Indians gehen gegen Neuwied in Führung3:1-Erfolg für Hannover

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Damit gehen die Hannoveraner mit 1:0 in der Best-of-Five-Serie in Führung und können bereits am Sonntag beim Rückspiel in Neuwied die Vorbereitung für den ersten Matchpuck selbst durchführen.

Die Vorbereitung mit der Begegnung gegen die Hannover Scorpions vor einer Woche war eine gute Einstimmung, denn die Partie am Freitag hatte in der Intensität noch einmal ein Plus.  Bereits nach wenigen Minuten war klar, dass es ein echtes Play-off-Achtelfinale werden wird. Beide Mannschaften gingen sofort volles Tempo (Neuwieds Coach Streu: „Von der Intensität eine echtes Play-off-Spiel“), vermittelten gleich den Eindruck, dass sie sich auf die Runde gut vorbereitet hatten. Ein weiteres interessantes Merkmal für den Kenner: Die Neuwieder betraten das Eis mit einem anthraziten Trikot, erinnernd an den früheren DEL-Ligisten, den Revier Löwen Oberhausen und beim EC Hannover Indians stand auf dem Trikot als Hommage an alte Zeiten: „ECH“ in weiß auf rotem Hintergrund.

Schon der Start war besonders:  Die Neuwieder setzten die Indians sofort unter Druck, konnten bereits nach fünf Minuten 4:0 Torschüsse für sich verbuchen und nur mühsam konnten sich die Indians aus der Umklammerung befreien. Es folgte ein harter Kampf im Mittelfeld, den Neuwieds Trainer Craig Streu zusammenfasste: „In den ersten Minuten waren beide Mannschaften sehr nervös.“ Obwohl die Neuwieder Bären tonangebend waren, gingen die Indians in Führung. Bereits die erste Strafe gegen die Gäste wurde zur Führung ausgenutzt. Grass zog von der blauen Linie ab, Linda im Neuwieder Kasten konnte zwar abwehren, aber die Scheibe nicht kontrollieren und Robby Hein schob die Scheibe, überraschend unbewacht, über die Linie. Diese Führung brachte sofort Sicherheit in die Reihen der Hannoveraner, während die Neuwieder scheinbar geschockt die Aggressivität, die sicherlich in einer solchen Runde nötig ist, übertrieben. Erster Anwender bei den Gästen war dabei ausgerechnet einer der Leistungsträger: Josh Myers. Der Topstürmer, unbestritten mit 61 Punkten ein wichtiger Angreifer, aber auch schon mit 172 Strafminuten belastet, nahm sich nacheinander erst Krauss und dann, kurz vor Drittelende, Schütt vor, rannte letzteren mit einem Kopf- und Nackencheck gegen die Bande und versuchte sich dann schnell zu verflüchtigen. Hauptschiedsrichter Jörg Edler, der sich sicher im Nachhinein einen leichteren Job gewünscht hatte, schickte Myers mit einer Fünfer plus Spieldauer vom Eis. Zu Recht, denn Schütt zog sich eine leichte Gehirnerschütterung zu. Indians-Coach Carroll: „Schütt hat uns sehr gefehlt und noch schlimmer ist es mit Grass. Der hat sich einen Schlüsselbeinbruch zugezogen und damit ist die Saison endgültig passé.“  Erschreckend in diesem Zusammenhang, dass die echten Verletzungen der gegnerischen Spieler zu hämischen Reaktionen der Neuwieder führten. Besonders unrühmlich tat sich dabei der Ersatzkeeper Köllejahn hervor, zusammen mit einigen Offiziellen des Vereines.

