Hannover Scorpions besiegen Timmendorf eindeutig mit 5:1Wieder auf Rang sechs

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Mit einem klaren 5:1 (0:1, 2:0, 3:0) vor 767 Zuschauern gegen den EHC Timmendorfer Strand zogen die Hannover Scorpions in der Tabelle am ungeliebten Nachbarn wieder vorbei und machten es sich auf Rang sechs der Oberliga Nord gemütlich.

Es war von Anfang an ein Spiel auf ein Tor. Begünstigt auch durch zwei relativ schnelle Strafzeiten belagerten die Scorpions das Tor der Beach Boys, die sich in den ersten zehn Minuten ganze dreimal  vor das Tor von Scorpions-Neuerwerbung Florian Proske (Scorpions-Coach Soccio: „Wir haben eine gute Beziehung zu Kassel. Proske hat heute einen guten Job gemacht, hatte beim 0:1 keine Chance“) trauten. Die mit nur 15 Mann angetretenen Timmendorfer standen von Anfang an kompakt hinten, angetrieben auch vom umsichtigen neuen Verteidiger Cory Melkert. Der Kanadier zeigte sich zwar noch etwas hüftsteif, dirigierte aber wie ein Kapitän seine Mannen, griff jeden sofort an und zeigte sich sogleich als wirkungsvoller Defender, an dem der EHC 06 noch seine Freude haben wird. EHC-Coach Martin Williams: „Dafür, dass der Cory seit 24 Stunden auf den Beinen ist, eine einwandfreie Leistung.“

Der zweite Kanadier, allerdings ausgestattet mit deutschem Pass, Keeper Kevin Beech nahm seinem neuen Kollegen den Titel „Bester Spieler des Tages“ ab. Zwar keine Monster-Saves, aber immer auf der Hut, äußerst schnell auf den Schlittschuhen und reaktionsschnell. Martin Williams: „Der Spieler des Tages, ohne Zweifel.“ Ohne ihn hätte es vermutlich schon nach fünfzehn Minuten rabenschwarz für die Gäste ausgesehen. Die Scorpions jedenfalls nisteten sich im gegnerischen Drittel ein, riesige Chancen blieben allerdings Mangelware. Scorpions-Coach Lenny Soccio: „Wir haben zu wenig vor dem Tor gearbeitet. Beech hat fast alles gesehen. So kann man einen derartigen Klassekeeper nicht bezwingen.“ Man merkte schon das Fehlen von Andreas Morczinietz und Christoph Koziol. Der in der letzten Woche angeschlagene Stefan Goller trat mit viel Schwung an, von einer Verletzung keine Spur. Soccio: „War wohl eine Kopfsache. Zum Glück war es keine längerfristige Verletzung wie zuerst befürchtet.“ Trotzdem hätte es mindestens 3:0 bis zu diesem Zeitpunkt stehen müssen. Blank, Bacek und Mery standen für Sekundenbruchteile alleine vor Beech, schafften es aber nicht, den Gästekeeper zu überwinden. Wenn es auf der einen Seite nicht klappt, dann halt auf der anderen. Wie aus dem Nichts tauchte das Trio Zobel, Thorben Saggau und Kenneth Schnabel vor dem Kasten von Neu-Scorpion Florian Proske auf und Schnabel schließlich verantwortete das vom Spielverlauf völlig unverdiente 0:1.

