Indians rücken nach 3:1 auf Platz 7 vorHannover gewinnt gegen Braunlage

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Der Erfolg der Wedemärker hatte auch Auswirkung auf die Braunlager, die von Platz neun auf zehn abrutschten.

Ein bisschen traurig war Norbert Pascha, Trainer der Harzer Falken, nach dem 1:3 seines Teams bei den Hannover Indians schon: „Wir haben ordentlich gespielt, waren gleichwertig und haben nur durch drei individuelle Fehler des Gegners verloren.“ Eine Einschätzung, die zwar bei den drei Gegentoren richtig war aber eines nicht berücksichtigte: Die Sturmschwäche seiner Mannschaft. Was McGrath, Schwab & Co. links liegen ließen, war beängstigend und so fand auch sein Trainerkollege Tobias Stolikowski von die Hannover Indians: „Nach gutem Beginn war schon das erste Drittel nicht das Gelbe vom Ei, im zweiten Drittel waren wir kaum vorhanden und wir können von Glück sprechen, dass unser Gegner das nicht ausgenutzt hat und erst im letzten Drittel haben wir wieder zu unserem Spiel gefunden.“

Tatsächlich kamen die Indians aus der Kabine, als gäbe es keinen Morgen. Mit Wucht berannten sie das gegnerische Tor und der auch wieder starke Keeper Fritz-Philipp Hessel wurde gleich ordentlich warm geschossen. Gibbons, Noack und Ziolkowski testeten sogleich die Defensivstärke der Harzer, die nur mit einer großen Portion Glück dem 0:1 entgingen. Erst danach kamen die Braunlager langsam besser ins Spiel. Angetrieben vom quirligen McGrath wurden die Angriffe des ECH immer mehr in Richtung Spielmitte zurückgedrängt, so dass es kaum noch zu spannenden Situationen vor dem Harzer Tor kam. Im Gegenteil, Indians-Keeper Niklas Deske musste immer häufiger eingreifen, wenn auch nicht spektakulär. Bevor jedoch die Braunlager die Ärmel hochkrempelten, passierte der Erste von den drei individuellen Fehlern, von denen der Harz-Coach Pascha sprach. Carsten Gosdeck von den Indians erhielt im Mitteldrittel die Scheibe, stürmte über die blaue Linie und ließ einen scharfen Schlagschuss los. Unter normalen Umständen sollte so ein Hammer keine Probleme für einen guten Oberligatorhüter darstellen, da  Hessel freie Sicht hatte und so zuckte seine Fanghand auch raus und hatte die Scheibe. Meinte Hessel, aber der Schussschwung war wohl zu stark, jedenfalls machte sich die Scheibe wieder selbstständig, verließ die Fanghand und trullerte über die Linie. Dieses 1:0 war hochverdient, lähmte aber, völlig unverständlich für die Fans,  in der Folgezeit die Aktionen der Indians.

Im zweiten Drittel wurde es wirklich schlimm, wenn man nicht gerade zu den knapp 100 Fans der Braunlager gehörte. Die Indians verloren völlig den Faden, hatten Probleme in allen Mannschaftsbereichen und kamen nur selten vor den Kasten von Hessel. Einer der Gründe war sicherlich, dass es alle Angreifer gut meinten und von sich überzeugt waren, sprich es über Alleingänge versuchten, die samt und sonders von der Harzer Defensive, die vorzüglich von Alex Engel organisiert war, abgefangen wurden. Mit anderen Worten, die Indians bettelten um den Ausgleich und in der 25. Minute war es soweit. Allerdings hatten die Gäste in Schiedsrichter Max Jentzen fast schon einen Komplizen an ihrer Seite, der an dem Ausgleich nicht unschuldig war. Jentzen wollte sich wohl nicht als Heimschiedsrichter profilieren, was ihm auch gelang, wobei sein Übersehen von Harzer Fouls über das gesamte Spiel fast schon peinliche Ausmaße annahm. Auf alle Fälle sorgte er für ein doppeltes Überzahlspiel der Gäste, und als dies gerade drei Sekunden abgelaufen war, erzielte McGrath das 1:1. In den folgenden 15 Minuten wurden die Harzer immer stärker, hatten mehrere Möglichkeiten (McGrath, Quaile, Wittmann, Böhm) zur Führung, während die Indians wohl am Ende froh waren, als zur zweiten Drittelpause die Sirene ertönte.

Das Powerspiel schien eine Menge Kraft gekostet zu haben, denn in den letzten zwanzig Minuten kam Braunlage kaum  noch richtig vor das gegnerische Tor. Schuld war aber neben der abbauenden Physis auch der Schock des schnellen Rückstandes. Indians-Coach Stolikowski schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn bereits der zweite Angriff landete im Gehäuse von Braunlage. Gosdeck zog von der blauen Linie ab, der Puck verfehlte das Harzer Tor, aber Gibbons schaltete im schnellsten und versenkte den zurückprallenden Puck zur Führung. Das 2:1 war zu diesem Zeitpunkt sicherlich glücklich und es sollte noch besser kommen. Der auch am heutigen Tage sehr agile und zu den besseren Indians gehörende Yannik Baier zirkelte einen Pass von Gibbons über die Linie. Vier Minuten nach Wiederanpfiff war das taktische Konzept von Harz-Coach Pascha über den Haufen geworfen. Der Rest des Spieles war, von einigen Aufregern, hauptsächlich von Schiri Jentzen initiiert, mehr oder weniger Schaulaufen. Die einen wollten das 4:1, die anderen möglichst noch den Anschlusstreffer, aber dafür reichte die Kraft einfach nicht mehr aus. So gewannen die Hannover Indians am Ende zwar keinen Schönheitspreis aber die drei Punkte waren im Sack und das war wichtig, wartet doch am Sonntag der Oberligatitelverteidiger aus Tilburg in dessen Halle auf die Indians. Indians-Coach Stolikowski: „Die Tilburger sind sicherlich das kompakteste Team in der Liga. Wer dort bestehen will, muss 60 Minuten lang mehr als 100% geben. Das werden wir versuchen.“

Tore: 1:0 (07:51) Carsten Gosdeck (Hein, Turnwald), 1:1 (24:20) Ryan McGrath (Quaile, Engel/5-4), 2:1 (41:14) Brian Gibbons (Gosdeck, Ziolkowski), 3: 1(43:35) Yannik Baier (Gibbons, Valasek). Strafen: Hannover Indians 12 + 10 (Brian Gibbons), Harzer Falken 4. Zuschauer: 2406.


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