Hannover Scorpions entscheiden Spitzenduell für sichLeipzig übernimmt Rang zwei – Krefeld überrascht Halle

Die Trainer Lenny Soccio (Indians, links) und Tobias Stolikowski (Scorpions) nach dem Hannoveraner Derby.  (Foto: Manfred Schneider)Die Trainer Lenny Soccio (Indians, links) und Tobias Stolikowski (Scorpions) nach dem Hannoveraner Derby. (Foto: Manfred Schneider)
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Durch die Pandemie fiel das Spiel zwischen den Tilburg Trappers und den Hammer Eisbären aus. Die Niederländer stehen zurzeit nur auf Platz sieben. Noch eine  Position schlechter die Saale Bulls Halle, die sich in Krefeld überraschen ließen und den Gastgebern mit diesen drei Punkten den Sprung auf den vorletzten Platz gönnten. Die rote Laterne haben jetzt die Rostocker inne, die als einziges Nordteam bis jetzt noch keinen Sieg einfahren konnten.

EC Hannover Indians – Hannover Scorpions 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)

Fast 1.850 Fans hatten das TV-Angebot eines Pay-TV-Anbieters genutzt, um das Derby zu sehen. Beide Teams zeigten eine exzellente kämpferische und technische Leistung und beide bewiesen den Zuschauern, dass ihr Spitzenplatz keineswegs Zufall ist. Vor allem die Scorpions, die überfallartig starteten und bei personeller Gleichheit die Indians in deren Verteidigungszone drückten, spielten, als gäbe es kein Morgen. In dieser ersten Spielphase konnten die Indians froh sein, dass die Verteidigung und vor allem Keeper David Zabolotny hellwach waren und einen Rückstand verhindern konnten. Erst ab der zehnten Spielminute kamen die Indians besser ins Spiel, aber das 1:0 fiel dann doch überraschend. Ausschlaggebend war eine blitzschnelle Idee der letzten Neuerwerbung der Indians, des Jungspundes Ryan del Monte. Der 17-jährige Kanadier bekam hinter dem gegnerischen Tor zufällig die Scheibe, passte exakt zu Jakob Ceglarski und dieser erzielte das 1:0. Die Indians, die zudem in dieser Partie auf Abwehrass Steven Raabe und Noah Nijenhuis verzichten mussten, beide spielen bei der U20-WM mit, kamen im zweiten Drittel deutlich besser aus der Kabine, konnten aber die Scorpions, die ähnlich wie im Spiel gegen Tilburg defensiv stark agierten, nicht mehr wirklich aufregen. Ganz wichtig für die Gäste. Im Gegensatz zu den früheren Jahren steht jetzt ein Mann zwischen den Pfosten, der eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt und wirklich nur mit Mühe zu überwinden ist. Brett Jaeger zeigte sich, vom Gegentor abgesehen, stets auf der Höhe und ihm haben die Scorpions in der Hauptsache die drei Punkte zu verdanken. Aus dieser sicheren Position verstärkten die Gäste im zweiten Drittel den Druck und hatten in der 37. Minute Glück, als Indians-Keeper Zabolotny bei einem Flachschuss von Christoph Koziol die Schoner nicht rechtzeitig runter bekam. Mit dem 1:1 ging es in das finale dritte Drittel und jetzt zeigten sich die Scorpions als zielstrebiger, hatten aber auch das Glück bei der Führung gepachtet. Vier Sekunden, bevor eine Überzahlzeit ablief, ging der Tabellenführer mit 2:1 durch Christoph Kabitzky in Führung. Die Indians versuchten zurückzuschlagen, verfielen aber immer wieder in Einzelaktionen, die die Scorpions problemlos abfangen konnten. Als schließlich Ex-Indian Roman Pfennings in der 53. Minute das 3:1 erzielte, da schien das Spiel entschieden. Aber die Indians hatten noch einen Pfeil im Köcher und der hieß nicht Bowles, Bulmer oder Pohanka sondern Maximilian Pohl. Der Abwehrrecke, seit 2013 in Diensten der Indians, besorgte mit einem Blueliner, der haltbar erschien, für das 2:3 und einem weiteren Spannungsmoment. Prompt nahm Indians-Coach Lenny Soccio 50 Sekunden vor Schluss seinen Keeper vom Eis, aber auch diese Option half nichts. Am Ende hatte der Tabellenführer beim zweiten gewonnen und seinen Vorsprung auf den neuen Tabellenzweiten Leipzig auf drei Punkte ausgebaut, auf den Lokalrivalen Indians sogar auf fünf Punkte.

Krefelder EV U23 – Saale Bulls Halle 5:3 (0:0, 3:1, 2:2)

Dass die Krefelder nicht mehr mit dem Team der letzten Saison zu vergleichen sind, stellten sie auch in diesem Spiel wieder unter Beweis. Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel ohne jeden Torerfolg gingen die Bulls durch Jannik Striepeke in der 29. Minute in Führung, was die Krefelder jedoch nicht schockte. Michael Fomin konterte mit zwei Toren in der 33. und 35. Spielminute, dem Maciel Rutkowski in der 37. Minute gar noch das 3:1 folgen ließ. Im Abschlussdrittel versuchte Halle alles, hatte zunächst auch Erfolg, als Artur Tegkaev (42.) und erneut Jannik Striepeke (52.) zum Ausgleich kamen. Die nervenstarken Krefelder überraschten mit dem 4:3 in der 57. Minute, erzielt von Leon Fern. Jetzt musste Halle kommen und Krefeld konnte kontern, was Adam Kiedewicz (60.) zwölf Sekunden mit dem 5:3 erfolgreich abschloss.

