Hochverdientes 5:2 der Hannover Indians gegen die Black DragonsECH zementiert damit Verfolgerposition hinter Tilburg

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Die Erfurter meinten zwar laut ihrem Headcoach Fred Carroll: „Wir hatten diesen Start der Indians erwartet, aber nicht mit den Konsequenzen.“ Aber dass es nach fünf Minuten 2:0 stehen würde, war dann doch sehr überraschend. Den Torreigen eröffnete Branislav Pohanka in der dritten Minute, dem der eminent fleißige Brent Norris genau 69 Sekunden später das zweite Indians-Tor folgen ließ. Natürlich hofften die 2450 Indians-Fans, die restlichen 15 hatten den weiten Weg von Erfurt nach Hannover nicht gescheut, dass es so weitergeht, aber das ließen die Black Dragons dann doch nicht mit sich machen.

Langsam fingen sie sich, massierten die Abwehr und stopften erst einmal die vorhandenen Löcher, machten es so den hannoverschen Angreifern schwer, diese mit schnellen Pässen zu überwinden. Viele dieser Zuspiele, selbst aus kürzerer Entfernung, blieben hängen, aber da auch die Indians die Abwehrarbeit ernst nahmen, kam kaum Arbeit auf beide Keeper zu. Die Partie verflachte zusehends und wurde, für die Zuschauer langweilig, zu einer Art Stimmungskiller. Sollte es bei dem 2:0 bleiben? Erst in der 34.Minute  beantwortete der zuletzt immer besser in Form kommende Michael Knaub, der im Übrigen seit seiner Matchstrafe kaum noch auf der Strafbank sitzt, diese Frage mit dem 3:0, als er eine tolle Kombination mit Peleikis und Ziolkowski zum Abschluss brachte. Apropos Ziolkowski. Das Bruderduell zwischen Thomas (Indians) und Christoph (Erfurt) ging knapp zugunsten des Hannoveraners aus, da diesem zwar am Anfang ein paar Flüchtigkeitsfehler unterliefen, er aber später immer  sicherer zu einem Gestalter des hannoverschen Spieles wurde.

Ein weiterer Gegner der Indians neben Erfurt waren die klimatischen Bedingungen, auch wenn die Black Dragons das gleiche Problem hatten. Am Tage gab es für die Jahreszeit untypische 23 Grad. Manche der Fans war dementsprechend gekleidet und das Eis, sicherlich für jeden Eismeister eine Herausforderung, zeigte sich nur in mäßigem Zustand, kostete den Indians bei ihrem Versuch, immer das Tempo hochzuhalten, viel Kraft. Diese Schwäche zeigte sich kurz vor der zweiten Pause, als mehrmals die Scheibe nicht den Adressaten fand, die Erfurter dazwischen spritzten und fast in Serie drei Konter fuhren. Zweimal versuchte dabei der Erfurter Tom Fiedler sein Glück, scheiterte jedoch an der eigenen schwachen Präzision. Besser machte es dann Reto Schüpping, der den auch heute wieder starken Kevin Beech im ECH-Tor zum 1:3 überwand.

In der zweiten Drittelpause wird wohl Indians-Coach Lenny Soccio seine Mannen darauf hingewiesen haben, dass sie ihre Präzision wiederfinden müssen und siehe da, Erfurt kam in den ersten zehn Minuten fast zu keinen weiteren Möglichkeiten. Die Indians taten sich allerdings auch schwer und erst Andreas Morczinietz brach den Bann in der 48. Minute, als er einen Querpass von Viktor Knaub trotz starker Behinderung an Philip Lehr vorbei unter die Latte hebelte. Die mit einer guten Moral angetretenen Erfurter (Erfurts Coach Fred Carroll: „Ich kann meine Mannschaft nur loben. Sie hat bis zum Schluss ihre Chance gesucht“) verkürzten nach einem Abwehrfehler in der Indians-Defensive durch den fleißigen Maurice Keil in der 53. Minute auf 2:4. Fred Carroll zeigte sich dann sehr mutig, nahm seinen Keeper 115 Sekunden vor Schluss aus dem Tor, aber dieser Mut wurde dann doch nicht belohnt. Im Gegenteil, Indians-Topscorer Branislav Pohanka ließ es sich nicht nehmen, die Scheibe zum 5:2 im verwaisten gegnerischen Tor unterzubringen.

Black-Dragons-Coach Fred Carroll: „Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben zwar die ersten zehn Minuten komplett verschlafen, sind dann aber zurückgekommen, haben gefightet und uns nie aufgegeben.“

Indians-Coach Lenny Soccio: „Im ersten Drittel waren wir am Anfang sehr gut, danach haben wir die eine gewisse Struktur vermissen lassen. Anstatt personell zusammen zu stehen, haben wir die langen Pässe gesucht und das hat nicht immer geklappt. Dazu haben wir stellenweise nur mit drei Reihen spielen können. Stefan Goller musste als Verteidiger aushelfen, hat einen prima Job gemacht.“

Tore: 1:0 (2:33) Pohanka (Pfennings, Turnwald), 2:0 (3:42) Norris (Morczinietz, Goller), 3:0 (33:17) Michael Knaub (Ziolkowski, Peleikis/5-4), 3:1 (37:58) Schüpping (Vazan, Sochan), 4:1 (48:53) Morczinietz (Victor Knaub, Norris), 4:2 (52:07) Keil (Ziolkowski, Körner), 5:2 (59:39) Pohanka (Bacek, Pfennings/ENG). Strafen: Hannover 4, Erfurt 4. Zuschauer: 2465.

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