Indians überraschen mit einem 4:3 bei den ScorpionsHannover-Derby geht ins Penaltyschießen

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Bis dahin war der Vorsprung der Scorpions leicht verdient, denn in einem bis dahin, und auch später, ausgeglichenen Spiel zeigten sich die Scorpions am Ende des zweiten Drittel deutlich giftiger als die Gäste, denen scheinbar die Luft ausging. Grund war sicherlich keine konditionelle Schwäche, sondern der Tatbestand, dass die Scorpions über das ganze Spiel verteilt ganze drei kleine Strafen einstecken mussten, die Indians dagegen neun. Und die Gäste konnten von Glück reden, dass Schiedsrichter Carsten Lenhart Mitte des dritten Drittels einen unglücklichen Check von Uusivirta an Blank nur mit zwei Minuten wegen Bandenchecks ahndete. Mit ein bisschen Pech hätte auch eine Fünfer plus Spieldauer dabei herausschauen können und das wäre sicherlich schon eine Vorentscheidung gewesen.

Tatsächlich begann das Spiel mit hohem Tempo, hatte stellenweise Zweitliga-Geschwindigkeit und vor allem konnten sich beide Defensivreihen, die in ihren jeweiligen Schlussleuten Linda und Albrecht hervorragende Vertreter ihres Fachs hatten, auszeichnen. Somit war es kein Wunder, dass es nach 20 Minuten immer noch 0:0 stand. Den Scorpions muss klar gewesen sein, dass sie diesen Gegner nur mit Tempospiel bezwingen können, also starteten sie überfallmäßig ins zweite Drittel. Die beste Chance zum 1:0 hatte dabei Koziol, der jedoch nur den Pfosten traf. Als Pfennings von den Indians sich eine Strafe wegen hohen Stocks abholte, schien die Scorpions-Führung nur eine Frage der Zeit, denn vor dem Heiligtum von Albrecht spielten sich unglaubliche Szenen ab. Am spektakulärsten dabei eine Aktion, in der Bovenschen per Hechtsprung den Puck noch von der Linie kratze, als Albrecht schon geschlagen war. Somit war die Führung der Scorpions in der 33. Minute verdient, als Thomson erfolgreich war. Sekunden später musste Schwab auf die Strafbank und wieder brannte es im Drittel der Indians lichterloh, nur dass es beim 1:0 aus Gastgebersicht blieb.

Als das anfangs erwähnte 2:0 fiel, schien alles klar aber die Antwort der Indians kam eiskalt und blitzschnell. Der zuvor bereits mit Auge spielende Andreas Morczinietz tauchte vor dem Tor von Linda auf und drosch die Scheibe zum 2:1 ins Netz. Die Antwort hatte zwölf Sekunden gedauert und jetzt fassten die Indians, die zuvor fünf Drittel nicht mehr getroffen hatten, wieder Mut. Und dieser Mut wurde belohnt. Innerhalb von nur 48 Sekunden drehten Igor Bacek (46.) und Branislav Pohanka mit blitzsauberen Toren das Spiel bzw. das Ergebnis. Das 3:2 war sicherlich etwas glücklich aber durchaus nicht unverdient. Jetzt waren die Hausherren gefordert und diese versuchten natürlich Druck auszuüben. Das lud die Indians zu Kontern ein und vermutlich war es der nachlassenden Kraft zu schulden, dass die Konzentration fehlte. So stand es vier Minuten vor Ende immer noch 2:3 aus Sicht der Scorpions, als Schütt mal wieder einen seiner berühmten Kracher von der blauen Linie abließ, Albrecht die Scheibe nicht festhalten konnte und Goalgetter Patrick Schmid aus nähester Entfernung den Ausgleich erzielen konnte.

In der Verlängerung schienen die technisch versierteren Indians die Nase vorn zu haben, als sich Nicolas Turnwald in der 63. Minute zu einem blöden Foul hinreißen ließ. Von den letzten 133 Sekunden mussten die Indians somit 120 in Unterzahl überstehen und sie schafften das Unmögliche, retteten sich ins Penaltyschießen. Dort zeigte sich als einziger Robby Hein dem Druck gewachsen und sein Tor entschied die Partie mit 4:3 für die Indians.

Indians-Trainer Lenny Soccio: „Ein verdienter Erfolg für uns. Wir haben viel investiert und wir wussten um unsere Stärke. Solche Spiele wie am Freitag gegen Halle gibt es immer mal wieder. Am nächsten Freitag haben wir spielfrei, können Kraft für die dann anstrengenden Wochen tanken.“

Scorpions-Trainer Dieter Reiß: „Eine wirklich blöde Niederlage für uns. Es war ein ausgeglichenes Spiel und trotzdem hätten wir gewinnen müssen. Unser eigentliche Stärke, das Powerplay, hat heute ncihts gebracht und das wohl entscheidend. In der kommenden Woche spielen wir in Tilburg und zuhause gegen Duisburg und wir werden mit Selbstbewusstsein in die Spiele gehen.“

Tore: 1:0 (32:35) Robin Thomson (Spelleken, Pape), 2:0 (41:24) Christoph Koziol (Blank, Fischer), 2:1 (41:36) Andreas Morczinietz (Schwab, Valasek), 2:2 (45:08) Igor Bacek (Pfennings, Uusivirta), 2:3 (46:53) Branislav Pohanka (Uusivirta, Bacek), 3:3 (56:34) Patrick Schmid (Schütt, Bombis), 3:4 (65:00) Robby Hein. Strafen. Hannover Scorpions 6, Hannover Indians 18. Zuschauer: 2103.

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