Hannover stellt sich doppelt gegen den SüdenIndians-Duell im Halbfinale – beide Vorrundenvierten werfen Meister raus

Die Hannover Indians warfen die Blue Devils Weiden aus dem Rennen.  (Foto: Manfred Schneider)Die Hannover Indians warfen die Blue Devils Weiden aus dem Rennen. (Foto: Manfred Schneider)
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Aber auch Rang drei in der Vorrunde brachte kein Glück, wie die Tilburg Trappes (0:3 gegen Memmingen) und die Starbulls Rosenheim (1:3 gegen die Scorpions) schmerzhaft bemerken mussten.

Jetzt spielen die Vorrundenzweiten gegen die -vierten und damit kommt es zum ersten indianischen Duell in der Eishockeygeschichte. Die Memminger und die Stadt-Hannoveraner, beide haben sich den Zusatznamen „Indians“ gegeben, treffen jetzt im Halbfinale aufeinander. Aber auch das zweite Halbfinale hat Esprit. Die Hannover Scorpions treffen auf den Halle-Bezwinger Eisbären Regensburg. In beiden Halbfinalserien sind Überraschungen nicht ausgeschlossen. Die Halbfinalserien beginnen am Dienstag, 12. April, in Memmingen und Mellendorf.

Hannover Indians – Blue Devils Weiden 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 0:0, 1:0) n.V.

Serienstand: 3:1

Wer es einfach will, lässt die Hannover Indians am besten links liegen. Die Stadt-Hannoveraner zogen, wie die Kollegen aus Mellendorf, ins Halbfinale ein und setzen an zum großen Sprung. Aber bis dahin wird es ein noch ein langer und steiniger Weg. Gegen den aktuellen Südmeister, den Blue Devils Weiden, gegen die es in der Vorbereitung im September noch ein 0:4 und 0:6 gab, zeigten die Indians, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Obwohl keine kompletten drei Reihen aufbietend und ohne Mannschaftskapitän gegen ein Weiden, dass mit aller Macht versuchte, den Serienrückstand aufzuholen. Und noch etwas Besonderes: Beide Teams kamen mit ganzen zwei Strafminuten aus. Lediglich Nick Aichinger musste auf die Strafbank, aber die Blue Devils konnten diesen einzigen personellen Vorteil nicht für sich nutzen. Ansonsten standen es über die volle Spielzeit fünf gegen fünf gegenüber und damit ist das Spielergebnis im Endeffekt auch gerecht.

Ein echter Vorteil für die Indians war natürlich der Start. Gleich der erste Angriff über Igor Bacek wurde von dem Slowaken, Sturmführer der ersten Angriffsreihe, zum 1:0 ausgenutzt. Jaroslav Hübl im Tor der Blue Devils machte keinen allzu glücklichen Eindruck. Wie stark beide Teams defensiv eingestellt waren, zeigte das Schussverhältnis. Die Indians durften Hübl sechsmal testen, die Weidener seinen Kontrahenten Böttcher-Miserotti ganze dreimal. Im zweiten Drittel wurde Weiden deutlich aggressiver und munterer und brauchte nur vier Minuten für den Ausgleich. Einen Stellungsfehler in der ECH-Abwehr nutzte Dennis Thielsch zum 1:1 aus. Weiden übernahm jetzt das Kommando und kassierte etwas überraschend das zweite Gegentor. Sebastian Christmann tankte sich durch, versuchte aus spitzem Winkel einen Torschuss und traf, weil Weidens Torhüter Jaroslav Hübl scheinbar einen Querpass erwartete. Für Weiden äußerst unpassend. Anstatt zu führen lag man wieder zurück. Im dritten Drittel schienen die Indians das Spiel nach Hause schaukeln zu können, aber der Südmeister wäre nicht Meister geworden, wenn er nicht blitzschnell umschalten könnte. Rob Brown versuchte einen Blueliner, Böttcher-Miserotti konnte nur prallen lassen und Tomas Rubes stand goldrichtig. Die Jubelarie der Weidener war dementsprechend und verständlich.

Somit ging es in die, am Pferdeturm bereits bekannte, Verlängerung. Beide Teams merkte man die konditionelle Beanspruchung an, vor allem nach den ersten, erfolglosen, zwanzig Minuten. In der zweiten Verlängerung suchten beide Teams, wie zwei Boxer nach neun Runden, den berühmte Lucky Punch anzusetzen, ehe in der 94. Spielminute Andrej Strakhov, während der Saison von den Hannover Scorpions gekommen, mit einem One Timer den Siegestreffer erzielte und die 4.200 Zuschauer in einen Jubelrausch versetzte. Bei den Indians hielt Torhüter David Böttcher-Miserotti mit seiner stoischen Ruhe sein Team im Spiel und auch Weiden zeigte eine glänzende Vorstellung.

