Mit Volldampf durch das DerbyFüchse besiegen den HEV mit 4:2

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Abtasten? Abwarten? Nicht in diesem Ruhrderby der Oberliga. Mit dem ersten Bully gaben der EV Duisburg und der Herner EV Gas, gaben keinen Puck verloren, kämpften um jeden Zentimeter Eis, ließen keinem Gegenspieler zu viel Platz. Das hatte Play-off-Charakter. Und am Ende jubelten die Füchse über einen 4:2 (2:0, 1:1, 1:1)-Erfolg.

Beide Torhüter waren auf dem Posten. Füchse-Goalie Sebastian Stefaniszin, als Sam Verelst im Slot vor dem Tor zum Abschluss kam, aber auch Christian Wendler, als es durch Chad Niddery für die Gäste brenzlig wurde. Ansonsten war das erste Drittel Derby pur: So stoppte EVD-Kapitän einen Herner Konter mit einem satten Check, der für Jubel bei den Füchse-Fans sorgte. Und selbst für das gepeinigte Duisburger Fußball-Herz war etwas dabei: Als der Puck in der neunten Minute aus dem Angriffsdrittel zu rutschen drohte, machte Lars Grözinger einen schnellen Schritt und kickte das Hartgummi zurück in die Angriffszone. Von Unterzahlsituationen ließen sich die Gastgeber nicht schocken. So hatte Raphael Joly in der zwölften Minute bereits die Chance, per Bauerntrick in numerischer Unterlegenheit zu treffen. Das gelang dann in der 18. Minute. Als – unter anderem – Mike Mieszkowski auf der Strafbank saß, passte Joly zu André Huebscher, der zum 1:0 traf. Mit einem Mann mehr ging’s aber auch: Acht Sekunden vor der Pause erhöhte Huebscher auf 2:0.

Tore in Unterzahl machen offenbar Spaß, denn in der 25. Minute versuchten es erst Huebscher, dann Joly noch einmal, verpassten aber knapp einen weiteren „Shorthander“. Im zweiten Abschnitt gewannen die Füchse die Kontrolle über das Spiel. Frühes Forechecking der Schwarz-Roten erzwang Puckverluste der Gysenberger. Dann waren es aber wieder die Special Teams, die für Jubel sorgten. In Überzahl erhöhte Joly, der im letzten Drittel wegen Schulterproblemen geschont wurde, auf 3:0 (34.), ehe Hugo Turcotte ebenfalls im Powerplay für Herne verkürzte. Erschrocken still wurde es in der Halle, als EVD-Verteidiger Kevin Neumüller Kopf voran in die Bande stürzte und liegen blieb (36.). Einige Minuten später stand der Abwehrspieler aber wieder auf dem Eis.

Und weiter ging’s im Powerplay. 33 Sekunden nach Wiederbeginn verkürzte Turcotte auf 2:3 – wobei die Entstehung der Situation kurios war. Noch im zweiten Drittel stieß EVD-Torhüter Sebastian Stefaniszin sein Tor nach einem Bully um, weil er gerade seine Ausrüstung richtete. Das ahndete Schiedsrichter Eric Daniels mit zwei Minuten wegen Spielverzögerung – unbeeindruckt von der Tatsache, dass sich die Unparteiischen vor einem Bully stets davon überzeugen sollten, dass die beiden Goalies spielbereit sind. Lars Grözinger entschied die Partie endgültig.

Tore: 1:0 (17:58) Huebscher (Joly/4-5), 2:0 (19:52) Huebscher (Tepper, Schmidt/5-4), 3:0 (33:07) Joly (Huebscher, Tepper/5-4), 3:1(38:42) Turcotte (Dreischer, Kreuzmann/5-4), 3:2 (40:33) Turcotte (Reckers, Kreuzmann/5-4), 4:2 (50:26) Grözinger (Meisinger, Huebscher). Strafen: Duisburg 18, Herne 14. Zuschauer: 2083.

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