Crocodiles Hamburg – Black Dragons Erfurt 3:5 (2:2, 1:1, 0:2)

In Hamburg lieferten die Erfurter die nächste Überraschung ab. Am Ende hatten sie sich die drei Punkte mehr als redlich verdient, was man am Schussverhältnis (40:30) gut nachlesen konnte. Arnoldas Bosas begann den Erfurter Torreigen bereits  nach vier Spielminuten. Yannis Walch glich in der achten Minute aus und Dominik Lascheit brachte die Elbestädter in der zwölften Minute mit 2:1 in Führung. Bis jetzt schien für die Crocodiles alles  nach Plan zu laufen, aber einer der besten Ausländer der Liga, Erfurts Kanadier Kevin Beach glich in der 19. Minute aus. Noch einmal hofften die Hamburger auf drei Punkte, als Michal Bezouska in der 23. Minute die Gastgeber erneut in Führung schoss, aber die Gäste, die stark verteidigten und in Keeper Konstantin Kessler einen exzellenten Rückhalt hatten, glichen durch Reto Schüpping (30.) erneut aus. Im letzten Drittel blieb es bis zur 59. Minute beim 3:3, dann sorgte Erfurts Justus Böttner mit dem vierten Gästetor für lange Hamburger Gesichter. Den Schlusspunkt setzte schließlich Maurice Keil mit dem 5:3, 13 Sekunden nach dem vierten Erfurter Tor.

Icefighters Leipzig – Herner EV 4:1 (1:0, 1:0, 2:1)

Zwei Teams, die beide in den letzten Wochen mit starken Erfolgen ihre Leistungsstärke gezeigt  hatten, trafen im Leipziger Kohlrabizirkus aufeinander. Dabei zeigten die Icefighters eine starke und disziplinierte Leistung, während die Herner trotz des besseren Schussverhältnisses (31:23) am Ende als Verlierer vom Eis gingen. Wichtig für die Gastgeber war auch, dass ihre beiden ersten Tore in psychologisch wichtigen Zeitpunkten fielen. Bereits  nach 114 Sekunden versenkte Moritz Israel die Scheibe im Tor des Herner Keepers Jonas Neffin und 108 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels traf Robin Slanina. Spannend wurde es in der 46. Minute, als Nils Liesegang den Anschlusstreffer für die Herner markierte aber nur drei Minuten später traf Hubert Berger zum vorentscheidenden 3:1. Bereits drei Minuten vor Schluss nahmen die Herner ihren Keeper vom Eis aber es sollte nicht helfen. Im Gegenteil. Marvin Miethke traf in der Schlussminute zum 4:1-Endstand.

Herforder EV – EG Diez-Limburg 7:8 (1:4, 3:3, 3:1)

Tore satt hätten die Zuschauer in Herford zu sehen bekommen, wenn sie denn gedurft hätten. Das der Eishockey-Gourmet dabei Abstriche machen musste, war zu erwarten. Dafür gab es einen Spielablauf zu bewundern, den man auch nicht jede Woche in der Oberliga zu sehen bekommt. Die Diezer, am ersten Spieltag zu Hause Herford mit 2:3 unterlegen, wollten Revanche und sie starteten wie die Weltmeister, führten nach zehn Minuten nach Toren von Henry Wellhausen (5., 11.) und Cheyne Matheson (9.) mit 3:0. Dann kam auch Herford ins Spiel. Christophe Lalonde (11.) und Ralf Rinke (21.) verkürzten, dazwischen hatte David Lademann (17.) das 4:1 erzielt, den Stand nach dem ersten Drittel. Als zwischen der 29. und 34. Spielminute die Diezer R.J. Reed, Henry Wellhausen und Cheyne Matheson auf 7:2 erhöhten, da schienen die Westfalen auf direktem Wege zu einer zweistelligen Heimniederlage, aber es schien nur so. Jetzt kamen die Herforder zurück und machten den Diezern das Leben schwer. Jörn Weikamp (36.) und Björn Bombis (38.) verkürzten auf 4:7. Im dritten Drittel ging die späte Aufholjagd weiter. Erneut Ralf Rinke (45.) und Marius Garten (47.) überwanden ebenfalls den  Diezer Keeper Jan Guryca, brachten den HEV bis auf 6:7 heran. Bei diesem hochspannenden Zwischenstand blieb es bis zur 60. Spielminute, dann entschied Marc-Alexander Stähle (60.) mit dem 8:6 das Spiel zugunsten von Diez-Limburg. Das siebte Herforder Tor von Philip Brinkmann kam letztendlich zu spät.


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