Indians in ECH besiegt Leipzig nach Penaltyschie

Die Hannover Indians haben das Auftaktspiel gegen die Icefighters Leipzig gewonnen. (Foto: Frank Oheim)Die Hannover Indians haben das Auftaktspiel gegen die Icefighters Leipzig gewonnen. (Foto: Frank Oheim)
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Schon der Start, mit zwei Minuten Verspätung aufgenommen, war beeindruckend. Beide Mannschaften begannen mit viel Speed, wobei vor allem die Leipziger beeindruckten, denn auf Grund der widrigen Reisebedingungen auf der Autobahn waren sie zu spät angekommen. Und weil ihnen Schiedsrichter Ali Soguksu eine zehnminütige Einspielmöglichkeit verweigerte, mussten die Leipziger mit kühlen Muskeln die Partie beginnen. Leipzigs Coach Sven Gerike ärgerte sich: ’Warum uns der Schiedsrichter diese Möglichkeit verweigerte, wissen wir nicht. Vielleicht wollte er schnell nach Hause.“

Diese Muskeln nahmen aber relativ schnell Wärme an, denn das Match wogte von Anfang an hin und her mit leichten optischen Vorteilen für die Gastgeber, die mit viel Mut in die Partie gegangen waren. Indians-Manager Tobias Stolikowski: ’Das Team hat sich gut vorbereitet. Ich bin guter Dinge und denke, dass wir drei Punkte mit nach Hause nehmen werden.“ Stolikowskis ältester Sohn Levi (10) war ebenfalls guten Mutes: ’Ich bin mir sicher, dass wir gewinnen werden.“ Am Ende des Tages musste man den Stolikowskis zu Gute halten, dass ihr Riecher sie nicht getrogen hatte, auch wenn es lange Zeit nicht danach aussah. Noch einmal Levi: ’Es war auf des Messers Schneide, aber am Ende waren wir halt besser.“

In der Tat sah es nach 15 Spielminuten, es stand immer noch 0:0, nicht nach einem klaren Spielverlauf aus. Beide Mannschaften kämpften mit dem stumpfen Eis und den Nebelschwaden — und eine Außentemperatur von 18 Grad ist auch nicht gerade dazu da, um Eishockeyspielern Wohlfühlerlebnisse zu ermöglichen. Dann passierte das Unvermeidliche. Eine dieser Nebelszenen ermöglichte den Gästen das 0:1. Dabei sah es ganz so aus, dass Torschütze Ian Farrell eine kleine Lücke ausnutzte, die Indians-Keeper Pantkowski frei gelassen hatte. Dieser Mirko Pantkowski, der von DEL2-Ligisten Kassel mit einer  Förderlizenz ausgestattet worden war, und gleich zum Einsatz kam, (Indians-Coach Lenny Soccio: ’Es gibt manchmal schwierige Entscheidungen und diese war so eine. Aber eins steht fest. Sebastian Albrecht ist weiterhin unsere Nr. 1“) unter den Augen seines Coach Rico Rossi, zeigte besonders in der ersten Spielhälfte eine leichte Nervosität, die vermutlich mit den äußeren Bedingungen zu tun hatte. Die Indians, leicht geschockt von dem Rückstand, kamen kurzfristig ins Schlingern und überraschten die Gäste mit dem Ausgleich nur zwei Minuten später. Bacek spielte den ’Spieler des Tages“, Branislav Pohanka, frei und der überwand den bis dahin ausgezeichneten Roßberg im Tor der Leipziger per Rückhand zum 1:1. Die Antwort der Icefighters war ihrem Namen angemessen. Gerade einmal acht Sekunden nach dem Ausgleich konnte sich einer der stärksten Gäste, Michal Velecky, auf der rechten Seite davon stehlen und mit einem platzierten Schuss für die erneute Gästeführung sorgen.

