Hannover Scorpions lassen gegen Halle Punkte liegenUnglückliches 2:3 nach Verlängerung

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Bei einem Sieg hätten die Scorpions nicht nur einen großen Schritt in Richtung Platz drei gemacht, sie hätten sich auch den Saale Bulls Halle bis auf zwei Punkte genähert. Motivation war also von Seiten der Gastgeber vorhanden, bei denen immer noch Stammkeeper Björn Linda (Scorpions-Coach Dieter Reiß: „Björn laboriert immer noch leicht an seiner Verletzung. Wir sind aber optimistisch, dass er nächste Woche wieder einsatzfähig ist“) fehlte. Aber auch die Hallenser waren besonders motiviert, konnten sie doch einen leistungsfährigen Konkurrenten nicht nur in die Schranken verweisen, sondern auch Platz zwei festigen.

Wer zu Beginn jedoch die beste Motivation hatte, das waren eindeutig die Saale Bulls. Kaum hatte das Spiel begonnen, da durfte Scorpions-Keeper Lukas Müller, der im Laufe der Begegnung noch ein paar starke Momente bringen sollte, zunächst erst einmal den Puck aus dem eigenen Netz fischen. Tim May erhielt beim ersten Angriff die Scheibe an der Bande, fuhr zu blauen Linie, versuchte einen Handgelenkschuss und zur Überraschung stand es 1:0 für Halle. Ein kleiner Schock für die Scorpions, die sich finden mussten und das bei dem ausgeübten Druck der Gäste. Allerdings hätte es bereits 20 Sekunden später 1:1 stehen können, aber Schmid scheiterte an Halles Zerberus, Patrick Ceverny. Beobachter des olympischen Eishockey-Finalspektakels vom Morgen zuvor wurden zwangsläufig an den 2:2-Ausgleich der deutschen Nationalmannschaft erinnert. Das war es dann fast schon mit den sächsischen Zugeständnissen. Die variabel spielenden Gäste deckten die Führungsspieler wie Schmid oder vor allem Bombis immer mit zwei Mann zu, so dass sich diese nicht entfalten konnten und somit auch kaum Torgefährlichkeit ausgestrahlt wurde. Lediglich einmal, in der 13. Minute, entwischte Koziol seinen Abwehrspielern und prüfte Cerverny, der aber die Oberhand behielt. Auf der anderen Seite hätte Halle, dass sehr geduldig und konzentriert spielte, die Führugn ausbauen können. Die beste Chance hatte Neuzugang Thomas Zuravlev, der sich geschickt im Angriffsdrittel durchtankte, per Rückhand abschloss aber dabei das Tor verfehlte. Wie man es besser macht, zeigten dann, bis zum Drittelende ausgerechnet die schwarz gekleideten Gastgeber. Kapitän Lehmann verfehlte das Gehäuse und Defender Sean Fischer schob die zurückprallende Scheibe zum 1:1 ins Netz und weil es schön war, demonstrierten Gibbons, Lehmann und der Torschütze Bombis, wie man im Powerplay (Zille (Halle) saß), mit schnellem Kombinationsspiel auch Verteidigungsspezialisten wie die Bulls ausmanövriert. Alleine dieses Tor war schon fast das Eintrittsgeld wert.

Wir wissen nicht, was in der ersten Pause in der Bulls-Kabine besprochen wurde, aber die Stellschrauben, die Headcoach Dave Rich umstellte, funktionierten. Die Bulls kamen aus der Kabine und beherrschten die ersten zehn Minuten, spielten stellenweise bei numerischer Gleichheit Powerplay und die Gastgeber hatten ihre lieben Probleme, ihre Zone zu verlassen. Wunderlich, May und Schaludek und auch Striepeke verfehlten das Ziel bzw. Müller zeigte für seine Verhältnisse wahre Wundertaten und so stand es nach dreißig Minuten immer noch 2:2. Dave Rich: „Wir haben wirklich stark gespielt aber wir haben keine Torjäger. In solchen Phasen merkt man das sehr deutlich.“

Im dritten Drittel mussten sich die Beobachter wundern, dass es nach sechzig Minuten immer noch Remis stand. Beide Mannschaften hatten sich ein recht offenes, offensives Duell geliefert mit Torchancen auf beiden Seiten, aber man auch bemerken, dass beide Keeper, Ceverny bei Halle und Müller bei den Scorpions, einen ihrer besseren Tage hatten. Müllers beste Leistung gab es schließlich in der 60. Minute zu bewundern, als er bei einem Ausflug Striepeke den Puck förmlich auf die Kelle legte, dieser nach einer Sekunde Verwunderung schoss sofort schoss und Müller mit einer artisitischen Parade, die man normalerweise nur von Dennis Endras kennt mit der Fanghand die Scheibe noch abwehrte.

Damit ging es in die Verlängerung, in der sich die Scorpions trotz der 3:3-Situation gut darstellten und nach einem Alleingang von Bombis eigentlich hätte gewinnen müssen. Taten sie aber nicht und nach einem Black-out des angreifenden Trios hatten die Saale Bulls auf einmal eine 2:1-Möglichkeit, die mit Maximilian Schaludek ausgerechnet ein Ex-Scorpion zum Siegestor der Hallenser ausnutzte. Müller war bei dem Konter chancenlos.

Saale-Bulls Coach Dave Rich: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben sehr gut gespielt und hätten das Spiel früher entscheiden müssen. Am Ende hatten wir auch ein bisschen Glück aber das hört dazu. So ist Eishockey.“

Scorpions-Coach Dieter Reiß: „Im Augenblick haben wir die Seuche am Hacken aber vielleicht ist es jetzt besser als im März in den Play-Offs. Trotzdem gehen wir in das mit Optimismus in das kommende Wochenende.“

Tore: 0:1 (0:54) Gunkel (May, Spöttel), 1:1 (17:42) Fischer (Lehmann, Niddery), 2:1 (19:27) Bombis (Lehmann,Gibbons/5-4), 2:2 (27:50) May (Gunkel, Wunderlich), 2:3 (64:35) Schaludek (Tarasuk, Robinson). Strafen: Hannover 6, Halle 6. Zuschauer: 915.

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