Der Beginn des zweiten Drittels deutete schon an, dass die Gastgeber keineswegs gewillt waren, sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Mit Verve berannten sie das Tor von Beech. Bereits nach sechzig Sekunden gab es drei Chancen, diesmal für Mery, Bacek und Thomson, aber noch hielt das Holsteiner Abwehrbollwerk. Die Taktik von Timmendorfs Trainer Martin Williams hieß: Verstärkte kompakte Abwehr und auf schnelle Konter hoffend, meistens ausgeführt von der ersten Reihe um Thorben Saggau, Schnabel und Zobel. Diese ließen die Scorpions-Verteidiger regelmäßig Blut und Wasser schwitzen, ließen die Kälteperiode für Hannovers Keeper Proske ausfallen. Die Wende schließlich, mal wieder mit einem Doppelschlag ausgeführt, kam über das Powerplay. Bis vor Spielbeginn lag die Scorpions-Quote noch bei 29,9 Prozent, im ersten Drittel bei null Prozent, im zweiten Drittel bei 100 Prozent. Den Ausgleich schaffte Igor Bacek, der einen Querpass von Lupzig direkt ins Eck hämmerte und 49 Sekunden später versuchte Bacek einen Schuss von der blauen Linie. Nicht hart aber Robin Thomson brachte seinen Schläger in die Flugbahn und Beech war wiederum geschlagen. Das 2:1 entsprach immer noch nicht den Spielverhältnissen, war aber verdient. In der Folgezeit veränderte Scorpions-Coach die Taktik. Jetzt war das pure Anrennen out, man nahm sich zurück, ließ Timmendorf etwas mehr mitspielen, kreierte dafür mehr Platz für sich selbst. Durchaus geschickt, aber ein Gegner kann dieses Plus auch für sich ausnutzen. Wynia hätte bei einem schnellen Konter in der 37. Minute ausgleichen müssen und auch Horst ließ eine Riesenchance aus, hätte in seinem Fall nicht Scorpions-Defender Spelleken mit seiner beherzten Rettungstat die Oberhand behalten.

Auch in den letzten zwanzig Minuten wiederholte sich das Spielchen der ersten vierzig Minuten. Die Scorpions griffen immer wieder beherzt an, trieben das Schussverhältnis letztendlich auf 62:15, hatten aber bis zur 50. Spielminute genug zu tun, um die Timmendorfer auf Distanz zu halten. Erst der zweite Doppelschlag, erfolgreich waren Sachar Blank (50.) und Daniel Lupzig (51.), entschied endgültig die Partie. Den Schlussstrich durfte diesmal der umtriebige Sachar Blank für sich in der letzten Minute in Anspruch nehmen, als ihm mit dem 5:1 sein 30. Scorerpunkt gelang. Trotz der zwei Tore konnte er jedoch nicht den Scorpions-Titel „Spieler des Tages“ einheimsen, denn den erhielt diesmal Daniel Lupzig. Lupzig war mit seinen fünf Scorerpunkten an allen hannoverschen Toren beteiligt und verdiente sich die Ehrung absolut zu recht.

Timmendorfs Coach Martin Williams: „Ein verdienter Sieg der Scorpions. Wir hatten zehn Verletzte, müssen unter diesen Umständen mit dem 1:5 zufrieden sein. Sehr gut war heute unser Keeper, der uns lange im Spiel gehalten hat. Unser Ziel ist absolut Platz 13 in der Liga, gerne auch besser“.

Scorpions-Coach Lenny Soccio: „Ein verdienter Sieg, der eigentlich zu knapp ausgefallen ist. Im ersten Drittel haben wir vor dem Tor zu wenig gearbeitet. Das hat sich später geändert, aber Timmendorf hat uns doch einiges abverlangt. In der nächsten Woche wird Morczinietz seine ersten Gehversuche mit Schiene starten. Hemmes hat aus beruflichen Gründen gefehlt, wird bald wieder dabei sein. Wir sind optimistisch.“

Tore: 0:1 (17:33) Kenneth Schnabel (Th. Saggau, Zobel), 1:1 (27:10) Igor Bacek (Lupzig, Hungerecker/5-4), 2:1 (27:59) Robin Thomson (Bacek,Lupzig/5-4), 3:1 (49:54) Sachar Blank (Lupzig, Ringe), 4:1 (50:16) Daniel Lupzig (Blank, Ringe), 5:1 (59:42) Sachar Blank (Thomson, Lupzig).Strafen: Hannover Scorpions 10, EHC Timmendorfer Strand 18. Zuschauer: 767.

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