In den ersten Minuten des zweiten Drittels konnte man den Eindruck haben, dass beiden Teams der erste Abschnitt zu anstrengend gewesen war. Es war deutlich weniger Drive in den Aktionen und weil die Leipziger eine kleine taktische Änderung vornahmen, sie postierten sich stellenweise mit vier Mann in der neutralen Zone bei einem Forechecker, kam es zu einem Fehlpassfestival, vornehmlich bei den Indians. Dazu zeigten sich die Gäste flexibler, schalteten nach einem Puckgewinn klar schneller und versetzten die Indians-Defensive in eine Art Dauerstress. Der Erfolg ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Der beste Leipziger, Velecky, bediente Dominik Patocka und es stand 1:3. Leipzigs Coach Gerike: ’Da war die Chance da. Wir hatten die Indians im Griff und die Zuschauer waren seltsam ruhig.“ Die Hoffnung der mitgereisten Gästefans, es waren etwa 150 nach Hannover gekommen, mit drei Punkten zu starten, wehrte ganze vier Minuten. Dann kam die legendäre Glücksgöttin Fortuna den Indianern zu Hilfe. Zuerst bediente Bovenschen Branislav Pohanka und es stand 2:3 und auf einmal war das Publikum aufgewacht. Es peitschte seine Jungs nach vorne und sah dann ein Tor, wie man es selten sieht. Turnwald durfte in der neutralen Zone einen Weitschuss anbringen (Leipzigs-Coach Gerike: ’Das durfte schon nicht passieren. Roßbergs Fehler anschließend war nur noch das I-Tüpfelchen.“) und Leipzigs Keeper Roßberg griff sich mit dem Fanghandschuh die Scheibe. Beim Arm nach unten lassen verlor er die Kontrolle und der Puck flog in das eigene Tor.  Innerhalb von zehn Minuten hatten die Gäste eine sichere Führung abgegeben und das Publikum wieder geweckt.

Im dritten Drittel schienen die Indians, denen die Aufholjagd Selbstbewusstsein gebracht hatte, die Entscheidung schnell herbei zu führen, aber genau das Gegenteil war zunächst der Fall. Die jetzt immer mehr zurückgedrängten Sachsen nutzten bei einem ihrer seltenen Konter einen Abspielfehler der Indians und der freigespielte Hannes Albrecht überwand Pantkowski zum 3:4. Wie gut die Indians in dieser Phase reagierten, fand auch die Bewunderung ihres Coaches Lenny Soccio: ’Obwohl es nicht das schönste Eishockey war, hat meine Mannschaft sich nie aufgegeben, an seine Chance geglaubt und mit Leidenschaft am Ende sogar gewonnen.“ Mit Macht drängten sie auf den erneuten Ausgleich. Morczinietz, Bacek, Hein und Pohanka prüften die gegnerische Defensive aber diese hielt stand. Bis zur 52. Minute. Da stand die Begegnung auf einmal auf der Kippe. Was war passiert? Der sehr großzügig pfeifende Schiedsrichter Soguksu, der bis dahin das Spiel laufen ließ und damit richtig lag, passierten gleich zwei Fehlentscheidungen innerhalb von nur sechzig Sekunden. Zuerst rammte Leipzigs Tscheche Velecky seinen hannoverschen Pendent Pohanka an die Bande. Ein klarer Bandencheck, der auf Grund einer zu diesem Zeitpunkt angenommenen Verletzung auch zu einer Spieldauer hätte führen können. Schiedsrichter Soguksu jedoch sah kein Foul und musste lautstarkes Missfallen des Publikums zur Kenntnis nehmen. Einige Sekunden später kam es auf hannoverscher Seite zu einem Ausgleichscheck, der jedoch zum Glück harmlos ausfiel. Mitten in diese kontroversen Szenen gelang den Indians der Ausgleich, als Arnold sich im Slot durchsetzte und für den erneuten Ausgleich sorgte.

Nachdem die Verlängerung ohne Ergebnis verlief, musste das Penaltyschießen herhalten und hier hatten die Indians mit zwei erzielten Toren (Ledlin und Pohanka), Leipzig traf nur einmal, das Glück des Tüchtigen.

Tore: 0:1 (15:26) Farrell (Zink, Martin), 1:1 (18:22) Pohanka (Uusivirta, Bacek), 1:2 (18:30) Velecky (Tramm, Patocka), 1:3 (27:03) Patocka (Velecky, Komnik), 2:3 (31:11) Pohanka (Bacek, Bovenschen), 3:3 (36:37) Turnwald (Schwab, Uusivirta), 3:4 (42:41) Albrecht, 4:4 (52:09) Arnold (Hein, Morczinietz), 5:4 (65:00) Branislav Pohanka (entscheidender Penalty). Strafen. Hannover 2, Leipzig 0. Zuschauer: 2838.

