Hannover Scorpions bleiben im Hexenkessel eiskaltEssen holt einen Punkt auf – Leipzig auf Aufholjagd

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Die Ruhrstädter gewannen relativ sicher gegen Hamm und haben nur noch einen Punkt Rückstand. Und noch einen Gewinner gab es auf Grund des Pferdeturm-Ergebnisses. Die Tilburg Trappers gewannen überraschend sicher in Erfurt und haben jetzt auf die Indians wieder vier Punkte Vorsprung. Diese wiederum konnten am Spielende sich wenigstens über die Niederlagen von Erfurt und Hamm freuen, so dass der gewonnene Punkt sich als Sonderrendite herausstellte. Halle gewann klar gegen Rostock und damit hat sich um die Plätze sechs bis acht mit Hamm, Rostock und eben Halle ein Trio gebildet, das zunächst um einen dieser Plätze fightet. Herne wird sich ärgern. Den Sieg vor Augen in Duisburg kassierten die Miners noch eine Schlappe nach Verlängerung und jetzt befindet sich Gegner Leipzig schon in Schlagdistanz. Am Tabellenende konnte Duisburg sich freuen. Zwar beträgt der Rückstand auf Leipzig sieben Punkte, aber die Leistung gegen Herne macht Mut. Und Herford? Die Abwärtsspirale der Westfalen ging auch an diesem Wochenende weiter und es wäre dem Team und den Fans zu gönnen, wenn mal wieder drei Punkte eingefahren werden könnten.

Hannover Indians – Hannover Scorpions 4:5 (2:1, 1:2, 1:1, 0:1) n.V. 

Die unheimliche Serie bleibt bestehen, obwohl sie manchesmal heftig wankte. Vor ausverkauftem Haus gewannen die Scorpions zum 16. Mal in Folge gegen die Lokalrivalen, der seit Januar 2019 einem Sieg hinterherläuft. Der Sieg war am Ende gerechtfertigt, aber auch mit einer großen Portion Glück behaftet. Die Indians, die nach dem Sieg am Freitag in Rostock mit viel Selbstvertrauen in die Partie gingen, beherrschten im ersten Drittel das Spiel, auch auf Grund einer starken physischen Präsenz. Somit war die 2:0 Führung auch gerechtfertigt, die allerdings kurz vor Drittelende litt, als Pohl der Puck mehr zufällig vor den Schläger fiel und dieser das leere Tor einfach nicht verfehlen konnte. In der ersten Pause muss es in der Scorpions-Kabine etwas lauter geworden sein, denn die Mannschaft trat im Mitteldrittel ganz anders auf. Jetzt zeigte sich die läuferische und technische Stärke. Die Gäste übernahmen langsam, aber sicher die Spielhoheit und glichen durch Dybowski in der 28. Minute aus. Jetzt schien der Weg für den Tabellenführer frei, aber ausgerechnet in Überzahl passierte ihnen ein Abspielfehler. Turnwald schickte Robin Palka und der überwand Kuhn mit einem präzisen Schuss in den rechten Winkel. Dieses Tor brachte die Indians zurück. Sie hatten wieder mehr vom Spiel, hätten vielleicht sogar das Drittel mit einer Gesamtführung überstanden, wenn sie es mit der Physis in der 37. Minute nicht übertrieben hätten. Innerhalb weniger Sekunden kassierten Salituro und Pohanka je eine kleine Strafe, und die Scorpions hatten 97 Sekunden doppeltes Überzahlspiel. Pech für die in dieser Phase aufopferungsvoll kämpfenden Indians, dass sie ein starkes Penaltykilling spielten, aber ausgerechnet zwei Sekunden vor Ablauf der letzten Strafe glich Kirsch aus. Wieviel Kraft diese ersten vierzig Minuten den Indians gekostet hatten, zeigte sich aber der 48. Minute. In dieser Phase gingen die Scorpions durch einen Glückstreffer von Airich in Führung und danach schienen die Gäste das Spiel verwalten zu wollen. Zwar hatten die Indians noch zwei kleinere Chancen, aber die Zeit schien für den Tabellenführer abzulaufen. In so einer Zeit braucht man einen Geniestreich und den hatte Bacek in der 57. Spielminute. An der Bande setzte er sich durch, bediente den völlig frei vor Scorpions-Keeper Kuhn stehenden Pohanka und der glich zum Jubel der heimischen Fans aus. Die Verlängerung drohte, hätte aber aus Indians-Sicht abgewendet werden können, wenn nur eine der zwei hochkarätigen Chancen kurz vor Ende genutzt worden wären. Jetzt hätten die Scorpions sich über eine Niederlage nicht beschweren können. Es kam aber, wie es im Augenblick kommen muss. In der Overtime setzte sich die Routine der Scorpions, wo deren Trainer Kevin Gaudet nur seine besten Kräfte auf das Eis beorderte durch und Aquin traf mit einem sehenswerten Diagonalschuss, bei dem Jaeger im ECH-Tor keine Chance hatte, genau ins rechte Eck.