Im zweiten Drittel dann ein sehr ähnliches Bild wie am Spielanfang, allerdings erst nach fünf Minuten. Der Drittelbeginn stand zunächst, logisch bei fünf Minuten Überzahl, im Zeichen der Indians, die sich auch zwei Chancen herausarbeiten konnten, die jedoch keine Wirkung zeigten. Das brachte Neuwied wieder ins Spiel. Sie versuchten ein extremes Pressing, ließen die Indians kaum die Mittellinie erreichen und zwischen der 27. und 33. Minute musste ECH-Keeper Boris Ackers Höchstleistungen vollbringen, um den Ausgleich zu verhindern. Dieser fiel dann in der 34. Minute und war unglücklich, zumindest aus Indians-Sicht. Stephan Fröhlich nutzte einen Abpraller von Ackers und es stand 1:1. Komisch, da zuvor zahlreiche technische Finessen der Gäste nicht zum Erfolg geführt hatten. Kurz vor Ende des zweiten Drittels dann die zweite Hiobsbotschaft für die Indians. Artur Grass zog sich nach einem harten Check einen Schlüsselbeinbruch zu und wird die restlichen Spiele von der Bande verfolgen müssen.

Hatten die Neuwieder bereits im zweiten Drittel, vom Beginn mal abgesehen, optisch die Nase vorn, so veränderte sich das Bild im Schlussdrittel keineswegs. Mit viel Konzentration und einem starken Ackers im Tor begegneten die Indians diesem Druck und so stand es auch nach fünfzig Minuten immer noch 1:1. Auf welcher Seite würde der spielentscheidende Fehler passieren? Bis zur 53. Minute konnte die Antwort nicht gegeben werden, dann passierte es. Bei einem der seltenen ECH-Konter erhielt Dennis Arnold von Valasek hinter dem Gästetor von Linda die Scheibe,  ließ sich links vom Tor abbringen, drehte sich um die eigene Achse und überraschte Linda im Neuwieder Tor mit einem Schuss ins kurze Eck. Neuwieds-Coach Streu: „Dieses 2:1 hat uns sehr weh getan, denn wir waren zu diesem Zeitpunkt eindeutig am Drücker.“ Eigentlich eine unfaire Führung, aber da die Indians dem Druck standhielten, war sie per se auch durchaus verdient. Die Führung tat den Indians gut. Die jetzt leicht ausgepowert wirkenden Neuwieder mussten die Gastgeber wieder ins Spiel lassen und diese nutzten die Chance aus. Der wiederum starke Frederik Gradl überwand den diesmal chancenlosen Linda zum 3:1. Trotz des Rückstandes kämpften die Bären mit dem Mut der Verzweiflung, nahmen 120 Sekunden vor Schluss den Keeper aus seinem Heiligtum, um vielleicht doch noch das Wunder zu schaffen. Das ging schief und zum Spielende entlud sich der Frust der Neuwieder wegen der vermeintlich unverdienten Niederlage. In ihrem Versuch, für das Rückspiel dem Gegner zu schaden, wurde unverfroren versucht, die Topleute der Indians in Scharmützel zu verwickeln. Erst ließ sich Dennis Schlicht zu einem brutalen Foul gegen Duris hinreißen, welches mit einer Fünfer plus Spieldauer bestraft wurde und dann kam Paus erstmalig auf das Eis, um gleich einen der vermeintlichen gegnerischen Topspieler in einen Faustkampf zu verwickeln. Es traf dabei Hannovers Maeter, einen der Vertreter aus der vierten Reihe. Paus erhielt eine Matchstrafe, der ziemlich überraschte Maeter blieb bei 2+2.

Neuwieds Coach Craig Streu: „Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Das war die wichtigste Message. Am Sonntag werden wir auch hart arbeiten und wir erwarten einen Sieg.“

Indians-Coach Fred Carroll: „Es war ein hartes Spiel auf Play-off-Niveau. Wir haben im zweiten Drittel Glück gehabt. Im dritten Drittel haben wir uns den Sieg erkämpft. Jetzt hat Neuwied die schlechteren Karten und wir müssen alles tun, um den Vorteil für uns auszunutzen.“

Tore: 1:0 (7:25) Robby Hein (Grass, Finkel/5-4), 1:1 (34:51) Stephan Fröhlich, 2:1 (52:32) Dennis Arnold (Valasek, Meve), 3:1 (56:39) Frederik Gradl. Strafen: Hannover 16, Neuwied 12 + 5 + Spieldauer (Josh Myers) + 5 + Spieldauer (Dennis Schlicht) + Matchstrafe (Tobias-Niklas Paus). Zuschauer: 2821.

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