowieso und hatte den Tabellenersten am Haken, konnte aber die Beute nicht über die Ziellinie hieven und am Ende gab es in Form des fünften Gegentores auch noch eine unmoralische Strafe. Begonnen hatte der Abend mit der üblichen schnellen Scorpions-Führung. Roman Pfennings überwand bereits nach 96 Sekunden Hamms Keeper Sebastian May, der im Laufe des Abends trotz der Gegentore zum Helden seiner Mannschaft avancierte. Der Held auf der anderen Seite war der Finne Tomi Wilenius, der an allen fünf Toren seiner Mannschaft beteiligt war, jeweils als Assistgeber und heute das Scorpions-Herz darstellte. Die Hammer antworteten noch im ersten Drittel mit zwei Toren, erzielt von Andreas Valdix (13.) und Michal Spacek (17.). Im zweiten Drittel blieben die Gäste ihrer Linie treu, waren in der Defensive giftig und wurden erst in der 38. Minute bezwungen, als Scorpions-Defender Andy Reiß erfolgreich war. Als Patrick Schmid (48.) das 3:2 erzielt hatte, glaubte jeder, dass jetzt die Gäste zusammenbrechen würden, aber das Gegenteil war der Fall. Die Westfalen glichen sofort durch Kevin Thau (49.) aus und der gleiche Spieler sorgte sogar für die Hammer 4:3 Führung in der 54. Minute. Jetzt lief dem Tabellenführer die Zeit weg, ehe die ominöse letzte Spielminute anbrach. Zunächst bedient Wilenius Christoph Koziol (60.), der ausglich und drei Sekunden vor Spielende bezwang Jan Pietsch (60.) den bedauernswerten May zum 5:4-Endstand.

Black Dragons Erfurt – Hannover Indians 4:1 (2:0, 1:1, 1:0)

Ein verdienter Erfolg der schwarzen Drachen, die vor allem in Überzahl deutlich effizienter agierten und mit ihrer Powerplayquote von 50 Prozent dieses Duell klar gewannen (Indians: 12,5 Prozent) und damit den Grundstein für die drei Punkte legten. Den Auftakt machte Reto Schüpping mit seinem 15. Saisontor zur 1:0-Führung der Erfurter. Kevin Beach bestrafte eine Unaufmerksamkeit in der Indianer-Defensive vier Sekunden vor der ersten Sirene mit dem 2:0, wobei dieses Tor das erste Powerplay-Tor des Abends war. Enzo Herrschaft (22.) traf früh im zweiten Abschnitt zum 3:0 und weil die Indians, die neben Burns auch auf Kapitän Pohanka verzichten mussten, sich in der Offensive nicht gerade auszeichneten, war dies schon die Vorentscheidung. Immerhin gelang den Gästen durch den agilen Thore Weyrauch (29.) in Überzahl das Ehrentor zum 1:3. Kevin Beach war es schließlich vergönnt, mit dem zweiten Überzahltor des Tages für die endgültige Entscheidung zu sorgen.

Rostock Piranhas – EG Diez-Limburg 2:5 (1:3, 0:2, 1:0)

Ein verdienter Erfolg der Gäste, die mal wieder, auf ihren Stammtorhüter Jan Guryca bauen konnten, sich taktisch clever verhielten und im Abschluss deutlich stärker waren als die bemühten Gastgeber. Der Torreigen wurde eröffnet von Philip Halbauer (1.), der den ersten Angriff seiner Mannschaft bereits im Tor von Rostocks Torhüter Nils Velm versenkte. Immerhin brauchten die Rostocker nur sechs Minuten, dann glich Matthew Pistilli aus. Dominik Patocka (10.) brachte die EGDL wieder in Führung und Mark Zajic (12.) erhöhte schnell auf 3:1. Im zweiten Drittel hatten die Diezer etwas mehr vom Spiel und das zeigte sich auch im Ergebnis, denn nach vierzig Minuten führten sie sogar mit 5:1. Tim Marek (27.) und Thomas Matheson (35.) waren die Torschützen. In den letzten zwanzig Minuten versuchten die Rostocker wenigstens eine Ergebniskosmetik und als keiner mehr damit rechnete, gelang dem besten Piranha, dem Kanadier Matthew Pistilli immerhin sein zweites Tagestor zum 2:5-Endstand aus Rostocker Sicht.

Tilburg Trappers – Krefelder EV U23 4:2 (0:0, 2:0, 2:2)

Ein am Ende verdienter Erfolg des Favoriten, der mit dem Underdog jedoch mehr zu kämpfen hatte als ihm lieb war. Entscheidend war bei gleichen Spielanteilen, dass die Tilburger in Überzahl am Ende etwas besser dastanden mit 67:33 Prozent. In den ersten zwanzig Minuten hielten die jungen Krefelder das 0:0 und erst in der 23. Minute brachte Reno de Hondt seine Farben in Führung. Der gleiche Spieler traf in der 33. Minute zum 2:0. Michael Fomin (45.) brachte die Krefelder auf 1:2 heran, aber Diego Hofland (49.) lenkte das Trappers-Schiff wieder auf Siegeskurs. Leon Fern (54.) kurbelte die Spielspannung wieder hoch und erst ein weiteres Überzahltor der Niederländer in der letzten Spielminute durch Andrei Loginov tütete die drei Punkte für die Trappers endgültig ein.

Ausgefallen: Herner EV – Crocodiles Hamburg, Saale Bulls Halle – Herforder EV.


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