Indians-Sportdirektor Tobias Stolikowski: „Im Tor sind wir sehr gut aufgestellt“Interview zur Sommerhalbzeit

Tobias Stolikowski, Sportdirektor des Oberligisten Hannover Indians. (Foto: Hannover Indians)Tobias Stolikowski, Sportdirektor des Oberligisten Hannover Indians. (Foto: Hannover Indians)
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Wie fällt Ihr Resümee zur vergangenen Saison aus?

Tobias Stolikowski: „Eigentlich können wir zufrieden sein. Alle Neuzugänge hatten hervorragend eingeschlagen. Mark Ledlin hat eine fantastische Saison gespielt, wurde bester Rookie und auch Lasse Uusivirta hat sehr gut eingeschlagen.“

Am Ende war es Platz sieben in der Meisterrunde. Ein Ziel sieht doch wohl anders aus?

„Das war natürlich nicht das Ziel. Allerdings war es immer sehr eng, die Mannschaften lagen sportlich sehr nahe beieinander. Da war auch eine Menge Pech mit im Spiel.“

Auffallend war in den Wintermonaten, dass eine einzigartige Sturmschwäche Einzug hielt. Sechsmal konnte kein Tor erzielt werden. Was sagen Sie dazu?

„Normal war das sicher nicht, konnte aber in dieser Art nicht vorausgesagt werden. Wir haben im Sommer davor bei unseren Verpflichtungen schon auf Offensivqualität geachtet. Wir haben die Spieler nicht nach Statistiken geholt, aber es war schon wichtig, dass sie wissen, wo das Tor steht.“

Kann die Torflaute auch an mangelnder Taktik gelegen haben?

„Nein. Auf keinen Fall. Mangelnde Taktik würde auch bedeuten, dass wir uns keine Chancen erarbeitet hätten und die hatten wir definitiv. Unser Problem war, dass wir diese Möglichkeiten einfach nicht genutzt haben. Da kann man noch so viel trainieren, letzten Endes ist es häufig auch nur eine Kopfsache.“

Was sagen Sie zu Rosenheim? Die Starbulls lernten ja die Autobahn nach Hannover richtig kennen, mussten erst an den Pferdeturm, danach nach Mellendorf. War das 1:3 in der Serie vermeidbar?

„Wir hatten am Anfang vielleicht etwas zu viel Respekt. Schließlich wollten die Starbulls den sofortigen Wiederaufstieg schaffen und da waren wir vielleicht nicht clever genug. Aber auch da hat sich dann die Nervenschwäche beim Schussabschluss deutlich gezeigt. Vor allem in den Play-offs erhältst du noch weniger Torchancen als in der Meisterrunde davor und dann muss man diese auch einmal ausnutzen. Das haben die Scorpions hinbekommen und sich dann folgerichtig für die nächste Runde qualifiziert.

Im Januar erhielt Sturmführer Branislav Pohanka einen Drei-Jahres-Vertrag. Ein Zeichen seitens der sportlichen Führung?

„Ja, es sollte ein Zeichen sein in mehrfacher Hinsicht. Einmal ist Pohanka einer der stärksten Oberliga-Stürmer, auch als Kontingentspieler und dann ist es möglich, dass er die deutsche Staatsbürgerschaft erhält und wir dann noch mehr Optionen haben werden.“

Wie realistisch ist die deutsche Staatsbürgerschaft für Pohanka?

„Wir rechnen im Laufe der kommenden Saison mit einer für beide Seiten erfreulichen Nachricht.“

Kommen wir zur kommenden Saison. Im Tor stehen Kevin Beech und Patrick Golombek. Beech kam für Albrecht. War er die erste Wahl?

„Ja, Beech war erste Wahl. Eigentlich wollten wir Sebastian Albrecht behalten, aber es kam keine Einigung zustande, weil er in die DEL2 wollte. Danach lag Beech ganz nahe, denn ich führe den Kontakt schon mehrere Jahre und jetzt sind wir endlich zusammengekommen, zumal Beech immer wieder Hannover als Ziel nannte. Patrick Golombek hat in seiner ersten Saison hier gute Leistungen geboten, hat Perspektive und wird zu seinen Einsätzen kommen. Ich denke, dass wir in der Oberliga im Tor sehr gut aufgestellt sind.“

Stichwort Nachwuchs. Im letzten Jahr standen mit Gensicke und Eberle noch zwei Nachwuchskeeper auf dem Plan. Wird mit diesen beiden weiter geplant?

„Ja, zumindest Gensicke ist als Nummer 3 fest eingeplant. Damit er auch genug Spielpraxis erhält, sind wir noch auf der Suche nach einem Regionalliga-Partner. Sollten sich Beech oder Golombek verletzen, wird Gensicke mit Sicherheit als Back-up aufgestellt.“

Wie sieht die Kaderplanung in der Defensive aus? Kraus ist weg nach Kassel, Lilik, Finkel und Tramm haben sich ebenfalls verabschiedet. Was ist mit Uusivirta?

„Im Augenblick sind wir förderlizenztechnisch mit Kassel in Verhandlungen. Vielleicht klappt es ja wieder. Kraus selbst gehört zu den Huskies. Uusivirta hatte bei seinen Verhandlungen andere Vorstellungen als wir. Wir haben ihm ein großzügiges Angebot gemacht, aber mehr ist in der Oberliga nicht möglich. Es sieht daher ganz nach Trennung aus. In Sachen Finkel sieht es nicht so aus. Wir verhandeln noch, es kann also sein, dass er auch in der nächsten Saison bei uns spielt.“

Bis jetzt stehen ganze vier Spieler in diesem Mannschaftsteil zur Verfügung. Wie viele werden noch kommen? Gibt es schon Namen?

„Definitiv werden noch Defensivspieler zu den Indians stoßen. Ich rechne mit zwei oder drei Spielern. Namen können jedoch erst genannt werden, wenn die Verträge unterschrieben sind.“

Im Sturm sieht es ähnlich aus. Bisher stehen acht Cracks unter Vertrag. Wie sieht es hier aus?

„Da kommen auf alle Fälle noch Spieler. Acht wären auch für eine lange Saison etwas wenig. Hier spielen natürlich auch die Verhandlungen mit Kassel eine Rolle. Wie sieht der quantitative Austausch aus? Dazu kommt noch, dass aktuell viele Posten in der DEL2 noch nicht besetzt sind und sich viele Spieler Hoffnungen auf einen dieser Plätze machen. Erst wenn die DEL2-Vereine voll besetzt sind, können wir sehen, wie wir den Kader qualitätsmäßig am besten füllen können.“

Stichwort Nachwuchsarbeit. Haben die Junioren eine Chance?

„Selbstverständlich haben sie eine Chance. Allerdings müssen sie vorsichtig an das Niveau herausgeführt werden. Daher ist es eher wahrscheinlich, dass einige Nachwuchsspieler in der Saisonvorbereitung integriert werden.“

Bleibt Lenny Soccio Trainer der Indians?

„Natürlich bleibt Lenny.“

Was sagen Sie zum Abschluss dieses Gespräches zur Situation in Timmendorf?

„Das ist sehr, sehr schade. Wir sind immer gerne nach Timmendorf gefahren und ich fände es schön, wenn der EHC so schnell wie möglich die Rückkehr in der Oberliga schafft.“

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