Hannover Scorpions lassen sich auch von Crocodiles nicht aufhaltenVerdientes 3:1 vor 1071 Zuschauern

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Die Scorpions stechen wieder. Dies kann man problemlos nach dem vierten Sieg in Folge behaupten und sie haben nach ihrer Siegesserie wieder an Selbstvertrauen gewonnen. Das sieht auch Scorpions-Coach Dieter Reiß so: „Mit Hilfe der neuen Spieler, die sehr gut in den Kader passen, konnten wir das Ruder herumreißen und jetzt sind wir auf dem Weg nach oben.“

Tatsächlich zeigten die Scorpions eine starke Leistung, wobei Reiß auch herausstellte, dass man im Vorfeld seine Hausaufgaben gemacht hatte. Zu der Feststellung, dass man das Topduo der Liga mit Thomas Zuravlev (47 Punkte; Platz 1) und Dominik Lascheit (46 Punkte; Platz 2) gut im Griff gehabt habe, meinte er: „Wir haben uns das Spiel zwischen den Indians und den Crocodiles genauestens angeschaut. Wir wussten, was auf uns zukommt, wenn wir die beiden nicht stark bewachen.“

Das war auch nötig, denn die beiden Hamburger zeigten gerade im ersten Drittel wie gefährlich sie sind. Mehrfach tauchten sie vor dem Tor von Ansgar Preuß aus, der nach seiner starken Leistung am Pferdeturm erneut den Vorzug von seinem Trainer erhielt und es diesem mit einer starken Leistung dankte. Dieter Reiß: „Mit Ansgar haben wir im Augenblick einen guten Mann zwischen den Pfosten, der nervenstark ist und diese Ruhe auf seine Vorderleute ausstrahlt. Enrico Salvarani war vielleicht auch etwas überspielt, so dass er jetzt eine Pause braucht. Mit diesen beiden werden wir die nächsten Wochen bestreiten. Florian Mnich war noch nicht für die Oberliga bereit, so dass wir ihn wieder nach Mannheim zurückgeschickt haben.“

Dieser Ansgar Preuss war jedenfalls der ruhende Pol in der Brandung und mit dem Wissen, dass man sich auf die Defensive verlassen konnte, versuchten die Scorpions den Gegner in dessen Hälfte zu pressen und weil auch die spielerischen Fähigkeiten recht hoch sind, waren sie in der Lage, mit schnellem und präzisen Passspiel die Hamburger Verteidigung stellenweise unter Dauerstress zu stellen. Eine solche Kombination führte in der 15. Minute zum 1:0, als Marius Garten einen perfekten Querpass von Pelletier direkt aufnahm und dem starken Kai Kristian im Hamburger Tor keine Chance ließ. Das gleiche Duo war auch fünf Minuten später für das zweite hannoversche Tor verantwortlich. Diesmal bediente Garten Julien Pelletier und der Franko-Kanadier konnte bei seinem Schuss ins leere Tor eigentlich nichts mehr falsch machen.

Vermutlich wurde in der ersten Pause in der Hamburger Kabine die Situation genauestens analysiert, denn die Hamburger gingen deutlich aggressiver in das zweite Drittel, pressten ab der Mittellinie und erspielten sich in den ersten Minuten einige gute Möglichkeiten, die die Scorpions nur mit Mühe abwehren konnten. Die Gastgeber mussten sich erst einmal darauf einstellen, suchten in der gegnerischen Offensive ihre Lücken und spielten auf Konter, die auf einmal gefährlicher wirkten als das was die Hamburger produzierten. Nacheinander hatte Mario Valery-Trabucco und Dennis Arnold Großchancen, die jedoch von einem nervenstarken, vor allem stellungssicheren Kristian im Croco-Tor zunichte gemacht wurden. Interessant: Beide Teams spielten äußerst konzentriert, versuchten ihr spielerisches Können umzusetzen und obwohl es einige gute Chancen auf beiden Seiten gab, blieb dieses Drittel torlos. Vermutlich wäre es emotionslos zu Ende gegangen, hätte es nicht Sekunden vor dem Ende eine Rangelei gegeben zwischen Schnell und Dennis Reimer. Dass am Ende Reimer mit einer Fünfer plus Spieldauer das Eis verlassen musste, die Scorpions jedoch nur mit einer Zweier für Trabucco bedacht wurden, wirkte sehr merkwürdig. Ein souveränerer Schiedsrichter hätte sicherlich auch das Verursacherprinzip stärker bedacht.

In den letzten 20 Minuten merkte man beiden Parteien, vor allem aber den Gästen an, dass die ersten vierzig Minuten viel Kraft verbraucht hatten. Vor allem nach dem schnellen 3:0, als Blank und Strakhov bei Überzahl den Gegner gekonnt ausspielten, Kristian einen Schuss aus näherer Entfernung prallen lassen musste und Scorpions-Altmeister Christoph Koziol bei seinem Tor goldrichtig stand, war das Spiel vorzeitig entschieden. Der letzte Höhepunkt war das verdiente Ehrentor der Crocodiles, als Patrick Saggau, ebenfalls in Überzahl Ansgar Preuß bezwingen konnte, wobei dieser mit den Schlittschuhen noch am Puck war.

Tore: 1:0 (14:14) Garten (Pelletier, D. Reiß), 2:0 (19:16) Pelletier (Garten, Peleikis), 3:0 (42:22) Koziol (Blank, Strakhov/5-4), 3:1 (47:56) Saggau (Lascheit, Zuravlev/5-4). Strafen: Hannover 14, Hamburg 10 + 5 + Spieldauer (Dennis Reimer). Zuschauer: 1071.


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