Hannover Scorpions bleiben trotz Niederlage auf Platz einsHerne und die Indians überholen Tilburg

Die Hammer Eisbären gewannen das Spiel beim Krefelder EV.  (Foto: dpa/picture alliance/Fotostand)Die Hammer Eisbären gewannen das Spiel beim Krefelder EV. (Foto: dpa/picture alliance/Fotostand)
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Am Ende hatte Herne die Nase vorn und den Rückstand auf die Scorpions auf zwei Punkte reduziert. Aber auch der Lokalrivale der Mellendorfer zeigt seine Krallen, fuhr den dritten Sieg in Folge ein und übersprang gleich fünf Plätze, steht jetzt auf dem dritten Rang. Die spielfreien Tilburger sind nun auf vier abgerutscht, knapp vor den Herfordern und den ebenfalls spielfreien Crocodiles, die auf Grund einer Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz nicht in Diez antreten durften. Am Tabellenende sorgten die Leipziger und die Hammer für ihre ersten Siege und für frohe Gesichter.

Hannover Scorpions – Herner EV  4:6 (0:4, 2:1, 2:1)

Ein unkonzentriertes erstes Drittel kostete dem Tabellenführer den Sieg über einen Herner EV, der beeindruckend zeigte, dass er aus der Niederlage gegen Diez-Limburg gelernt hatte. Das Team von Trainer Danny Albrecht stand in den ersten dreißig Spielminuten absolut sicher, hatte mit Ex-Scorpions-Keeper Björn Linda einen Topmann zwischen den Pfosten, der alle Chancen, von leicht bis superschwer, einfach wegfing und der es seinen Mitspielern erlaubte, schnelle Konter aufzuziehen, die den Scorpions spätestens nach dem 0:2 Schweißtropfen auf die Stirn zauberten. Beeindruckend vor allem Richard Müller, der trotz seiner 38 Jahre den stellenweise deutlich jüngeren Gegenspielern weglief und mit zwei Toren sich zu den Matchwinnern zählen durfte. Ein weiterer Matchwinner war Nico Kolb. Der letztjährige Freiburger erzielte ebenfalls zwei Tore und gab auch noch zwei Vorlagen. Die Herner zeigten sich zwischen der zehnten und der dreißigsten Spielminute als technisch überlegen, führten nach Toren von Richie Müller (7., 19.), Nico Kolb (13., 27.) und Patrick Asselin (18.) mit 5:0. Dann kam der Auftritt des Herner Kanadiers Colton Kehler und das Spiel hätte fast eine Änderung genommen, die niemand erwartet hatte. Was war geschehen? Kehler kam im Zweikampf mit einem Scorpion vor dem gegnerischen Tor zu Fall, stand wieder auf und schubste Scorpions-Keeper Brett Jaeger in dessen Gehäuse. Das ganze sah zwar putzig aus, war aber eine waschechte Handgreiflichkeit. Das Kehler nicht vom Eis flog, war schon eine Überraschung und noch überraschender war es, dass Victor Knaub sich im anschließenden Handgemenge genau eine Fünfer plus Spieldauer einhandelte. Evtl. war genau dies der Startschuss, den die Scorpions brauchten um wieder ins Geschehen eingreifen zu können. Innerhalb der nächsten 120 Sekunden verkürzten Fedor Kolupaylo (31.) und Christoph Kabitzky (32.). Wäre jetzt das dritte Tor der Mellendorfer gefallen, dann wären die Herner sicherlich ins Schwimmen geraten, aber es fiel nicht, zumindest nicht sofort. Erst in der 55. Minute überwand Patrick Schmid mit einem Mordsschuss Björn Linda und ließ die Scorpions hoffen. Für 15 Sekunden, dann hatte Colton Kehler mit einem Unterzahltor endgültig die drei Punkte für seine Herner gesichert. Zwar durfte Mario Valery-Trabucco in der Schlussminute das letzte Tor des Tages erzielen, aber zu diesem Zeitpunkt war die Partie längst zu Gunsten der Gäste entschieden.

Krefelder EV U23 – Hammer Eisbären 3:4 (2:1, 0:3, 1:0)

Darüber müssen sich die Krefelder ärgern. Leichter war es bis jetzt nicht an drei Punkte zu kommen und doch gingen sie am Ende an die Gäste. Die hatten ihre stärkste Phase im Mitteldrittel und auch ihre Defensive verdiente sich Pluspunkte, als der Hammer Samuel Dotter sich zu Beginn des dritten Drittels ein Fünfer plus Spieldauer abholte und die Krefelder den 2:4-Rückstand auf 3:4 verkürzten. Aber es blieb bei dem Ergebnis und die Eisbären konnten sich über die ersten drei Punkte in der neuen Klasse erfreuen. Die Tore der überglücklichen Hammer schossen Milan Svarc (17., 27.), Ibrahim Weißleder (22.) und Florian Kraus (34.), während für die glücklosen Krefelder Joshua Gärtner (12.) und Adrian Grygiel (20., 46.) trafen.