Tore: 1:0 (07:49) Jonas Wolter (D. Palka, R. Palka), 2:0 (09:26) Jonas Wolter (R. Palka, D. Palka), 2:1 (17:25) Patrick Pohl (Wruck, Kirsch), 2:2 (27:48) Zachary Dybowski (Kuhn, Pohl), 3:2 (29:25) Robin Palka (Turnwald, Jaeger 4-5), 3:3 (36:55) Justin Kirsch (Dybowski, Pohl 5-4), 3:4 (47:45) Julian Airich (Klöpper, Oleksuk), 4:4 (56:34) Branislav Pohanka (Bacek, Christmann), 4:5 (62:04) Pascal Aquin (McPherson, Heinrich)

Moskitos Essen – Hammer Eisbären 5:2 (1:0, 2:0, 2:2)

Letzten Endes konnte sich der Tabellenzweite durchsetzen, weil er nach dem ersten Drittel, in dem er die Hammer unterschätzte, im Mittel- und Abschlussdrittel die Zügel anzog und mit Elvijs Biezais auch einen Knipser in ihren Reihe hatte, der im entscheidenden Moment die Tore erzielte. Neben Biezais überzeugten noch Zolmanis, Frick, Saccomani und Cornett mit je zwei Punkten, bei Hamm gefiel die mannschaftliche Gesamtleistung.

Tore: 1:0 (08:15) Edmunds Augstkalns (Frick, Zolmanis), 2:0 (35:31) Elvijs Biezais (Zolmanis, Saccomani), 3:0 (37:57) Elvijs Biezais (Cornett, Gottwald 4-5), 3:1 (42:24) Christopher Schutz (Spacek, Gollenbeck 4-5), 4:1 (49:56) Elvijs Biezais (Saccomani, Reimer), 4:2 (58:11) Daniel Reichert (Zuravlev, Geuss), 5:2 (58:56) Dennis Reimer (Cornett, Frick ENG)

Black Dragons Erfurt – Tilburg Trappers 1:5 (0:0, 1:2, 0:3)

Ein Sieg der effizienteren Mannschaft. Die Begegnung, die ausgeglichen verlief (24:23 Torschüsse zugunsten der Erfurter), neigte sich zugunsten der Niederländer, als diese kurz vor Ende des zweiten Drittels mit einem Shorthander zum zweiten Mal in Führung gingen. Im letzten Drittel stand dann die niederländische Defensive felsenfest und dazu hatte Tilburgs Keeper Cedric Andree einen Sahnetag erwischt.

Tore: 0:1 (24:19) Brayden Gracel (Stempher, Borgman), 1:1 (28:16) Carl Zimmermann (Denner, Wunderlich), 1:2 (38:34) Danny Stempher (Vogelaar 4-5), 1:3 (49:26) Delaney Hessels (S. Hessels, 1:4 (55:06) Danny Stempher (de Hondt), 1:5 (58:07) Giovanni Vogelaar (Virtanen, Borgman)

Saale Bulls Halle – Rostock Piranhas 6:2 (3:0, 2:1, 1:1)

Halle gewann die Partie verdient, weil es im ersten Drittel deutlich effizienter agierte. Mit der 3:0 Führung im Rücken konnten die Bulls das Match am Ende locker herunterspielen. Damit näherten sich die Gastgeber ihrem heutigen Gegner bis auf einen Punkt. Beste Akteure der Hallenser waren die beiden Kontingentspieler Perlini und Vihavainen, die beide je drei Punkte einsackten.

