Harzer Falken starten erfolgreich in die Qualifikationsrunde

von Hockeyweb, Sonntag 31. Dezember 2017, Lesedauer: ca. 3 Minuten

(Foto: nordstadtlicht.com/Harzer Falken)

​In einer hochemotionalen Begegnung gegen den EHC Timmendorfer Strand konnten sich die Harzer Falken mit einem 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)-Sieg erfolgreich im heimischen Wurmbergstadion für die knappe 3:4-Niederlage am letzten Spieltag der Vorrunde in Timmendorf revanchieren.

Was für die Falken auf dem Spiel stand, konnte man vor allem im ersten Drittel sehen. Denn auch wenn man bei einem leichten Chancenplus für die Gäste einen doch insgesamt relativ ausgeglichenen Spielabschnitt zu sehen bekam, konnten die Harzer ihre Anspannung nicht immer verbergen. Und dass der Spielverlauf diesmal ein anderer war, als man es schon zu oft gesehen hatte, war vor allem einem Mann zu verdanken, der an diesem Abend eine tadellose Leistung zeigte und sich mit einigen unfassbaren Saves den Shutout redlich verdient hatte. Fritz Hessel schien als einziger die Ruhe selbst zu sein und brachte vor allem den überragenden Gästestürmer Cedric Montminy schier zur Verzweiflung. Zuvor hatten aber auch die Harzer einige gute Möglichkeiten. Doch Tim Lucca Krüger, Alexander Engel, Richard Zerbst und Erik Pipp scheiterten ebenso am Schlussmann der Gäste, wie in der 18. Minute Lukas Gärtner, der Hessel auch mit einem abgefälschten Schuss von der blauen Linie nicht bezwingen konnte. So wurden die Falken auch dank Hessel diesmal jedoch nicht für vergebene Chancen durch Gegentreffer bestraft, sondern konnten selber jubeln, als Thomas Schmid in der 20. Minute in Überzahl einfach mal drauf hielt und der verdeckte Schuss hinter Jordi Buchholz im Gästetor einschlug.

Und auch zu Beginn des zweiten Drittels sollte sich das Bild zunächst nicht wesentlich ändern. 17 Sekunden waren gespielt, als Hessel seine Jungs mit der Parade des Abends im Spiel hielt. Mit einem Querpass hatte man ihn schon ausgespielt und eigentlich war das Tor für den Einschuss frei, doch im Spagat fischte der Harzer Schlussmann auch diesen Puck aus der Luft und sorgte wahrscheinlich bei den Gästen für zusätzliche Verzweiflung. Und nachdem Alexander Engel freistehend die Vorlage von Elias Bjuhr nicht richtig traf und auch Thomas Herklotz mit einem feinen Schuss an Bochholz scheiterte, war es erneut Hessel, der zunächst gegen zwei Timmendorfer rettete und in der 28. Minute zum wiederholten Male Montminy desillusionierte. Und nahezu im Gegenzug war es dann soweit als Erik Pipp noch mit einem Blueliner am Gästetorwart scheiterte, Elias Bjuhr den Abpraller aber souverän zum 2:0 einnetzte. Neun Sekunden vor der zweiten Pause lieferte sich Cedric Montminy einen kleinen Faustkampf mit Christian Schock, für den beide mit zwei plus zwei Strafminuten belohnt wurden.

Eine Szene jedoch, die noch entscheidend werden sollte. Denn im Schlussdrittel mussten die Gäste einige Male mit Entscheidungen des Schiedsrichters hadern, der konsequent jedes kleinste Foul ahndete und den Timmendorfern mit diversen Strafzeiten in den ersten zehn Minuten des Schlussdrittels völlig den Spielfluss nahm. Und als sich Cedric Montminy dann in der 52. Spielminute dazu hinreißen ließ, sich eine Prügelei mit Lasse Bödefeld zu liefern, schickte Schiedsrichter Daniel Ratz Montminy vorzeitig unter die Dusche. Letzendlich wurde aus dieser Strafe aber ein Überzahlspiel der Gäste, da neben Bödefeld auch Thomas Herklotz und Alexander Engel ihren Anteil an dem Scharmützel haben wollten und ebenfalls auf die Strafbank durften.

Doch vor all diesen unschönen Szenen stand noch eine ganz entscheidende. Denn in der 51. Minute wurde Elias Bjuhr von Trevor Hendrikx auf die Reise geschickt. Dieser setzte sich gewohnt kampfstark gegen die Verteidiger durch und bediente Tim Lucca Krüger mit einem großartigen Pass aus der Ecke, der vor dem Tor den entscheidenden Ticken schneller reagierte und zum vorentscheidenden 3:0 abschloss. Und dem erneut ganz starken Elias Bjuhr sollte es dann auch vorbehalten sein mit einem Traumtor den 4:0-Endstand herzustellen. Wie er mit dem Puck zwischen den beiden Verteidigern durchzog und dann auch noch die Ruhe hat auf kürzeste Distanz den Torwart auszuspielen war absolut sehenswert und ein würdiger Abschluss des Harzer Torreigens.

Nun gilt es am 2. Januar 2018 in Berlin gleich nachzulegen, wenn es gegen die Preussen zum nächsten „Klassenkampf“ kommt.

Doch auch auf die Ereignisse neben dem Eis muss abschließend noch eingegangen werden. Denn nicht nur das Böller flogen, was kurz vor Silvester eine leider weit verbreitete Unsitte in den Stadien des Landes ist. Die Timmendorfer Spielerbank wurde mit Gegenständen beworfen, Spieler und Offizielle bepöbelt und als negativer Höhepunkt wurde der Bus der Gäste beschädigt. „Alles Dinge, die allen Harzer Falken sehr leid tun, für die wir uns aber nicht entschuldigen. Denn die Zuschauer, die dies tun gehören nicht zur großen Eishockeyfamilie, sondern sind einfach nur dumme Menschen, die anscheinend ihren persönlichen Frust im Stadion auslassen müssen. Hiervon distanzieren wir uns als Team und auch im Namen unserer großartigen Fans ganz klar. Entsprechend übernehmen wir für derartige Peinlichkeiten nicht die Verantwortung sich entschuldigen zu müssen. Was nicht heißen soll, dass uns leid tut, was hier passiert ist“, erklärten die Braunlager in ihrer Pressemitteilung.