Harzer Falken bleiben sieglosNiederlagen gegen Erfurt und Rostock

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Symptomatisch werden diese Ergebnisse aufgrund der Art und Weise, wie sie zustande gekommen sind. Denn genau betrachtet stehen die beiden Spiele für die Tragik sowie die viel beschriebene bessere Effektivität des Gegners (Erfurt) und die Überlegenheit der anderen Teams, die man nur temporär ausblenden kann (Rostock). So standen die Harzer Falken gegen zwei Teams auf dem Eis, die sich aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Pre-Play-off-Platz liefern und entsprechend rein vom Papier her naturgemäß als Favorit in die Spiele gegen die Harzer gehen. Ein Fakt, den die Erfurter auch gleich mit dem 0:1 in der 1. Spielminute unterstreichen sollten. Doch rückblickend sollten es gar nicht mehr so sehr viel mehr Chancen werden, die sich den Thüringern boten. Denn die Falken spielten Erfurt phasenweise förmlich an die Wand. Läuferisch immer einen Schritt schneller und körperlich mit genau der Präsenz und Härte, die man sich schon so oft gewünscht hatte. Natürlich spielte den Falken dabei auch in die Karten, dass mit Gregor Brodnicki ein Schiedsrichter das Spiel leitete, der dafür bekannt ist, das Spiel laufen zu lassen und nicht für jeden Körperkontakt Strafzeiten zu verteilen. So trug Brodnicki wesentlich dazu bei, dass sich ein phasenweise spektakuläres Spiel mit diversen Großchancen, einem ungeheuren Tempo und sehr zur Freude der Zuschauer vielen harten aber insgesamt fairen Zweikämpfen an der Bande entwickelte. Und vor allem im 2. Drittel merkte man den Erfurtern deutlich an, dass sie mit dem schnellen und aggressiven Spiel der Hausherren so gar nicht richtig klar kamen. Bezeichnend eine Szene, als Routinier Christian Grosch sich für den harten Einstieg eines Falken revanchieren wollte, aber bei dem Versuch den viel zu schnellen Robert Wittmann zu checken selbst an der Bande zerschellte. Und auch das Tor der Falken fiel genau so, wie Trainer Norbert Pascha es immer fordert. Einfach spielen und wenn man nicht weiß wohin mit dem Puck, einfach mal auf das Tor schießen. Denn der Blueliner von Thomas Schmid war alles andere als ein Gewaltschuss. Aber er war präzise und zudem war der an diesem Abend überragende Torwart der Erfurter, Erik Reukauf, gut zugestellt und hatte kaum eine Chance, rechtzeitig zu reagieren. Doch mit Erik Reukauf ist man dann auch schon bei dem Spieler angekommen, der für die Thüringer an diesem Abend zur Lebensversicherung wurde. Denn wenn sich nicht seine Vorderleute aufopferungsvoll dem Harzer Sturmlauf entgegen warfen, oder der Pfosten zum Spielverderber wurde, war es Reukauf, der die Falken schier zur Verzweiflung brachte. Und selbst als man zum moralisch ungünstigsten Zeitpunkt, nämlich 2 Sekunden vor der zweiten Drittelpause, aus heiterem Himmel das 1:2 fing, sollten sich die Befürchtungen der Zuschauer, dass die Falken nun einbrechen könnten, nicht bewahrheiten. Bis zur letzten Sekunde rannten die Falken an und so erklärt sich dann auch die Tragik, die eingangs beschrieben dieses Spiel ausmachte. Denn keiner der anwesenden Zuschauer konnte dem Falkenteam an diesem Abend einen Vorwurf machen. Und würde man selber noch nach einer überzeugenden Saison im Rennen um die Play-Off-Plätze sein, wären alle zufrieden nach Hause gegangen, weil sie ein tolles Spiel gesehen hatten und man solche Spiele schonmal verlieren kann. Doch da dem nicht so ist und man erneut die große Chance vertan hat, den vorletzten Tabellenplatz zumindest zeitweise verlassen, gewann dieses Spiel eine ganz besondere Tragik.

Eine Tragik, die sich zwei Tage später in Rostock so gar nicht einstellen sollte. Ohne Florian Böhm angereist stand man von Beginn an unter Druck und die 3:0-Führung der Gastgeber war angesichts des Spielverlaufes auch in Ordnung. Die Hausherren zeigten im gesamten Drittel konsequent und effektiv, dass sie sich die Chance auf die Play-Offs offenhalten wollen und den Harzern fiel nicht zwingend etwas ein, um sie daran zu hindern Und auch wenn man sich im Mitteldrittel aufrappelte und durch Ryan McGrath und Dylan Quaile auf 4:2 aufschloss, so konnte man die daraus resultierende Unsicherheit der Gastgeber nicht nutzen und brachte sie viel mehr durch eine völlig unnötige Strafzeit zurück ins Spiel. Unnötig, da es sicherlich kaum eine vermeidbarere Strafe gibt als die für zu viele Spieler auf dem Eis. Rostock bedankte sich artig mit dem 5:2 und damit war es dann eigentlich auch schon entschieden. Denn außer dem zweifelhaften Prädikat „sie waren stets bemüht“ konnten sich die Falken im letzten Drittel nichts Zählbares mehr erkämpfen und so war es an den Piranhas, seine Fans in der Endphase des Spieles noch mit den zwei Toren zum 7:2-Endstand zu beglücken.

Im Ergebnis bleibt die Tatsache, dass man in der Qualifikationsrunde nur eines von sieben Spielen gewinnen konnte. Und auch wenn man mit den Hannover Indians den wahrscheinlich härtesten Brocken schon hinter sich gelassen hat, werden die Aufgaben keineswegs einfacher. Denn aus eigener Kraft kann man nur noch die Hannover Scorpions einholen, gegen die man am nächsten Wochenende beide Spiele absolvieren wird. Und bei einem Fünf-Punkte-Vorsprung der Hannoveraner ist ein Sechs-Punkte-Wochenende fast schon Pflicht.

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