Tore: 1:0 (10:24) Patrick Schmid (Perlini, Vihavainen), 2:0 (12:26) Brett Perlini (Vihavainen, Hoffmann), 3:0 (19:16) Erik Hoffmann (Schmid), 3:1 (23:01) Jack Bloem (Dansereau, Renke), 4:1 (26:50) Sergej Stas (Walters, Domogalla), 5:1 (29:02) Tatu Vihavainen (Perlini 4-5), 6:1 (48:28) Leon Köhler (Merl), 6:2 (51.52) Kilian Steinmann

Füchse Duisburg – Herner EV Miners 5:4 (2:2, 0:0, 2:2, 1:0) n.V.

In einem ausgeglichenen Spiel setzte sich Duisburg am Ende auf Grund der starken Moral verdient durch. Herne hatte die Partie eigentlich zwei Drittel dominiert, aber vergessen, die wichtigen Tore zu schießen. Als der HEV im letzten Drittel mit 4:2 in Führung ging, schien die Partie entschieden, aber die kämpferisch starken Duisburger kamen zurück, glichen mit einem Doppelschlag in den letzten fünf Minuten aus und setzten ihrer Leistung mit dem fünften Tor bereits nach 41 Sekunden in der Overtime die Krone auf. Überragend auf Duisburger Seite Martin Schymainski mit vier Punkten, aber auch Pfeifer, Kitt und Bauermeister zeigten sich stark. Auf Herner Seite glänzten Jacobs und Swinnen, die beide an allen vier Toren beteiligt waren.

Tore: 1:0 (05:40) Lennart Schmitz (Lundh Hahnebeck, Kitt), 1:1 (07:46) Dennis Swinnen (Dalecky, Jacobs), 1:2 (13:06) Colin Jacobs (Keresztury, Swinnen 5-4), 2:2 (18:12) Valentin Pfeifer (Bauermeister, Schymainski), 2:3 (41:46) Colin Jacobs (Ackers, Swinnen 5-4), 2:4 (56:14) Dennis Swinnen (Jacobs, Ackers), 3:4 (56:26) Raymond Brice (Schymainski, Bauermeister), 4:4 (58:39) Geoffrey Kitt (Schymainski, Bauermeister), 5:4 (60:41) Martin Schymainski (Pfeifer)    

Herforder Ice Dragons – Icefighters Leipzig 0:3 (0:1, 0:2, 0:0)

Ein verdienter Auswärtserfolg der Leipziger, die jetzt scheinbar auf dem richtigen Weg sind. Obwohl die Herforder absolut ebenbürtig agierten, und am Ende sogar 38:27 Torschüsse aufweisen konnten, scheiterten sie immer wieder an der gegnerischen Defensive und Keeper Eric Hoffmann, der sich ohne Fehl und Tadel seinen ersten Saison-Shutout abholte. Beste Gästespieler waren neben dem Torhüter noch Geiseler (2 Punkte) und Schietzold, der fast jedes Bully gewann und auch an einem Tor beteiligt war.

Tore: 0:1 (16:05) Luke Volkmann (Geiseler, Postel), 0:2 (28:11) Victor Östling (Schietzold, Geiseler), 0:3 (28:27) Brad Snetsinger (Schumacher, Miethke)


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Sonntag 25.02.2024
ESC Moskitos Essen Essen
3 : 5
Icefighters Leipzig Leipzig
Hammer Eisbären Hamm
2 : 3
Hannover Scorpions Hannover (Scorp.)
Hannover Indians Hannover (Indians)
4 : 0
Füchse Duisburg Duisburg
Herner EV Herne
7 : 2
Herforder EV Herford
Rostock Piranhas Rostock
7 : 4
Tilburg Trappers Trappers
Saale Bulls Halle Halle
5 : 2
Black Dragons Erfurt Erfurt