Neuanfang als Nummer-1-GoalieMax Englbrecht

Gleicher Club, neue Liga: Max Englbrecht spielt künftig für die Hannover Scorpions in der Oberliga Nord. (Foto: Roland Schicho - www.stock4press.de)Gleicher Club, neue Liga: Max Englbrecht spielt künftig für die Hannover Scorpions in der Oberliga Nord. (Foto: Roland Schicho - www.stock4press.de)
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Neben dem normalen Sommertraining hat er auch zweimal die Woche ein spezielles Torwarttraining absolviert. Die meiste Zeit verbrachte der 23-Jährige in Landshut. „Ende April war ich aber auch mit meinem Dad in Amerika, um ein paar NHL-Spiele anzusehen.“ Doch demnächst beginnt wieder der Sportlerernst: „Am Freitag fahre ich nach Hannover und am Samstag geht’s dann los.“

Den Schritt nach Hannover hatte er vor der Saison 2012/13 auch deshalb gemacht, weil der sich dort mehr DEL-Einsätze erhoffte. Am Ende ging dieser Plan nicht auf. „Zufrieden war ich mit der letzten Saison nicht, weil ich nur zwei Spiele hatte. Ein Ganzes in Mannheim und in Köln bin ich nach acht Minuten eingewechselt worden. Beide Spiele sind eigentlich gut gelaufen. Aber durch den Lockout ist dann Thomas Greiss bei uns gewesen. Ich glaube, er hat die Spiele bekommen, die für mich vorgesehen waren. Der Plan vor der Saison war ein anderer, aber ich habe den Kopf nicht hängen lassen. Auch Dimitri Pätzold hat mir gut geholfen. Ich habe einfach weiter hart an mir gearbeitet. Als ich in Mannheim dann im Tor stand, haben wir zwar 1:4 verloren, aber für die 53 Schüsse, die ich bekommen habe, ist es eigentlich ganz gut gelaufen.“

Nach der Saison verkauften die Scorpions ihre Lizenz in Richtung Schwenningen. Für viele Spieler sicher keine einfache Situation. „Herr Stichnoth hat uns irgendwann mal angerufen und uns gesagt, dass es mit der Lizenz wahrscheinlich nichts mehr wird. Danach ging es eigentlich ziemlich schnell. Ab dem Anruf habe ich das dann übers Internet verfolgt, über den Weg habe ich das dann alles mitbekommen.“ Und trotz der enttäuschenden Saison und der Entwicklung im Club geht er auch in der kommenden Saison für die Niedersachsen aufs Eis. „Ich bin ein junger Torhüter. Es ist immer schwer, in der DEL eine Chance und Spiele zu bekommen. Ich will jetzt endlich mal eine Saison durchspielen und mich beweisen. In Straubing war es eigentlich super. Über Regensburg hatte ich 25 Spiele und als ich für Straubing in Augsburg eingewechselt wurde, hatte ich die Spielerfahrung aus Regensburg. Das Spiel ist dann, glaube ich, super gelaufen. Ich glaube, das wichtigste für einen jungen Torhüter ist, dass er viel spielt.“

In die anstehende Oberligasaison geht Englbrecht als klare Nummer 1 „Ja. Raphael Leibfried ist Backup. Er wird aber sicher ein paar Spiele bekommen. Letzten Endes liegt es aber an mir und meiner Leistung. Die will und muss ich jedes Spiel zeigen. Man darf die Oberliga nicht unterschätzen und auf die leichte Schulter nehmen. Die Liga ist für einen Torhüter auch schwer zu spielen, man muss 100-prozentig fit und bereit sein.“ Kennengelernt haben sich die beiden Hannoveraner Keeper vergangene Woche beim GDI-Trainingslager von Benedikt Weichert in Garmisch. „Da waren zum Beispiel auch Dimitri Pätzold oder Sebastian Vogl und ein paar andere DEL-Torhüter. Raphael war zwar in der anderen Trainingsgruppe, aber wir haben uns etwas unterhalten können. Er ist ein netter,  sympathischer Kerl. Ich denke, wir werden gut miteinander auskommen.“

Insgesamt will man in Hannover oben mitspielen. Denn neben Englbrecht sind auch die DEL-erfahrenen Janzen-Brüder Alexander und Sergej sowie Andreas Morczinietz und Brent Griffin in der Mannschaft geblieben. „Neben den Erfahrenen haben wir eine junge und hungrige Mannschaft und wollen dieses Jahr viel erreichen und eventuell in die 2. Liga aufsteigen. Zudem sind Leute wie ‚Morczi‘ sicher auch ein Vorbild für die Jungen. Diese Leute werden die Mannschaft führen und den Jungen Tipps geben. Insgesamt, denke ich, haben wir gute Chancen. Aber zum Beispiel hat auch die Oberliga Süd sehr gute Mannschaften und im Westen sind wie immer Duisburg, Kassel und Frankfurt sehr gut.“

Mit Max Englbrecht (Landshut), Max Hüsken (Bad Tölz), Andreas Morczinietz (Wolfratshausen),   Christian Neuert (Regensburg) und Max Schaludek (Straubing) stehen aktuell fünf gebürtige Bayern im Kader der Niedersachsen. „Letztes Jahr hatte die Mannschaft eher einen russischen Touch, daher finde ich es ganz gut, dass die Mannschaft dieses Jahr eher bayrisch angehaucht ist. Es ist schön, mit ein paar Jungs aus derselben Ecke spielen zu können. Max Schaludek kenne ich aus Landshut und mit Christian Neuert habe ich schon kurz in Passau zusammengespielt.“

Der Ligawechsel bedeutet auch einen Stadionwechsel. Von der TUI-Arena geht es in die Eishalle Langenhagen, dem ehemaligen Lenny Soccio Ice & Event Center. „Ich kenne das Stadion schon, weil wir da letzte Saison auch zum Training ausgewichen sind, wenn die Arena nicht frei war. Das ist ein niegelnagelneues Stadion für das wir bisher, glaube ich, 500 oder 600 Dauerkarten verkauft haben. Wenn das Stadion voll ist, kommt da sicher richtig gute Stimmung auf.“

Seit Donnerstag gibt es mit Lenny Soccio aber auch einen neuen Coach. „Ich kenne ihn aus dem Eisstadion aus der letzten Saison. Aber ich kenne ihn auch von früher, als mein Vater Co-Trainer der Nationalmannschaft war, hat er selber noch gespielt. Er ist ein guter Typ mit viel Erfahrung. Das ist schon auch ein großer Name im deutschen Eishockey und sicher eine richtige Respektsperson für die Jungen. Ich denke, dass er ein guter Trainer ist.“

Insgesamt gibt es bei den Hannover Scorpions also jede Menge Neuerungen und Veränderungen. Max Englbrecht will das als Chance für sich sehen und sich über die Oberliga Nord empfehlen.

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