Hannover Scorpions gewinnen erstes Oberliga-Finalspiel4:3 nach 67 Spielminuten gegen Selber Wölfe

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Knapp 450 Kilometer sind es von Selb bis nach Mellendorf, aber eines kann man den Selbern nicht vorwerfen: Dass sie nicht in allen drei Dritteln sofort hellwach waren. Sie gingen gleich ein hohes Tempo und kaum hatte die Partie begonnen, da hatte ein alter Bekannter zugeschlagen. Der frühere Herner Bomber Brad Snetsinger überwand seinen Landsmann Brett Jaeger und Selb führte 1:0. Das war Wasser auf die Selber Mühlen und die Scorpions hatten ihre liebe Mühe, die Mittellinie überhaupt zu sehen, geschweige denn ins Angriffsdrittel zu kommen. Als man das 2:0 für die Selber erwartete, passierte genau das Unerwartete. Die Scorpions schlugen zurück. Vielleicht wäre der Name Hurricanes in diesen Minuten besser gewesen, denn es muss den Wölfen wie ein Hurrikan vorgekommen sein ohne Schutz. In der achten Minute durfte Tomi Wilenius seinen läuferischen Künste bis fast in den Selber Slot austoben, zog ab und Weidekamp im Selber Tor war geschlagen. Wozu die Scorpions fähig sind, bewiesen sie in den nächsten Minuten. Als Julian Airich sich zu einem bösen Check gegen die Bande hinreißen ließ und prompt mit einer Fünfer plus Spieldauer in die Kabine musste, hätte es bei vielen Teams einen Knacks gegeben. Nicht so bei den Scorpions. Den Selbern fiel in diesen fünf Minuten nicht viel ein und als negativer Höhepunkt, aus Selber Sicht, spritzte Christoph Kabitzky in einen gegnerischen Pass, zog auf und davon und überwand Weidekamp zum 2:1. In der 15. Minute fiel dann sogar noch das 3:1. Robert Peleikis, nicht nur ein knallharter Verteidiger, sondern auch mit einem gepflegten Schlagschuss gesegnet, zimmerte die Scheibe ins kurze Eck. Weidekamp sah zwar das Spielgerät, wurde aber von einem Scorpion irritiert und griff daneben. Wie durcheinander die Selber in dieser Phase waren, zeigte das nächste Powerplay, in dem sie völlig planlos agierten.

Vermutlich gab es die richtige Ansprache in der Selber Kabine von Trainer Herbert Hohenberger, denn im zweiten Drittel versuchten die Wölfe mit Macht zurück ins Spiel zu kommen, aber noch hatten die Scorpions die Kraft, den Gegner aus der eigenen Gefahrenzone fern zu halten. Zwar gelang den Wölfen mit ihrem zweiten Schnellstart des Tages schon nach 68 Sekunden durch Nathan Miglio das 2:3, wobei der Schütze das Glück hatte, dass die Scheibe dem Scorpions-Keeper Brett Jaeger durch den Hosenträger rutschte. Danach fand das Spiel in der Hauptsache im Mitteldrittel statt. Das wurde auch dokumentiert durch das Schussverhältnis. Im ganzen zweiten Drittel wurden ganze neun Schüsschen abgegeben, fünf von den Scorpions, vier von Selb. Dieses Bild änderte sich im Schlussdrittel. Selb wusste, was auf dem Spiel steht, wurde immer offensiver, drängte die heimstarken Scorpions in dessen Hälfte und unterzog das Heiligtum von Brett Jaeger einem Belagerungstest. Zwar blieb auch Michael Weidekamp auf der Gegenseite nicht ganz passiv, musste bei Kontern gegen Patrick Schmid und Fedor Kolupaylo einschreiten, aber die meiste Action fand vor Brett Jaeger statt. Was die Scorpions an ihrem Keeper haben, zeigte sich im Laufe dieses Drittels. Obwohl die Wölfe wütend angriffen, überließen die Scorpions ihrem Keeper häufig vertrauensvoll die Arbeit, um die Kräfte für gelegentliche Entlastungsangriffe zu bündeln. Diese Taktik schien aufzugehen und 85 Sekunden vor Schluss nahm Wölfe-Coach Hohenberger seinen Torwart vom Eis. Für die Hannoveraner ging das Spielchen gut bis 17 Sekunden vor dem Ende. Dann traf Lukas Slavetinsky in seinem 1161. Punktspiel zum 3:3 und rettete seine Wölfe in die Verlängerung. Wer jetzt gedacht hätte, dass die Scorpions endgültig auseinanderbrechen, sah sich getäuscht. Auf einmal waren die Mannen von Coach Tobias Stolikowski wieder präsent, warfen alles nach vorne und hatten gleich doppeltes Glück. In der 62. Minute  überwand Richard Gelke Scorpions-Keeper Jaeger, aber der Puck traf nur den Innenpfosten und vier Minuten später gab es dann die Entscheidung. Nach Vorlage von Kolupaylo kam Mario Valery Trabucco frei vor Weidekamp zum Schuss. Weidekamp hielt, konnte die Scheibe aber nur prallen lassen und Mike Glemser stand perfekt, traf zum 4:3-Endstand.

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