Kraftakt führt zum Derbysieg am WestbahnhofHerne dreht das Derby

(Foto: Dirk Unverfehrt)(Foto: Dirk Unverfehrt)
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Der Herner EV gewinnt auch in Essen und somit sein neuntes Auswärtsspiel in Folge mit 3:1 (0:0, 0:1, 3:0). Damit bringt er ein Zwölf-Punkte-Polster zwischen sich und dem ersten Nicht-Play-off-Rang, der von den Wohnbau Moskitos Essen belegt wird.

Wenn der Herner EV auf die Moskitos aus Essen trifft, sind im Vorfeld eigentlich schon viele Dinge klar. Die Spiele sind meist eng, sie sind hart umkämpft und sie finden meist vor einer tollen Kulisse statt. So war es auch am Freitagabend nicht anders. Fast 2300 Zuschauer kamen zum Westbahnhof und nicht wenige Stimmen gingen von mindestens 800 Hernern aus, die ihre Mannschaft lautstark nach vorne peitschten.

Das Spiel begann mit dem besseren Start der Essener, die sich bereits nach 44 Sekunden im Powerplay wiederfanden. Der HEV spielte jedoch diszipliniert und konsequent in Unterzahl, sodass sie ihrem Gegner wenig Raum und Chancen ließen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase entwickelte sich später ein abwechslungsreiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Der HEV zeigte die etwas reifere Spielanlage, jedoch tat man sich schwer gegen den hoch vorcheckenden Gegner geordnet aufzubauen. Aber auch der HEV ließ seinem Gegner keine Räume und kamen die Moskitos doch einmal vors Herner Tor, stand da ein sehr gut aufgelegter Christian Wendler. So ging es auch mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die erste Drittelpause.

Sollte der ein oder andere noch kein Derbyfeeling gehabt haben, sollte sich das spätestens mit dem Beginn des zweiten Drittels ändern. Es wurde hitzig auf dem Eis, das Schiedsrichtertrio aus den Niederlanden hatte alle Hände voll zu tun und verlor dabei auch schon einmal den Überblick. Zunächst wurde eine Aktion von Barta gegen Kreuzmann abseits des Spielgeschehens nicht geahndet und kurze Zeit später verwickelte Tobias Brazda, direkt von der Bank kommend, den Herner Kapitän in einen Faustkampf. Stefan Kreuzmann behielt hier zwar die Handschuhe an, wurde aber ebenso wie sein Gegenüber mit einer 5 + Spieldauer zum Duschen geschickt. Die zunächst angezeigte 2+2-Minutenstrafe gegen Stefan Dreyer, der bis dahin gar nicht auf dem Eis stand, ging letztendlich an  Michel Ackers, sein Kontrahent Tim Brazda wurde zusätzlich mit einer Disziplinarstrafe belegt. Im weiteren Verlauf zeigten die Moskitos immer wieder kleine Undiszipliniertheiten, der HEV kam jedoch im Powerplay nicht so richtig in Schwung und wusste diese Möglichkeiten nicht zu nutzen. Auch eine fast zweiminütige, doppelte Überzahl brachte viele Chancen, das Tor jedoch fehlte. Und so kam es wie so häufig im Sport. Als Aaron McLeod eine Strafe wegen Haltens absaß, brachte Cornelius Krämer kurz vor Drittelende die Heimmannschaft zur 1:0 Führung (40.).

Es ging also mit einem Rückstand ins letzte Drittel. Dieser jedoch schien die Jungs vom Gysenberg anzuspornen und Coach Frank Petrozza hatte offensichtlich die richtigen Worte in der Kabine gefunden. Von Beginn an wirkte der HEV konzentrierter und so war es bereits 50 Sekunden nach Wiederbeginn Aaron McLeod, der sich nach einem Aufbaufehler der Moskitos frei vor dem Tor wiederfand und eiskalt zum 1:1 ausglich (41.). Das Bild blieb bestehen. Herne wirkte wacher und cleverer, ordnete sein Spiel nun besser und erlaubte sich vor allem keine Fehler. Ganz anders der Gegner, die Moskitos wirkten etwas angeschlagen und so kam Sören Hauptig nach einem weiteren Fehler auf Vorlage von Schneider und Nieberle zum vielumjubelten 2:1-Führungstreffer (48.). Die ohnehin lautstarke Masse der Gästefans war nicht mehr zu halten und brachte den Westbahnhof zum Beben. Es blieb jedoch weiterhin spannend, denn auch die Moskitos wollten sich damit nicht zufrieden geben. Als der HEV erneut in Überzahl agierte wäre es fast geschehen. Man verlor den Puck an der blauen Linie und Aaron Reckers störte den aufs Tor stürmen den Essener in höchster Not. Der Schiedsrichter entschied hier auf Halten und gab Penalty, der von Christian Wendler hervorragend entschärft wurde. Die heiße Phase war jedoch noch nicht vorüber. Immer noch im gleichen Powerplay war es Michel Ackers, der sich ein Herz fasst und aus kurzer Distanz durch die Beine des Goalies zum 3:1 einnetzte (56.). Essen nahm zwar knapp zwei Minuten vor dem Ende noch den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus, konnte jedoch am Spielstand nichts mehr ändern.

In der anschließenden Pressekonferenz sprachen beide Trainer von einem nicht unverdienten Herner Sieg, der durch die bessere Spielanlage und Cleverness eingefahren wurde. Der HEV erhöhte seine Auswärtsserie damit auf neun Siege in Folge, was in der Oberliga Nord den absoluten Spitzenwert darstellte. Zusätzlich sichert der Sieg am Westbahnhof den dritten Tabellenrang und sorgte für einen kleinen Puffer auf den neunten Platz. Trotzdem zeigt sich die obere Tabellenhälfte sehr dicht und ausgeglichen, was für viele spannende Spiele sorgt, bei der aber auch kleine Nachlässigkeiten schnell den Unterschied machen können.


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