Hannover Scorpions ohne große Probleme gegen Essener Moskitos7:2 nach 0:2

Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzten sich die Hannover Scorpions deutlich gegen die Moskitos Essen durch. (Foto: Sabrina Böhnke)Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzten sich die Hannover Scorpions deutlich gegen die Moskitos Essen durch. (Foto: Sabrina Böhnke)
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Ein 7:2 klingt wie eine einseitige Angelegenheit und sie war es auch. Allerdings nur innerhalb von vierzig Minuten, denn in den ersten zwanzig bestimmten die Scorpions zwar auch das Geschehen, aber in dieser Phase zogen ihnen die Essener mit ihrem Einlullhockey förmlich die Nerven. Die Gäste, die laut ihrem Trainer Larry Suarez mit gerade einmal acht Stürmern angetreten waren, spielten hinten etwas laissez faire, versuchten mit schnellen Pässen die Scorpions auszuhebeln und hofften natürlich, dass ihr Keeper Leon Frensel einen guten Tagen hat. Die Scorpions dagegen, die laut ihrem Headcoach Dieter Reiß im Augenblick abwechselnd auf dem Eis und auf der Krankenstation sind, versuchten zwar mit gepflegtem Kurzpassspiel die Essener auszuspielen, aber da die Passqualität im ersten Drittel äußerst mau war, hatte diese keine Probleme, jede Torgefahr problemlos zu unterbinden. Daher überraschte es alle in der neunten Minute, als Patocka Aaron McLeod am kurzen Pfosten anspielte und dieser Scorpions-Goalie Enrico Salvarani beim 1:0 ausspielte. Drei Minuten später hieß es gar 2:0. Zwei Scorpions saßen auf der Strafbank, Essens Lars Grözinger passte quer, frech mitten durch die gegnerische Abwehr, fand Aaron McLeod und dieser vollendete. Das haut natürlich auch den stärksten Gegner psychisch um und so war es kein Wunder, dass die Scorpions förmlich die erste Sirene herbeisehnten.

Welche Zauberworte Dieter Reiß in der Kabine fand, wurde leider nicht überliefert, aber eines war sicher: Es waren die richtigen, denn was seine Mannschaft in den nächsten fünf Minuten ablieferte, das war phänomenal. Oder mit anderen Worten, sie zauberten, schafften den Umschwung, um sich danach erst einmal wieder zurückzuziehen, mit den Kräften haushalten. Wichtigster Mann in dieser Phase Mario Valery-Trabucco. Der Kanadier avancierte zum Matchwinner, weil er in der 21. und 23. Minute persönlich den Ausgleich herstellte und kurz danach, exakt 92 Sekunden später, Dennis Arnold sogar das 3:2 schoss. Dazu Essens Coach Larry Suarez: „Nachdem wir im ersten Drittel sehr gut gespielt hatten, waren wir im dritten Drittel, vor allem in der Anfangsphase überhaupt nicht da. Woran das lag, das muss ich herausfinden.“

Tatsächlich schüttelten sich die Essener durch um dann die Scorpions wieder auf zu Trab zu halten. So spielt jedenfalls kein Team, das sich aufgegeben hat. Nur mit dem Toreschießen haperte es. Einmal passten die Scorpions jetzt besser auf, Salvarani steigerte sich ebenfalls und die Essener, die mit ihrem Forechecking bis dahin viel Kraft verloren hatten, spielten nicht mehr so gradlinig. Trotzdem hätte es spätestens in der 40. Minute 3:3 heißen müssen, als nacheinander McLeod und Hildebrand an Salvarani und ihrer Ungenauigkeit scheiterten.

Im dritten Drittel blieb die Essener Hoffnung noch genau vier Minuten vorhanden. Spätestens mit dem 4:2, erzielt natürlich wieder von Valery-Trabucco war das Spiel entschieden und jetzt klappte auf einmal jeder Scorpions-Schuss. Innerhalb von 23 Sekunden erhöhten Julien Pelletier und Andre Reiß gar auf 6:2 und als Julien Pelletier in der 52. Minute mit dem siebten Tor den Schlusspunkt setzte, da taten einem die Essener fast schon ein wenig leid.

Essens Coach Larry Suarez: „Wir wollten natürlich mit Punkten nach Hause fahren, wussten aber, dass es hier sehr schwer werden wird. Da wir nur acht Stürmer hatten, haben wir alles versucht, aber am Ende hat dann auch die Kraft nicht mehr gereicht.“

Scorpions-Coach Dieter Reiß: „Kein leichtes Spiel. Vor allem am Anfang, als wir 0:2 zurücklagen, hatte ich ein ungutes Gefühl, zumal die halbe Mannschaft mit Erkältungen zu kämpfen hat. Das uns am Ende zwei Doppelschläge gelungen sind, ist natürlich wunderbar. Ebenso wunderbar ist Mario Valery-Trabucco, der vermutlich beste Ausländer im Norden.“

Tore: 0:1 (8:33) McLeod(Patocka, Grözinger), 0:2 (11:06) McLeod (Grözinger, Hoffmann/5-3), 1:2 (20:21) Valery Trabucco (Andre Reiß, Nägele), 2:2 (22:21) Valery Trabucco (Pelletier, Garten), 3:2 (23:53) Arnold (Blank, Marek), 4:2 (43:37) Valery Trabucco (Pelletier, Peleikis), 5:2 (47:30) Pelletier (Strakhov, Garten), 6:2 (47:53) Andre Reiß (Marek, Nägele), 7:2 (51:06) Pelletier (Bombis, Andre Reiß). Strafen: Hannover 4, Essen 6. Zuschauer: 1374.

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