Hannover Scorpions gewinnen auch vierten SaisonvergleichErneuter Erfolg gegen die Hannover Indians

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Damit sind die Scorpions wieder in das Rennen um die Plätze vier bis sechs involviert, auch wenn sie mit immer noch fünf Punkten Rückstand auf die Indians einen großen Rückstand aufholen müssen.

Es war eigentlich wie immer und doch war es anders. Jeder sah es, hatte natürlich seine Meinung dazu und man war gespannt wie es ausgehen würde. Die Rede ist von Dieter Reiß. Die Koryphäe im hannoverschen Regionseishockey, er stand 1982 erstmals ausgerechnet für den heutigen Gegner auf dem blanken Parkett, hatte am Freitag nach dem 2:3 in Duisburg, für alle völlig überraschend, die Konsequenz aus dem, für Scorpions-Verhältnisse, schwachen Saisonabschneiden gezogen und mitgeteilt, dass er nicht mehr als sportlicher Leiter zur Verfügung stehen würde. Dazu Dieter Reiß: „Es hatte sich schon vorher angedeutet, aber spätestens mit dem 5:7 gegen Rostock war für mich der Ofen aus, sprich die Entscheidung war gelaufen. Die Niederlage in Duisburg gab dann den letzten Antrieb.“

Dieser Dieter Reiß stand somit, wie angekündigt, auf der Mannschaftsbank, hielt sich aber, ebenfalls so angekündigt, komplett aus den Abläufen raus. Das war jetzt Sache seines Kapitäns Björn Bombis und seiner Assistenten. Diese hatten sich im übrigen im Vorfeld für Ansgar Preuss im Tor entschieden und das war eine gute Wahl, denn der Ex-Indian zeigte wiederum seine große Nervenstärke, hatte blendende Reaktionen zu bieten, ein fast schon perfektes Stellungsspiel und wenn das alles nicht half, dann zeigte sich Glücksgöttin Fortuna als Fan von ihm.

Auf der anderen Seite stand Philip Lehr im Kasten der Indians. Auch wenn Lehr zuletzt etwas im Schatten seines Back-up Kristian Hufsky stand, muss man sich doch vor Augen halten, dass Lehr mit jetzt 2,70 Gegentoren auf Platz vier in der Nord-Wertung steht. Dieser Philip Lehr konnte einem im Laufe der Begegnung schon etwas leid tun, denn im Gegensatz zu Preuss hatte er einige Perioden zu überstehen, in denen er vermutlich der einsamste Mensch im Stadion war, weil er nicht gefordert wurde.

Tatsächlich zeigten sich die Gäste als die spieltechnisch bessere Vertretung, die sich jedoch von den verbissen kämpfenden Gastgebern, die scheinbar die drei letzten Niederlagen vergessen machen wollten, förmlich niederkämpfen ließen. Dazu hatten die Scorpions am Anfang auch noch Glück, weil die beiden ersten Powerplays von Erfolg gekrönt waren. Einmal stand Christoph Koziol (5.) völlig frei und einmal traf Mario Valery Trabucco (10.) exakt, an Freund und Feind vorbei, zum 2:0. Jetzt wurde es für die Gäste schwer und sie hatten noch einen einen weiteren Nachteil zu verarbeiten. Chad Niddery, Ex-Scorpion und bis zu diesem Zeitpunkt einer der Indians-Aktivposten, bekam wohl einen Puck direkt und sehr unglücklich auf die Rippen. Das Ergebnis war, dass er die Eisfläche verlassen musste und in ein Krankenhaus kam. Sollte es wirklich ein Rippenbruch sein, dann wird vermutlich auch für ihn die Saison vorbei sein. Nach Hein und Burns der dritte Leistungsträger und bitter für die Indians.

Die Verbliebenen zeigten sich unbeeindruckt, zogen weiterhin ihr technisch schönes, aber unpräzises Aufbauspiel durch und hatten auch ein paar Glücksmomente für sich. In der 16. Minute erzielte Igor Bacek den längst verdienten ersten Indians-Treffer und in der 29. Minute, in Überzahl, traf Mike Glemser mit einem satten Blueliner zum 2:2. Die anwesenden 500 Fans der Indians hofften auf mehr und wurden enttäuscht.

Zwischen dem Ausgleich und dem anschließenden 3:2 für die Scorpions spielten die Indians sage und schreibe fünf Minuten lang, Powerplay, davon vier in numerischer Gleichheit. Pohanka, Bosas, Pfennings, Glemser und auch Armin Finkel scheiterten, stellenweise in bester Position, am Zerberus der Scorpions. Zwischendurch, es sollte nicht vergessen werden, hatte auch Björn Bombis seinen Starauftritt, wurde jedoch in letzter Sekunde von Indians-Keeper Lehr gestoppt. Dafür hatte ein anderer Glück.

Die Indians waren zu lange auf dem Eis, mussten Pelletier und Valery Trabucco ziehen lassen und Pelletier schließlich bediente den am kurzen Pfosten wartenden Andrej Strakhov und dieser erzielte mit seinem fünften Saisontor die erneute Scorpions-Führung. Zum wiederholten Male lagen die Indians an diesem Wochenende trotz stellenweise überlegen geführten Spieles zurück.

In den letzten zwanzig Minuten zeigte sich, dass der Aufwand in den ersten beiden Dritteln die Physis der Gäste doch entscheidend geschwächt hatte. Diese kämpften, aber die ebenfalls konditionsstarken Scorpions machten ihnen das Leben schwer und als Andre Reiß in der 49. Minute einen perfekten Sololauf mit anschließendem Torerfolg hinlegte, da war das Match entschieden. In der verbleibenden Restzeit war es ein verbissenes Ringen, wobei die Scorpions den Vorteil der Führung hatten, den Gegner kommen ließen und diesen immer wieder in kräftezehrende Zweikämpfe verwickelten. Das dies alles überraschend fair blieb, war wohl auch ein Verdienst von Schiedsrichter Sascha Westrich, der wohltuend locker blieb, das Spiel wirklich nur an den entscheidenden Stellen abpfiff und die brisante Partie jederzeit im Griff hatte. Eine Vorstellung, die man sich häufiger wünscht.

Am Ende stand natürlich noch das fünfte Scorpions-Tor, eine Sekunde vor Schluss gefallen und typisch für diese Begegnung. Zwei Indians waren sich nicht einig, stocherten an der Scheibe, Christoph Koziol, ebenfalls wie viele andere auch mal Pferdeturm tätig, schnappte sie sich, schoss und traf exakt 0,4 Sekunden vor dem Ende.

Und was sagte Dieter Reiß dazu: „Ich wollte die Mannschaft mit einem Schritt aufwecken, klar machen, dass Egoismus in diesem Sport nichts zu suchen haben. Jeder Spieler muss mit Respekt in das Match gehen und nur dann kann man die maximale Leistung herausholen. Das war zuletzt bei uns nicht der Fall und deswegen musste gehandelt werden. Ich hoffe, dass mein Beitrag der richtige Schritt zu einem maximalen Erfolg war.“

Tore: 1:0 (4:29) Koziol (Schmid, Valery-Trabucco/5-4), 2:0 (9:49) Valery Trabucco (Koziol, Schmid/5-4), 2:1 (15:56) Bacek (Pohanka, Turnwald), 2:2 (28:59) Glemser (Raabe, Beally/5-4), 3:2 (34:59) Strakhov (Pelletier, Valery Trabucco), 4:2 (48:30) Reiß (Schmid, Garten), 5:2 (59:59) Koziol (Schmid, Garten). Strafen: Scorpions 12, Indians 10. Zuschauer: 2863.



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