Tore: 1:0 (00:29) Igor Bacek, 1:1 (24:07) Patrick Siller (Rubes), 2:1 (30:08) Sebastian Christmann (Thalmeier), 2:2 (53:11) Tomas Rubes (Brown), 3:2 (94:31) Andrej Strakhov (Bacek, Bowles)

Starbulls Rosenheim – Hannover Scorpions 2:5 (2:2, 0:2, 0:1)

Serienstand: 1:3

Der Rosenheimer Angstgegner schlug wieder zu. Wie in der Saison 2017/18 trafen beide Teams im Oberliga-Viertelfinale aufeinander und auch damals setzten sich die Hannover Scorpions durch. Die Starbulls zeigten in den vier Begegnungen keine schlechten Leistungen, aber sie konnten die Stärke in den ersten dreißig Minuten in den ersten drei Spielen nur punktuell umsetzen und in Spiel vier spielten sie zwar druckvoll, schossen im ersten Drittel auch zwei Tore, aber wenn der Gegner nur zu drei Schusschancen kommt und dabei zwei Tore erzielen kann, dann spricht das nicht gerade für die Defensive der Starbulls. Nach dem 2:2 im ersten Drittel schienen die Fesseln eines taktischen Spieles für beide Mannschaft abgestreift, aber beide erinnerten sich im weiteren Verlauf des ersten Drittels an die Wichtigkeit, versuchten immer mehr Fehler zu vermeiden und gingen mit dem 2:2 in die Kabine. Mit dem Spielstand waren die anwesenden 4.253 Zuschauer sicherlich nicht zufrieden und es kam für sie noch richtig mies. Innerhalb von nur 210 Sekunden nach Drittelbeginn stand es auf einmal 4:2 für die routiniert auftretenden Gäste. Julian Airich traf mit seinem dritten Play-off-Tor zum 3:2 und Louis Trattner erhöhte kurz darauf auf 4:2. Der Spielverlauf war damit komplett auf den Kopf gestellt und eben diesen Kopf bekamen die Rosenheimer nicht mehr frei. Sie verstärkten ihre Offensivoperationen, konnten sich aber nur noch wenige gute Chancen erarbeiten und mit diesen scheiterten sie an Gästetorhüter Brett Jaeger, der in der wichtigsten Jahreszeit scheinbar zurück zu alter Form gefunden hat. Er war unüberwindbar, steigerte sich auf 94,6 Prozent Fangquote und stach sein Gegenüber Andreas Mechel, der sich schwache 77,8 Prozent anschreiben lassen konnte, klar aus. In der vorletzten Minute fiel dann noch das 5:2 durch Patrick Klöpper, nachdem Mechel für einen sechsten Feldspieler das Tor verlassen hatte. Damit haben die Scorpions, wie vor drei Jahren, verdient mit 3:1 Siegen die nächste Runde erreicht.

Tore: 0:1 (04:28) Christoph Kabitzky (Koziol, Reiss 5-4), 1:1 (05:28) Zackary Phillips (Daxlberger, Brandl), 1:2 (07:52) Thomas Reichel (Hammond), 2:2 (10:38) Marc Schmidpeter (Slezak), 2:3 (21:53) Julian Airich (Reiss), 2:4 (23:30) Louis Trattner (Knaub), 2:5 (58:23) Patrick Klöpper (ENG)

Eisbären Regensburg – Saale Bulls Halle 9:2 (2:0, 4:1, 3:1)

Serienstand: 3:1

Mit Karacho ins Halbfinale. Die Eisbären Regensburg besiegten den Nordmeister aus Halle mit 9:2, aber der Spielverlauf war beileibe nicht so, dass er das Kanterergebnis erklären kann. Der Nordmeister machte eine klar bessere Figur, allerdings verfiel er auch in ein physisches Spiel, dass er dann nicht gewinnen konnte. Fünfmal hatte Halle einen Spieler mehr auf dem Eis, das Ergebnis war eine desaströse Null. Ganz anders die Regensburger, die scheinbar das Powerplay besonders geübt hatten. Gleich elfmal bekamen sie vom Schiedsrichtergespann Flad/Kohlmüller ein Überzahlspiel zugesprochen und sie trafen gleich sieben mal. Darunter gab es drei Treffer bei doppeltem Überzahlspiel zu bewundern und am Ende lag die Erfolgsquote bei 64 Prozent. Überragende Akteure bei den Eisbären waren die Erste-Reihe-Stürmer Richard Divis (4 Punkte) und Constantin Ontl (3 Punkte), Andrew Schembri mit drei Punkten und zwei Spielern aus der vierten Reihe: Marvin Schmid (4 Assist) und Tomas Plihal (3 Punkte). Halle konnte sich immerhin zugutehalten, dass Tatu Vihavainen in Unterzahl das letzte Saisontor seiner Mannschaft gelang.

Tore: 1:0 (05:17) Andrew Schembri (Gajovsky, Divis), 2:0 (08:00) Richard Divis (Schmid, Plihal 5-3), 3:0 (24:30) Tomas Plihal (Wagner, Schmid), 3:1 (25:36) Joonas Niemelä (Vihavainen, Schmid), 4:1 (29:54) Jakob Weber (Schmid, Divis 5-3), 5:1 (30:37) Tomas Schwamberger (Ontl, Weber 5-4), 6:1 (38:19) Tomas Plihal (Schiller), 7:1 (46:05) Tomas Gulda (Ontl, Schembri 5-3), 8:1 (46:55) Richard Divis (Schembri, Gajovsky 5-4), 8:2 (52:05) Tatu Vihavainen (Stas 4-5), 9:2 (52:34) Peter Flache (Ontl, Schmid 5-4)


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