Neu, groß und internationalDie Oberliga Nord vor dem Start

Die Tilburg Trappers (gelbe Trikots, hier im Test gegen Duisburg) gehen ab sofort in der Oberliga Nord an den Start. (Foto: Roland Christ - www.rc-du.de)Die Tilburg Trappers (gelbe Trikots, hier im Test gegen Duisburg) gehen ab sofort in der Oberliga Nord an den Start. (Foto: Roland Christ - www.rc-du.de)
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Was in der Oberliga Nord neu ist? So ziemlich alles. 16 Teams, die bislang auf die Staffeln Nord, West und Ost aufgeteilt waren, bilden zusammen mit dem Aufsteiger ECC Preussen Berlin und dem niederländischen Meister Tilburg Trappers die neue 18er-Liga. Für die Clubs ist das in sportlicher Sicht ein Gewinn: Die Top-Teams des Westens hatten in den letzten Jahre Probleme, Gegner auf Augenhöhe zu finden. Ergebnisse rund um ein 20:0 sind weder den Fans der überlegenen und schon gar nicht denen der unterlegenen Mannschaft zuzumuten. Der (bislang kleinere) Norden wird von der Qualität der Mannschaften aus dem Westen und Osten bei der eigenen Entwicklung profitieren und die Ost-Staffel wäre mangels Masse schon vor einem Jahr beinahe „gestorben“.

Dass diese Veränderung im deutschen Eishockey nicht ohne massiven Streit vonstatten gehen kann, darf nicht verwundern. Der LEV NRW, der federführend für die West-Staffel zuständig war, schoss den Vogel ab – indem er den Streit darüber, wer die Oberliga organisiert, auf dem Rücken der Vereine ausgetragen hat. So warf der LEV den Teams aus Duisburg, Essen und Herne kurzerhand vor, doppelt gemeldet zu haben (was den Nachwuchs einschloss) und sperrte ebenso kurzerhand die betroffenen Senioren- und Nachwuchsteams dieser Vereine. Dass LEV-NRW-Chef Wolfgang Sorge selbst der neuen DEB-Satzung in Frankfurt zugestimmt hatte, die die Oberliga unter die einheitliche Verwaltung des Deutschen Eishockey-Bundes stellte, schien ihn da wenig zu stören – ebenso die Tatsache rund 600 Eishockey spielende Kinder und Jugendliche zu „sperren“ - wenn er denn mit diesem Vorhaben durchgekommen wäre. Der DEB hat nun im Westen – wie gemeldet – einen parallelen Nachwuchsspielbetrieb für die drei Ruhrvereine und die sich solidarisch erklärenden Vereine aus Köln, Düsseldorf, Krefeld, Iserlohn, Bad Nauheim, Kassel, Frankfurt und Neuwied eingerichtet.

Doch die neue Liga ist zu spannend, um sich nur mit den Problemen zu befassen: Es bleibt freilich zu hoffen, dass sich niemand finanziell übernimmt, doch nun treffen auf einmal Vereine aufeinander, die sich teils jahrzehntelang nicht begegnet sind. Ein Beispiel: Preussen Berlin und Duisburg haben in ihrer Geschichte 28 Mal gegeneinander gespielt – das letze Mal aber vor, kein Spaß, 28 Jahren. Damals freilich noch unter anderen Namen.

Etwas Außergewöhnliches ist der Einstieg des 15-fachen niederländischen Meisters Tilburg Trappers. Zwar spielen schon seit vielen Jahren luxemburgische Mannschaften – früher Tornado Luxemburg, aktuell der IHC Beaufort – in der Rheinland-Pfalz-Liga mit. Zudem ging ein Team aus Stettin schonmal in der Landesliga Mecklenburg-Vorpommern an den Start – doch auf diesem Level ist eine „internationale“ Liga in Deutschland etwas Neues. „In der Nord-Runde ist alles neu. Da wird es wirklich interessant sein zu sehen, wie sich die einzelnen Mannschaften durchsetzen. Als absolutes Novum im deutschen Eishockey dürfen wir an dieser Stelle noch mal ganz besonders unsere Gäste aus den Niederlanden begrüßen. Tilburg hat sich sehr bemüht, hier in der Liga antreten zu dürfen, und bei uns steht ganz klar der Sport im Vordergrund, da war diese Entscheidung leicht gefällt. Wir denken, dass wir zum einen durch die Umstrukturierung der Nord-Mannschaften in einer gemeinsamen Liga und zum anderen durch die Aufnahme von Tilburg die Liga attraktiver machen und stärken konnten“, sagte DEB-Ligenleiter Oliver Seeliger.

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