Rostock Piranhas – Black Dragons Erfurt 6:7 (1:2, 3:2, 2:2, 0:1) n.P.

In einem hochdramatischen Match holten sich die Erfurter zwei Punkte, die sie mehr als verdient hatten. Verdient schon deswegen, weil sie den Rostockern, die sich beim 4:5 bei den Indians viel Motivation geholt hatten, das Leben schwer machten und weil die Piranhas den Ausgleich zum 6:6 erst in der letzten Spielminute realisierten. Außerdem gingen die Black Dragons dreimal in dem Spiel in zwei Toren in Führung und dreimal glichen die kampfstarken Rostocker aus. Ein Spiel, das man nicht vergisst und bei dem wirklich die Zuschauer fehlten. Überragend aus Rostocker Sicht der Spieler mit dem schwierigsten Namen: August von Ungern-Sternberg erzielte drei Tore (18., 36., 60.) und riss seine Mitspieler immer wieder mit. Die weiteren Treffer der Piranhas schossen Matthew Pistilli (29.), Maurice Becker (40.) und Felix Stopinski (50.). Die cleveren Erfurter starteten in die Partie mit dem 1:0 beim ersten Angriff. Kevin Beach traf auf Vorlage von Bosas und der gleiche Spieler war am Ende auch für den zweiten Punkt verantwortlich, als er den entscheidenden Penalty gegen Rostocks Leon Meder verwandelte. Dazwischen waren Arnoldas Bosas (3.), Felix Schümann (32.), Maurice Keil (35.), Reto Schüpping (41.) und Alexander Spister (45.) für die Black Dragons erfolgreich.

Saale Bulls Halle – Icefighters Leipzig 0:4 (0:0, 0:3, 0:1)

Dass sich die Leipziger ausgerechnet in Halle durchsetzen würden, hatten sie bestimmt nicht erwartet und schon gar nicht in dieser Deutlichkeit. Beeindruckend war am Ende auch, dass die Icefighters im Schussverhältnis mit 35:27 relativ klar vorne lagen. Nach einem ausgeglichenen, torlosen ersten Drittel zogen die Leipziger im zweiten Drittel die Zügel an und verpassten den Hausherren eine Top-Vorstellung in Sachen spielerischer Überlegenheit und Effizienz. Ganze sechs Schüsse ließ die Hallenser Verteidigung zu und in der Offensive glänzten vor allem Connor Hannon, Robin Slanina und Florian Eichelkraut. Dieses Trio schoss „kein“ Tor, gab aber zu jeweils zwei Toren die Vorlagen. Für die dann notwendigen Tore sorgten Hubert Berger (28.), Hannes Albrecht (30.), Michal Velecky (38.) und im dritten Drittel Moritz Israel (48.).               

Herforder EV – EC Hannover Indians 3:5 (0:1, 2:3, 1:1)

Zwei Spieler prägten diese Begegnung und beide standen für die Indians auf dem Eis. Zum einen Michael Burns, der nach seiner Rückkehr aus Kassel drei Spiele brauchte um sich einzugewöhnen und Thore Weyrauch, der auch weiterhin regelmäßig für die Indians scort und damit seine Wichtigkeit für die Indians immer wieder aufzeigt. Die Gäste zeigten sich, wie auch schon in der Vorwoche in Hamm, den Hausherren überlegen, brauchten aber ein Drittel zum Warmwerden und genau das war das Herforder Problem, denn die Ice Dragons schossen in dieser optisch starken Phase kein Tor, scheiterten immer wieder am hannoverschen Keeper Lukas Schaffrath, der heute den Vorzug vor der Nr. 1 David Zapolotny von Trainer Lenny Soccio erhalten hatte. Da war es für die Gäste schon wichtig, dass Parker Bowles in der 15. Minute einen der wenigen Indians-Angriffe erfolgreich abschließen konnte. Als Nick Aichinger in der 23. Minute sein erstes Saisontor für die Indians erzielte, da schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein, aber die Herforder kamen mit Macht zurück. Sebastian Christmann (25.) und Ralf Rinke (27.), letzterer in einer Gemeinschaftsaktion früherer Scorpions-Spieler mit Bombis und Gärtner, glichen zum 2:2 aus. Aber die Hoffnung der Herforder, dem hannoverschen Favoriten ein Bein stellen zu können, erfüllte sich nicht. Die am Anfang erwähnten Michael Burns (30.) und Thore Weyrauch (36.) brachten die Indians wieder in Führung. Spannend wurde es im letzten Drittel, als Herfords Kanadier Emil Lessard-Adyn (47.) auf 3:4 verkürzte aber die Indians zeigten sich dem Druck gewachsen, verfehlten mehrfach die Entscheidung, um diese dann endgültig sieben Sekunden vor Spielende durch Brett Bulmer zu erzielen.


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