Hannover Scorpions bezwingen Preussen nach hartem Kampf5:4-Erfolg nach Verlängerung

(Foto: Manfred Schneider)(Foto: Manfred Schneider)
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Überraschend der Start in die Begegnung. Die Scorpions, die auf die Förderlizenzspieler aus Kassel verzichten mussten und dafür als Ersatz sogar Trainer Tomas Martinec (Scorpions-Interims-Coach Peter Willmann: „Keine Leute und dann hatte die Frau von Tomas auch noch heute Geburtstag. Habe also nett gefragt, ob ich auf ihn bauen kann und sie hat zum Glück mit ja geantwortet) auf das Eis brachten (das Coaching übernahm Peter Willmann und Marco Stichnoth), mussten sich in den ersten Minuten vorkommen wie bei einer Fortsetzung des Freitagspieles. Die Preussen, vor zwei Tagen strahlender 7:2-Sieger gegen den Lokalrivalen FASS, gingen sofort in die Offensive und zwangen die Scorpions mehrfach zu Fehlern beim Aufbauspiel. Ein gutes Beispiel dabei das 1:0, als Tepper von der Torbande zurück passte und der heranstürmende Jan Schmidt komplett von der Scorpions-Defensive übersehen wurde. Mathis war in dieser Szene absolut chancenlos. Die geschockten Scorpions zeigten zwar den Willen, mussten aber wenige Minuten später sogar das 0:2 von Josh Rabbani hinnehmen, der sich mit etwas Geschick bis fast in den Torraum kombinieren konnte und dann im Gewühl die Scheibe ins Tor schob. Jetzt war die Konfusion im Scorpions-Aufbauspiel deutlich zu spüren und die Berliner mussten nur auf die Fehler der Gastgeber warten. So konnten die Langenhagener dankbar sein, dass Reuter beim Abschluss etwas Pech hatte und es nicht sogar 0:3 hieß. Waren die Berliner in dieser Phase zu sorglos, überzogen sie etwas das körperliche Spiel, fanden dabei aber in Schiedsrichter Gregor Sochiera keinen Freund. Dieser schickte der Reihe nach van Lijden, Blume, Pritykin und Tepper auf die Bank und so war es kein Wunder, dass die Scorpions wieder zurück ins Spiel fanden. Den Startschuss für die Offensive gab Justin Spenke, bis zu diesem Zeitpunkt einer der stärksten Spieler der Scorpions. Verzog er noch in der 14 Minute knapp über die Latte, zeigte er sich deutlich zielsicherer, als einer der Berliner Verteidiger das Gleichgewicht verlor und Spenke keine Probleme hatte, auf 1:2 zu verkürzen. In der 18. Minute wäre dann sogar fast noch das 2:2 gefallen, als DeCoste das leere Tore vor sich hatte, die Scheibe auch in die richtige Richtung brachte aber Preussen-Keeper Hoffmann mit einem Riesen-Save noch seine Kelle dazwischen brachte. Dazu Preussen-Coach Soccio: „Der Ausgleich hat uns weh getan aber die Scorpions sind toll wieder gekommen und das zweimal hintereinander.“

Diese Aufholjagd hatte Kraft gekostet. Man merkte es den Scorpions deutlich an und ließ es auch verständlich wirken, dass diese etwas den Speed herausnahmen. Umso schöner, dass Chad NIddery eine blitzschnelle Kombination im Powerplay mit DeCoste zum Ausgleich zur Freude der Zuschauer nutzte. Wer jedoch gedacht hatte, dass dies die Wende war, musste sich eines Besseren belehren lassen. Nachdem die Berliner auch die nächste Strafzeit, diesmal besser organisiert, überstanden hatten, zogen sie das Tempo an und hatten gleich zweimal Glück. Julian van Lijden gelang das überraschende 2:3 und als Wengrzik auf die Bank musste, machte Quirin Stocker sein siebtes Saisontor, als er von der blauen Linie abzog und der Puck im linken Toreck einschlug. Das Gegentor erschien jedoch haltbar, denn Scorpions-Goalie Mathis hatte freie Sicht und es schien, als wenn er zu weit rechts gestanden hatte.

Die Frage lautete nun: Reicht die Power der Scorpions für eine zweite Aufholjagd und fahren die Preussen an diesem Wochenende sechs Punkte ein? Zunächst deutete nichts auf einen Umschwung hin. Die Preussen hatten das Spiel relativ sicher im Griff, wurden evtl. etwas leichtsinnig und mussten das 3:4 hinnehmen, als Chad NIddery sträflich übersehen wurde und dieser Hoffmann überwinden konnte. Und das Glück blieb den Scorpions erhalten. Daniel Reichert, Kasseler Leihgabe und früher DNL-Spieler bei der Düsseldorfer EG, gelang sein erstes Saisontor für die Gastgeber, als er hinter dem gegnerischen Tor den Puck in den Slot spielte und dort den Schlittschuh von Rabbani traf und dieser Abpraller war schließlich für Hoffmann unhaltbar. Jetzt hatten die Scorpions Oberwasser, auch bedingt durch einige Strafzeiten der Preussen, die scheinbar ihrerseits jetzt mit physischen Problemen zu kämpfen hatten. Marek und Strakhov hatten Pech, scheiterten an ihrer Zielgenauigkeit bzw. an Hoffmann. Aber auch die Preussen hatten ihre Möglichkeiten. Ogorzelec mit einem Hammer von der blauen Linie, van LIjden und Rabbani sorgten für mächtig Druck.

Somit war es kein Wunder, dass es in die Verlängerung ging und bevor man sich auf die Situation als Zuschauer einstellen konnte, war es schon vorbei. Blank setzte DeCoste ein, der stürmte ins Berliner Drittel, setzte sich trotz Gegenwehr durch und zwiebelte die Scheibe aus ziemlich toten Winkel oberhalb von Hoffmanns rechte Schulter ins linke Eck. Sicherlich glücklich, denn Hoffmann hätte das Eck zumachen müssen, aber im Nachhinein war es den Langenhagenern egal. Ein Fünf-Punkte-Wochenende gab es lange nicht mehr und dementsprechend gelöst und fröhlich waren die Gesichter in der Kabine.

Preussen-Coach Lenny Soccio: „Wir haben ein tolles Spiel gesehen und es ist schade, dass wir das nicht häufiger sahen. Dann würden beide Teams nicht am Tabellenende stehen.

Scorpions-Coach Peter Willmann: „Ohne unsere Kasseler Förderlizenzspieler sah es kräftemäßig schwer aus. Aber dank unserer Kontingentspieler, die sich für den Arsch aufreißen, haben wir das Spiel zweimal gedreht. Dazu der unglaubliche 1:0 Sieg am Pferdeturm. Ich bin von meiner Truppe begeistert.“

Tore: 0:1 (6:41) Jan Schmidt (Tepper, Reuter), 0:2 (7:38) Josh Rabbani, 1:2 (15:49) Justin Spenke (DeCoste, Strakhov/5-4), 2:2 (28:50) Chad Niddery (DeCoste/5-4), 2:3 (32:42) Julian van Lijden, 2:4 (38:12) Quirin Stocker (TEpper/5-4), 3:4 (43:10) Chad Niddery (Goller, Lupzig), 4:4 (47:07) Daniel Reichert (Marek), 5:4 (60:22) Kyle DeCoste (Blank, Strakhov). Strafen: Hannover 12, Berlin 16. Zuschauer: 606.


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