Hannover Scorpions verspielen 3:0-Führung – dennoch Erster3:4 nach Verlängerung gegen Tilburg Trappers

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Natürlich ging auch ein Dank an die Crocodiles Hamburg, die dem Herner EV mit einem 4:1 ein Waterloo bereiteten. Tilburg dagegen, das mittlerweile mit 34 erzielten Toren wieder den besten Sturm der Liga sein Eigen nennt, steht mit zwei Punkten Rückstand auf die Scorpions bereit, am Sonntag mit einem Sieg gegen die Hannover Indians eventuell vorzurücken.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Spitzenbegegnung der Oberliga Nord zwischen dem Tabellenzweiten und dem Nordmeister und aktuellen Tabellendritten aus Tilburg war ein wirkliches Spitzenspiel mit allen technischen Finessen, hoher Geschwindigkeit und einem Kampf bis aufs Messer. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die 69 Strafminuten kein Indiz für ein unfaires oder gar bösartiges Spiel waren. Beide Teams schenkten sich nichts und die zwei Disziplinarstrafen gegen Ralf Rinke (Scorpions) und Bartek Bison (Tilburg) sowie die Fünfer plus Spieldauer für Danny Stempher (Tilburg) waren eher dumme Strafen als ein Anzeichen für grobe Unfairness.

Die Scorpions zeigten sich giftig, pressten die Tilburger bereits in deren Hälfte und übernahmen das Kommando. Zunächst noch ohne Erfolg, dieser sollte sich etwas später jedoch einstellen. Auffälligste Akteure bei den Scorpions zu diesem Zeitpunkt Patrick Schmid, Björn Bombis und, etwas überraschend, Ralf Rinke. Das war unerwartet, denn die Scorpions waren ersatzgeschwächt in die Partie gegangen. Dennis Arnold fehlte sperrenbedingt und Julien Pelletier hatte sich an der Schulter verletzt. Dazu Trainer Dieter Reiß: „Das kann lange dauern.“

Auf alle Fälle schien die Taktik der Scorpions richtig gewählt, denn die Tilburger fanden durch das gegnerische Pressing nicht ins Spiel und so war die Führung der Gastgeber nur eine Frage der Zeit. In der 14. Minute war es dann soweit. Andre Reiß, dessen läuferische Fähigkeiten ein optischer Genuss in dieser Liga ist, kurvte um das Trappers-Tor, wurde nicht angegriffen und schoss die Scheibe ansatzlos ins lange Eck, Meierdres im Tor war chancenlos. Das war natürlich nicht nach dem Geschmack der Tilburger und Danny Stempher hatte etwas dagegen, spritzte in einen Querpass und hätte um ein Haar für den Ausgleich gesorgt. Gegenspieler Enrico Salvarani hatte allerdings mit spektakulärer Parade etwas dagegen. Vielleicht war Stempher angesichts dieser Aktion und dem 0:2 beleidigt, das kurze Zeit später Giovanni Robinson erzielt hatte, als er eine fantastische Kombination mit Marius Garten zum erfolgreichen Abschluss gebracht hatte. Stempher knallte jedenfalls Schütt derart an die Bande, dass für kurze Zeit das schlimmste befürchtet werden musste und nach der anschließenden Keilerei schickte Schiedsrichter Kevin Salewski Stempher mit einer Fünfer plus Spieldauer zum Duschen und die beiden Streithähne Ralf Rinke und Bartek Bison mit je 14 Minuten auf die Strafbank zum Abkühlen.

Als dann noch Topscorer Björn Bombis in Überzahl einen Klasseschuss mit einem Hauch Glück, der Puck sprang gegen den Innenpfosten, das 3:0 erzielte, da kochte das Stadion und man musste um die bis dahin recht harmlosen Niederländer förmlich Angst haben.

Auch im zweiten Drittel ein sehr ähnliches Bild. Die Scorpions griffen konzentriert an, ließen die Gäste die Arbeit machen und die versuchten immer verzweifelter Lücken in der Abwehr der Scorpions zu finden, die es einfach (fast) nicht gab. Und wenn wirklich mal ein Puck durchflutschte, dann war Salvarani immer zur Stelle, stellenweise mit spektakulären Aktionen, die man nur aus der DEL kennt. Alleine bis zur 30. Minute hätten nacheinander Koziol, Garten, Schmid, Bombis und Robinson den Zwischenstand auf 6:0 schrauben können, ohne dass sich die Niederländer hätten beschweren können. Wie aus heiterem Himmel fiel dann doch erste Tilburger Treffer. Hofland und Collier sperrten Mitch Bruijsten frei und der hatte bei seinem Schuss aus dem Slot keine Probleme. Jetzt schienen die Scorpions zu schwimmen, mussten sich dann sogar 118 Sekunden mit zwei Mann weniger wehren, zogen ihren Abwehrgürtel jedoch extrem weit zurück und lagen auch damit richtig. Den Trappers fiel kaum etwas intelligentes ein und das Passspiel war in dieser Phase zu langsam um die Scorpions auszuspielen.

Im dritten Drittel wurden dann, es war zu erwarten, die Beine der Scorpions lahmer. Kein Wunder, spielten die einen mit drei und die anderen mit vier Reihen, wobei das Tempo schon an der DEL2 kratzte. Herausragend übrigens hier wie auch schon davor beide Keeper. Ohne Enrico Salvarani (Scorpions) und Meierdres (Tilburg) hätte am Ende auch ein 10:8 herauskommen können. Wie auch bereits beim ersten Trappers-Tor fiel es völlig überraschend. De Hondt fand eine Lücke in der Scorpions-Abwehr, schickte Max Hermens und der 21jährige schlug eiskalt zu. Jetzt ging das Spiel nur noch in eine Richtung. Die Scorpions konnten sich stellenweise nur noch befreien und in der 57. Minute war es soweit. Hermens bediente per Diagonalpass Kevin Bruijsten und dieser erzielte in seinem dritten Saisonspiel sein erstes Tor. Auch hier war Salvarani machtlos. Was die Scorpions an ihrem Keeper haben, bewies dieser in den beiden letzten Minuten. Die Trappers, jetzt richtig auf den Geschmack gekommen, wollten nun alle drei Punkte und sie standen, bei lese und staune in diesen 180 Sekunden dreimal (Hofland, van Oorschot, Bison) alleine vor Salvarani und – scheiterten jedes Mal.

In der Verlängerung holten die Gastgeber noch einmal alle Kraftreserven heraus, belauerten den Gegner, konnten sich jedoch keine Großchance erarbeiten. Anders die Trappers, bei denen Diego Hofland seine Möglichkeit erhielt und er nutzte sie abgebrüht aus.

Tore: 1:0 (13:04) Reiß (Robinson, Schütt/5-4), 2:0 (17:09) Robinson (Garten, Koziol), 3:0 (18:54) Bombis (Schmid, Garten/5-4), 3:1 (34:34) Mitch Bruijsten (Hofland, Collier), 3:2 (51:07) Hermens (de Hondt, van Gorp), 3:3 (56:51) Kevin Bruijsten (Hermens, de Hondt), 3:4 (62:03) Hofland (Loginov, Bastings). Strafen Hannover 14 + 10 (Rinke), Tilburg 10 + 10 (Bison) + 5 + Spieldauer (Stempher). Zuschauer: 1343.

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