Harzer Falken wollen Revanche nehmenDiesmal soll es keine Enttäuschung geben

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Denn schlug man sich gegen die Indians mit einer 0:3-Niederlage noch achtbar, so sollte das Spiel in Timmendorf die wohl schwächste Leistung der Harzer Falken in dieser Saison werden. Und da war es nicht die 8:3-Niederlage, die in der Höhe etwas zu hoch aber angesichts einer guten Timmendorfer Mannschaft durchaus passieren kann. Vielmehr war es die Art und Weise, wie man sich taktisch und kämpferisch präsentierte und Trainer Norbert Pascha dazu veranlasste, das System zu überdenken. Und das Pascha dabei ein System einführte, dass bereits eine Woche später ein starkes Spiel in Halle mit unglücklichem Ausgang und einen souveränen Sieg gegen Rostock bescherte, bewies auf Anhieb, dass Niederlagen auch positiv sein können, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht. Norbert Pascha machte nach dem Spiel in Timmendorf insofern alles richtig und startete eine ganze Serie guter Spiele auch mit erfolgreichem Ausgang, die die Harzer Falken aktuell auf den 9. Tabellenplatz katapultierten.

Und auch im Spiel gegen die Hannover Scorpions letzten Sonntag reagierte Pascha auf die verletzungsbedingten Ausfälle genau richtig und beorderte Tobias Schwab in eine Reihe mit Erik Pipp und Ryan McGrath, die auch an diesem Wochenende in dieser Konstellation auf das Eis gehen werden. Christian Schock rückt entsprechend als Center in die Reihe mit Florian Böhm und Artjom Kostyrev. Da der bisherige Backup von Torwart Fritz Hessel, Jannis Ersel, nunmehr nach Crimmitschau berufen wurde und den Falken nicht mehr zur Verfügung stehen wird, rutscht Mario D'Antuono wieder in den Kader.

Doch es wird nicht nur ein Wochenende an dem Revanche genommen werden soll. Angesichts der Tabellenkonstellation wird es auch ein Stück weit richtungsweisend. Die Hannover Indians befinden sich nur einen Platz vor den Falken und haben bei einem absolvierten Spiel mehr 8 Punkte Vorsprung, die es gilt, nicht weiter anwachsen zu lassen, wenn man sich noch eine theoretische Chance auf die Play-off-Plätze sichern will. Auf der anderen Seite stehen die Beach Boys aus Timmendorf zwar nur auf dem zwölften Platz, haben aber, bei ebenfalls einem Spiel mehr, nur 4 Punkte Rückstand auf die Falken. Und so heißt hier die Devise ganz klar, den Abstand auf die hinteren Plätze zu wahren.

Und dass man auch gegen die Hannover Indians durchaus gewinnen kann, bewies man nicht nur in der letzten Saison, sondern auch im Hinspiel zeigten die Falken eine starke kämpferische Leistung. Und natürlich ist dies hypothetisch, doch hätte Ryan McGarth in der elften Minute nicht einen Penalty verschossen und wäre nur Sekunden später wegen eines unglücklichen Foulspiels mit Verletzungsfolge unter die Dusche geschickt worden, wäre eventuell auch der weitere Spielverlauf ein anderer gewesen. Doch auch die Indians spielen bislang eine Saison im Konjunktiv. Denn auch wenn der eigentliche Co-Trainer Tobias Stolikowski mit seinem Assistenten Bradley Bagu einen guten Job macht, so musste man zunächst im Oktober die Nachricht über die Tumorerkrankung von Headcoach Fred Carroll und dann auch noch den verletzungsbedingten Ausfall von Boris Ackers wegstecken, der in der Oberliga Nord sicherlich zu den besten Torhütern gezählt werden darf und ganz nebenbei im Team eine wesentliche Stütze darstellt. Doch nicht nur der daraufhin von Heilbronn verpflichtete Niklas Deske, sondern vor allem auch der erst 18-jährige Kassler Mirko Pantkowski sorgen mit 2,20 bzw. 2,01 Gegentoren im Schnitt dafür, dass die Indians sich mit bislang nur 42 Gegentoren insgesamt in der Spitzengruppe der defensivstarken Teams der Liga befinden. Und vorne sorgen Carsten Gosdeck (11 Tore und 8 Torvorlagen) sowie der mit einigen Anlaufschwierigkeiten gestartete US-Boy Brian Gibbons (8 Tore und 8 Torvorlagen) regelmäßig für ordentlich Gefahr vor dem gegnerischen Kasten. Verstärkung haben sie zudem letzte Woche durch Alex Lambacher erhalten, der sich in seinem zweiten Spiel im Indians-Dress gleich mit zwei Toren und einer Torvorlage gegen den Erzrivalen aus der Wedemark eindrucksvoll vorstellte. Dennoch kann man am Pferdeturm nicht wirklich zufrieden sein. Denn bis auf die beiden Siege gegen Leipzig (5:0) und Tilburg (4:1) gleich in den ersten beiden Heimspielen setzte es gegen die Topteams der Liga ausschließlich Niederlagen.

Spitzenreiter der „Was wäre wenn“-Kategorie ist jedoch ohne Frage unser Sonntagsgast aus Timmendorf. Theoretisch mit einem 22-Mann-Kader in die Saison gestartet, haben gerade mal lediglich drei Spieler der Beach Boys alle 18 Ligenspiele absolviert. Und so war Trainer Dave Rich als Folge von Verletzungen immer wieder dazu gezwungen, Umstellungen in den Reihen vorzunehmen und die Spiele teilweise mit einem Rumpfteam zu bestreiten. Umso bemerkenswerter eigentlich, dass man bereits 18 Punkte sammeln konnte. Doch ein Sieg gegen eines der Topteams blieb den Beach Boys bislang verwehrt. Zwar reichte es am letzten Wochenende zu einem 4:3-Sieg gegen Erfurt, doch nur zwei Tage später verspielte man in Rostock eine 4:0-Führung und verlor in der Verlängerung sogar noch mit 4:5. Doch nicht nur auf dem Eis geht es in Timmendorf derzeit turbulent zu. Die Eishalle ist stark sanierungsbedürftig und so wird es im Frühjahr einen Bürgerentscheid geben, ob die Investitionskosten zum Erhalt der Halle eingesetzt werden sollen oder mit der Eishalle letztendlich auch Timmendorf von der Eishockey-Landkarte verschwinden wird. Ein Umstand, der in der Liga und bundesweit für eine Welle der Solidarität gesorgt hat. Und ganz bestimmt werden es sich auch die Harzer Fans beim Spiel am Sonntag um 18 Uhr nicht nehmen lassen, ihre Solidarität mit einem langjährigen und sympathischen Weggefährten zu bekunden. Wer sich schon jetzt solidarisch zeigen möchte, dem sei die Petition unter www.ehct06.de ans Herz gelegt.


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