Indians rücken auf Platz vier vor – Mittelfeld so kompakt wie nie zuvor
EV Duisburg sorgt im Derby gegen Herne für den Tagesknaller

​Jetzt sind es wieder vier Gruppen, die für Spannung in der Oberliga Nord sorgen. Ganz oben Tilburg und Herne. Während Tilburg die Essener Tiefe mit Glück umschiffte...

Ein Dankeschön für Taucha
Im Advent 2020 kehren die Icefighters Leipzig nochmal kurz zurück

​Sechs Jahre lang war Taucha die Heimat der Icefighters Leipzig. Im unvergessenen Eiszelt wurden Siege gefeiert und Niederlagen gemeinsam überwunden. „Ohne diese Eta...

Tilburg, Teddys, Tombola und Derby
Knüller-Wochenende für die Wohnbau Moskitos Essen

​Für die Wohnbau Moskitos Essen geht es am Wochenende gegen das Top-Duo der Oberliga Nord. Erst kommt Spitzenreiter Tilburg Trappers an den Westbahnhof (Freitag, 20 ...

Hein fällt bis Saisonende aus, verlängert bis 2021, Christian Bauhof kommt
Gute und schlechte Nachrichten wechseln sich bei den Indians ab

​Das ist wirklich sehr ärgerlich für die Hannover Indians und somit auch keine gute Nachricht für den Trainerstab um Lenny Soccio. Einer der produktivsten und effekt...

Wiedergutmachung in Krefeld angesagt
Rostock Piranhas spielen gegen den Tabellenletzten

​Zum letzten Mal in dieser Saison treten die Rostock Piranhas gegen den Krefelder EV an. Die Heimspiele konnten sie beide für sich entscheiden. Das letzte Aufeinande...

Spiele gegen Duisburg und Essen
Erneut ein Doppel-Derby-Wochenende für den Herner EV

​Zum zweiten Mal in dieser Saison wartet ein Wochenende mit gleich zwei Duellen gegen die Ruhrpott-Nachbarn auf den Herner EV. Zuerst geht es am Freitag nach Duisbur...

Reaktion auf zahlreiche Ausfälle
Alex Zille verstärkt die Icefighters Leipzig

​Über 400 Spiele in der Oberliga für Halle. Eine Saison in der zweiten Liga für Dresden. Alexander Zille bringt eine Menge Erfahrung aufs Eis. Nun wechselt er zu den...

4:3-Arbeitssieg gegen die Rostock Piranhas – Teddy Bear Toss ein voller Erfolg
200 Einsätze für Nils Liesegang beim Herner EV

​Bereits vor dem Spiel gegen Rostock gab es viel Applaus von den Zuschauern. Kapitän Nils Liesegang wurde von Geschäftsführer Jürgen Schubert für seinen 200. Einsatz...

Oberliga Nord Hauptrunde

Freitag 17.01.2020
Füchse Duisburg Duisburg
6 : 4
Herner EV Herne
Krefelder EV Krefeld
3 : 8
Rostock Piranhas Rostock
Saale Bulls Halle Halle
4 : 1
Crocodiles Hamburg Hamburg
ESC Moskitos Essen Essen
3 : 5
Tilburg Trappers Trappers
Hannover Indians Hannover
3 : 0
Icefighters Leipzig Leipzig
Black Dragons Erfurt Erfurt
3 : 5
Hannover Scorpions Hannover
Sonntag 19.01.2020
Tilburg Trappers Trappers
- : -
Saale Bulls Halle Halle
Crocodiles Hamburg Hamburg
- : -
Hannover Indians Hannover
Icefighters Leipzig Leipzig
- : -
Krefelder EV Krefeld
Herner EV Herne
- : -
ESC Moskitos Essen Essen
Hannover Scorpions Hannover
- : -
Füchse Duisburg Duisburg
Rostock Piranhas Rostock
- : -
Black Dragons Erfurt Erfurt
Jetzt die Hockeyweb-App laden!
Aktuelle Online Eishockey Oberliga Nord Sportwetten News mit Quoten & Tipps. Den besten Eishockey Oberliga Nord Wettbonus suchen & finden
Aktuelle Wettangebote für die Oberliga Nord