Kantersieg zum WeihnachtsfestNeuwieder Bären schlagen Timmendorf zweistellig

(Foto: fischkoppMedien)(Foto: fischkoppMedien)
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Elf Tore. In 60 Minuten. Teilweise genial herausgespielt. Andere mit individueller Klasse ins Netz gezaubert. Es war ein Abend zum Genießen in der Neuwieder Bärenhöhle. Und die Spieler samt Trainer genossen es auch. 60 Minuten lang. Und noch lange danach in der Kabine und im VIP-Raum. Das Wort „Befreiung“ machte die Runde – nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge. Der EHC Neuwied hat im Rennen um die Play-off-Plätze drei wichtige Punkte eingefahren gegen den EHC Timmendorfer Strand. Die Beach Boys hatten zwei Tage zuvor nur knapp gegen die starken Hannover Indians verloren, in Neuwied waren sie chancenlos. Der EHC gewann die Partie vor 1089 Zuschauern mit 11:3 (3:0, 4:1, 4:2).

Es brauchte mal wieder so ein Spiel, in dem von Beginn an alles passen würde für die Bären. Doch sollte das ausgerechnet gegen die Beach Boys klappen. Das Team um Spielertrainer Martin Williams hatte zuletzt gute Ergebnisse abgeliefert in der Oberliga Nord, war mit 17 Spielern in die Deichstadt angereist. Die Bären hatten deren 18 – und an diesem Abend keinen Spieler vom Kooperationspartner Bad Nauheim in den eigenen Reihen, da bei den Roten Teufeln derzeit viele Spieler verletzt sind. Auf die Topreihen der Bären sollte das ohnehin keinen Einfluss haben, seit Wochen lässt EHC-Trainer Craig Streu seine beiden ersten Sturmreihen unverändert spielen. Gegen einen von Beginn an chancenlosen Gegner bekamen die Zuschauer so zahlreiche wirklich sehenswert herausgespielte Treffer zu sehen.

Den Anfang machten die Bären diesmal früh – und in Überzahl. Zwei Spieler saßen bei Timmendorf auf der Strafbank, als Josh Rabbani zum 1:0 traf (3.). Und als nur eine Minute später Moritz Schug bereits auf 2:0 erhöhte (4.), machte sich gesunde Euphorie auf der Spielerbank breit. Endlich gehen die Dinger wieder rein. Chancen hatte man ja ohnehin oftmals eine Vielzahl. Aber eben zu wenig Tore erzielt. „Wenn wir gewusst hätten, woran es liegt, dann hätten wir es sicherlich früher abgestellt“, sagte Artur Tegkaev. „Dieser Abend war für uns alle wie eine Befreiung.“ Vor allem, weil die Mannschaft an sich selbst derart hohe Erwartungen knüpft. Eine Niederlage in Herne, eine Niederlage in Duisburg – das ist nicht ungewöhnlich, vergleicht man die Möglichkeiten der sich gegenüber stehenden Vereine. Und doch ist es nicht das Ding dieser Mannschaft, solche Spiele zu verlieren.

Gegen Timmendorf ging das muntere Toreschießen derweil weiter. Felix Köbele traf zum 3:0 (16.) – auch ein Spieler, der zuletzt das Glück nicht wirklich gepachtet hatte. Umso euphorischer klatschte das Team mit „Köbi“ ab. Da schaun an, es geht doch, verdammt! 3:0 stand es nach 20 Minuten, 7:1 nach 40. Josh Myers (21.), Brian Gibbons (24.) und Artur Tegkaev (28., 35.) hatten für Neuwied getroffen, Michael Chvostel (32.) für Timmendorf. „Kompliment an Neuwied“, gab Martin Williams später zu Protokoll. „Aber wir hatten bei dem Schiedsrichter keine Chance. Das war grausam.“ Er gab Hauptschiedsrichter Jean-Paul de Brabander auch noch einen netten „Kosenamen“, aber er soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Williams, eine echte Type, einer, der sagt, was er denkt. Das ist unterhaltsam. Aber nicht immer zitierbar.

In der Tat verteilte de Brabander viele Strafen an Timmendorf, die man nicht zwingend hätte geben müssen. Auch mag er es nicht, wenn man mit ihm diskutiert. Neuwied wusste das, Timmendorf nicht – und kassierte gleich zwei Mal Zehn-Minuten-Strafen wegen zu viel Gesprächsbedarf. Doch die Gäste hatten noch Glück im Unglück: Zum einen trafen die Bären nur zwei Mal in Überzahl. Zum anderen übersah de Brabander einen verdeckten Stockstich von Thorben Saggau abseits des Spielgeschehens an Josh Myers.

Die Chronistenpflicht: Eine gut aufgelegte Bärenmannschaft, die jede Spielsekunde dieser Partie sichtlich genoss, machte es im letzten Drittel noch zweistellig: Josh Rabbani traf zum 8:1 (45.), Maurice Keil mit einem großartigen Move zum 9:2 (47.), Artur Tegkaev abgezockt in den Winkel zum 10:3 (51.), Felix Köbele nach zuvor verschossenem Penalty zum 11:3 (59.). Zwischendrin betrieb Timmendorf durch Iven Rösch (46.) und Jesper Delfs (50.) Ergebniskosmetik. Alles andere war eine ausgelassene Stimmung in der Mannschaft gepaart mit purer Vorfreude auf weihnachtliche Tage mit der Familie. „Unser Plan, mit viel Tempo die Scheibe zum Tor zu bringen, ist heute perfekt aufgegangen“, freute sich Streu. „Artur Tegkaev hat ein unglaubliches Spiel gemacht. Auch, dass Felix Köbele zwei Tore macht, ist sehr wichtig. Insgesamt war das ein sehr gutes Spiel der gesamten Mannschaft.“

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