Neuwied gewinnt souverän in BerlinBären schlagen die Preussen in eigener Halle mit 8:3

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Die personellen Hiobsbotschaften rissen für Craig Streu bis zur Abfahrt des Busses am frühen Freitagmorgen nicht ab. Stammkeeper Björn Linda musste mit Grippe passen, für ihn rückte Marvin Haedelt zwischen die Pfosten. Einen Torhüter-Ersatz – wie im Eishockey eigentlich üblich – hatte der Trainer jedoch nicht mit an Bord, weil Felix Köllejan an diesem Wochenende mit den Kölner Junghaien in Bayern gefordert ist. Verzichten musste Streu zudem auf die Stammkräfte Josh Rabbani und Jens Hergt sowie auf die Förderlizenzspieler Dominik Lascheit, Maximilian Spöttel, Deion Müller, Garret Pruden, Dennis Wengrzik und Maurice Keil. Dass die Neuwieder in Berlin dennoch zwei Spieler mehr aufbieten konnten (17) als die Gastgeber, spricht für die Tiefe des Kaders.

Dennoch brauchten die Bären ein ganzes Drittel, um in diese Partie zu finden. Die lange Anfahrt steckte dem EHC spürbar in den Knochen, allzu viel wollte noch nicht zusammenlaufen. Im Gegenteil: In der einzigen Überzahlsituation der ersten 20 Minuten traf ausgerechnet Berlin mit einem Konter: Donatas Kumeliauskas brachte die Preussen in Führung (12.). Mit diesem Rückstand ging es ein erstes Mal in die Pause.

Im zweiten Abschnitt waren die Neuwieder dann umso schneller bei der Sache: Schon nach 71 Sekunden glich Brian Gibbons zum 1:1 aus (22.), nur 32 Sekunden später besorgte Janne Kujala die erste Führung an diesem Abend (22.). Der EHC hatte die Berliner nach der Pause auf dem falschen Fuß erwischt - und legte eiskalt nach. Max Wasser (23.), Moritz Schug (25.), Thomas Ziolkowski (28.) und erneut Kapitän Brian Gibbons (31.) schossen eine vorentscheidende 6:1-Führung heraus. 6 Tore in 10 Minuten - das schwache erste Drittel war schnell vergessen. Daran änderte auch das 2:6 der Gastgeber durch Sebastian Pritykin (40.) nichts. Zu diesem Zeitpunkt konnte US-Boy Josh Myers schon nicht mehr mitspielen. Der Topscorer war unter der Woche krank und noch spürbar angeschlagen, weshalb Streu schon früh in der Partie auf ihn verzichtete, um den Stürmer für das wichtige Heimspiel am Sonntag gegen Hannover (19 Uhr) zu schonen.

Im letzten Drittel versuchten die Neuwieder, aus allen kritischen Situationen fernzubleiben, um keine Verletzungen zu riskieren. „Da war der Frust bei Berlin durchaus spürbar und man musste aufpassen, dass die Partie nicht noch zu ruppig wird“, sagte EHC-Trainer Craig Streu. Felix Köbele (41.) und Dreifach-Torschütze Gibbons (46.) erhöhten auf 8:2, Berlins Nico Jentzsch (56.) konnte nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Mit einem 8:3-Sieg im Gepäck traten die Bären die lange Heimreise aus Berlin an.

„Im ersten Drittel waren wir einfach nicht bereit“, sagte Streu. „Die lange Anfahrt darf keine Ausrede sein, auch nicht die Tatsache, dass wir viel zu früh da waren.“ Dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn standen die Neuwieder bereits vor der Halle. „Die Jungs haben gebraucht, um in den Rhythmus zu finden. Das erste Drittel war nicht schön. Da haben die Beine komplett gefehlt. Mit Beginn des zweiten Drittels haben wir dann aber Geschwindigkeit aufgenommen. Von dem Zeitpunkt an war es ein sehr gutes Spiel mit sehr schönen Toren. Brian Gibbons war heute sehr stark, auch Marvin Haedelt hat seinen Job im Tor gut gemacht. Und auch die dritte Reihe hat sehr schöne Kombinationen gezeigt und zwei Tore gemacht. Jetzt müssen wir diesen Schwung mitnehmen ins nächste Heimspiel.“ Am Sonntag wollen die Neuwieder den Abstand auf den sechsten Tabellenplatz weiter verkürzen - dann im direkten Duell mit dem derzeitigen Tabellensechsten Hannover Scorpions.

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