„Konflikt auf dem Rücken der Vereine“Reaktionen aus Duisburg, Essen und Herne

Auf dem Eis stehen sich die Ruhr-Clubs wie hier Duisburg und Essen gegenüber - doch zusammen mit Herne und der Rückendeckung anderer Vereine und des DEB wehren sich die betroffenen Clubs gegen den LEV NRW. (Foto: Imago)Auf dem Eis stehen sich die Ruhr-Clubs wie hier Duisburg und Essen gegenüber - doch zusammen mit Herne und der Rückendeckung anderer Vereine und des DEB wehren sich die betroffenen Clubs gegen den LEV NRW. (Foto: Imago)
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Sperren gegen die Seniorenteams. Sperren gegen die Nachwuchsmannschaften. Mit „Entsetzen“ über das Verhalten des Landes-Eissport-Verbandes NRW ist die Reaktion der Moskitos Essen, des Herner EV und des EV Duisburg über den aktuellen Zwist noch vorsichtig formuliert. Letztlich ist das Vorgehen des NRW-Verbandes nichts anderes, als den Streit mit dem Deutschen Eishockey-Bund über die Zuständigkeit für die Oberliga (das hat der LEV angesichts seiner Mitteilung zur Ligeneinteilung mit der Anordnung der „LEV-Oberliga“ unterhalb der DEB-Oberliga offenbar eingesehen) oder auch Dinge wie die Zustimmung zur neuen DEB-Gebührenordnung auf dem Rücken der Vereine auszutragen.

Hatte der LEV NRW zunächst noch ganz grundsätzlich das Recht der drei Oberligisten aus dem Ruhrgebiet bestritten, an der DEB-Oberliga Nord teilzunehmen, versucht der von Wolfgang Sorge geführte LEV NRW über den Punkt der angeblichen doppelten Meldung der drei Vereine – also für den Spielbetrieb beim DEB und beim LEV – seine Sicht der Dinge, wie der Eissport zu fördern ist – was laut eigener Satzung das Ziel des Verbandes sein sollte – durchzusetzen. Dass das Ganze auf dem Rücken ganzer Vereine einschließlich hunderter Kinder und Jugendlicher passiert, scheint auf LEV-Seite nicht die geringste Rolle zu spielen.

Nachdem der LEV NRW durch eine Pressemitteilung angekündigt hatte, das Nachprüfungsverfahren vor dem LEV-Spielgericht fortzusetzen, nachdem ein Kompromiss gescheitert sei, sind die Reaktionen der drei Vereine eindeutig. „Dieser Konflikt zwischen den Verbänden wird auf dem Rücken der Vereine getragen“, sagt Jürgen Schubert, der Geschäftsführer des Herner EV. „Letztlich war es nicht anders zu erwarten.“ Auch angesichts der Rückendeckung durch DEB-Generalsekretär Michael Pfuhl sowie des solidarischen Verhaltens anderer Clubs – wie der vier DEL-Stammvereine aus Nordrhein-Westfalen sowie weiterer Vereine aus Hessen und Rheinland-Pfalz – und natürlich aufgrund der Einschätzung der rechtlichen Lage kann Schubert sagen: „Wir gehen weiter davon aus, dass wir mit den Senioren und mit den Nachwuchsteams ganz normal spielen werden. Wir haben bei den Meldungen nichts falsch gemacht. Und das hat das DEB-Schiedsgericht ja auch bestätigt, als es den Antrag des LEV auf eine einstweilige Verfügung zur Anwendung der Sperre im DEB-Bereich zurückgewiesen hat.“

Diese Ansicht teilt auch Michael Klömpges, Vorstandsmitglied bei den Moskitos Essen für Verbandsfragen: „Wir haben uns kein schuldhaftes Verhalten vorzuweisen. Und das haben wir auch nachweislich dokumentieren können.“ Auch die Tatsache, dass der LEV NRW überhaupt in einer Pressemitteilung über Details des Verfahrens spricht, ist aus Sicht der Vereine bemerkenswert. Klömpges: „Wir haben Stillschweigen vereinbart. Daran haben wir uns gehalten. Zudem ist das Verfahren schließlich noch nicht abgeschlossen.“ Die „Ungenauigkeiten“, die diese Pressemitteilung enthält, sorgen für weiteren Ärger.

„Wir sind doch sehr erstaunt, dass der Kompromissvorschlag, der von uns kam, auf einmal als Kompromissvorschlag des LEV NRW dargestellt wird“, erklärten Stavros Avgerinos, 1. Vorsitzender, und Dietmar Mensch, 2. Vorsitzender des EV Duisburg. „Und dann wird nur zwei Tage später dieser Kompromissvorschlag durch eine Pressemeldung des LEV NRW konterkariert, in dem die neue DEB-Gebührenordnung und der DEB selbst attackiert werden. Wie soll der DEB denn da reagieren?“ So betonen auch die Füchse: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben korrekt gemeldet, was auch das LEV-Spielgericht bereits festgestellt hat.“ Avgerinos unterstreicht, was auch für die anderen beiden Ruhr-Clubs gilt: „Wir werden als DEB-Clubs mit unserem Nachwuchs unter dem Dach des DEB spielen. Das geht auch gar nicht anders, weil es keinen Kooperationsvertrag zwischen dem DEB und dem LEV NRW geben wird.“ Genau das hatte DEB-Generalsekretär Michael Pfuhl am Dienstag bereits erklärt.

Daher bleibt das Verhalten des LEV NRW undurchsichtig und widersprüchlich. Denn der Satzung, die unter anderem die neue Oberliga-Zuständigkeit regelt und die inzwischen auch rechtsgültig ist, hat Wolfgang Sorge bei der DEB-Mitgliederversammlung in Frankfurt für den LEV NRW zugestimmt. Ohne Vorbehalt – der galt ausschließlich für die Gebührenordnung. Angesichts der Tatsache, dass Clubs wie Krefeld, Köln, Iserlohn, Düsseldorf, Frankfurt und Bad Nauheim gegenüber Hockeyweb erklärt haben, mit ihrem Nachwuchs ausschließlich im DEB-Bereich gemeldet zu haben, und dem Umstand, dass dies wohl auch für Kassel und Neuwied gilt, ist das Vorgehen des LEV NRW offenbar vor allem eines: ein Eigentor.

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