Hannover Indians lassen Scorpions keine ChanceDeutliches 7:1 vor ausverkauftem Haus

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Nicht nur um dem Rivalen einen auszuwischen, sondern auch um die Chance auf Platz zwei zu erhalten. Am Ende stand es 7:1 (2:0, 3:0, 2:1) für die Indians, die ihrem Gegner klar die Grenzen aufzeigten und bei einem neutralen Beobachter vermutlich die Frage aufkommen ließen, wer denn jetzt besser platziert ist.

Allerdings hatte es Anfang nicht so ausgesehen. Die Scorpions wollten erkennbar den Sieg, starteten mit viel Schwung und pressten die Indians in deren Hälfte, spielten stellenweise sogar bei numerischer Gleichheit Powerplay. Das sah gut aus, hatte aber einen Haken. Die Scheibe wollte nicht in das von Albrecht wieder sehr gut gehütete Tor. Was auch die Scorpions-Stürmer anstellten, es klappte nichts und dabei hatten sie gute Möglichkeiten. Die besten hatte Niddery, Schmid und Bombis, aber wenn man frei vorm Keeper vorbei schießt, dann muss man sich an die eigene Nase fassen. Die Konsequenz war, dass die Indians sich auf das Kontern verlegen mussten und das auch mit Erfolg machten. Nachdem Gästetorwart Lukas Müller, Stammkeeper Linda war noch immer nicht einsatzbereit, gegen Pohanka in der fünften Minute mit sensationellem Reflex noch retten konnte, war er in der zehnten Minute machtlos, als Dennis Arnold den Puck oben ins linke Eck jagte. Diese Führung hatte zwar den Spielverlauf etwas auf den Kopf gestellt, aber noch war die Moral bei den Scorpions vorhanden. In der 14. Minute hätte der Ausgleich fallen müssen, als nach einem Verteidigungsfehler der Indians der Goalgetter der Scorpions, Patrick Schmid, auf und davonzog und knapp verzog. Ob diese Aktion Schmid frustrierte, ist schwer zu deuten, jedenfalls zeigte der starke Stürmer im Anschluss seine fiese Art, als er seinen vor ihm stehenden Gegner, es war Andreas Morczinietz, im Vorbeifahren einen Stockendenstich versetzte und dieser zu Boden sank. Das passierte vor den Augen des Schiedsrichtertrios und trotzdem kam Schmid ohne Strafe davon, weil die Herren in schwarz-weiß scheinbar nichts gesehen hatten. Dazu Indians-Coach Soccio: „Das war nicht fein von ihm und man sieht sich sicherlich irgendwann wieder.“ Auf alle Fälle braucht ein Topspieler wie Schmid solche Aktionen nicht um aufzufallen. Wie man es besser macht, zeigte zwei Minuten später Roman Pfennings, der ein starkes Zuspiel von Tramm zum 2:0 verwertete.

Wie es um die Nervenstärke der Mellendorfer bestellt war, zeigte eine Szene in der 22. Minute. Lehmann bekam die Scheibe, direkt vor seinem Tormann stehend, an den Schlittschuh und von dort prallte die Scheibe in Richtung Scorpions-Tor und verfehlte dieses um vielleicht fünf Zentimeter. Glück gehabt, konnte man meinen, denn langsam steigerten sich die Indians in einen Spielrausch. Bereits in der 25. Minute entwischte Lukas Valasek seinen Bewachern und zog ab. Müller konnte zwar den Puck noch berühren, aber nicht mehr festhalten und es stand 3:0. Jetzt gab es kein Halten mehr bei den Indians. Dem schnellen und halbwegs präzisen Passspiel hatten die Scorpions nicht viel entgegen zu setzen und so waren auch die Tore zum 4:0 und 5:0 exzellent herausgespielt. Einmal nutzte erneut Valasek ein perfektes Zuspiel von Hein und dann zeigten Uusivirta und Morczinietz, wie man einen Torschützen, in diesem Fall Igor Bacek, in Szene setzt.

Das letzte Drittel begannen die Scorpions noch einmal mit mächtig viel Power. Sicherlich wollten sie nicht untergehen und man hat schon viel erlebt, nahm sich vielleicht ein Beispiel an Essen, das am vergangenen Wochenende gegen die Füchse Duisburg aus einem 2:6 ein 8:6 gemacht hatte. Tatsächlich ähnelten die ersten Minuten dem ersten Drittel. Die Scorpions griffen an, die Indians waren zum Kontern gezwungen und zeigten dabei mehr Gefährlichkeit als die engagierten, aber irgendwie auch mutlosen Gäste. Als dann in der 44. Minute Arnold bei einem dieser Konter leicht zu hoch zielte und das 6:0 verfehlte, da hatte dieser Fehlschuss eine Wirkung wie ein echter Treffer. Auf einmal erschienen die Scorpions mutlos, wollten scheinbar nur noch das rettende Ufer, sprich das Spielende erreichen. Allerdings hatten sie ihre Rechnung ohne die Indians aufgemacht, die in regelmäßigen Zeitabständen zuschlugen und die Nerven ihrer Gegenspieler verschließen. In der 46. Minute traf Igor Bacek zum 6:0 und nach einem Galaauftritt überwand Schwab den bedauernswerten Müller zum 7:0. Wie unglücklich es für die Scorpions ablief, zeigt eine Szene in der 52. Spielminute. Weist versuchte sich mit einem Schuss von der blauen Linie, Fischer fälschte gekonnt die Scheibe ab aber Indians-Keeper Sebastian Albrecht hatte dies bereits geahnt und die Lücke zu gemacht. Dass trotzdem noch das 1:7 aus Scorpions-Sicht fiel, hatten die Spieler des Tabellendritten einer Unachtsamkeit der Indians-Defensive zu verdanken, die das Spielgerät einfach nicht aus ihrem Drittel bekam und prompt ein Gegentor von Patrick Schmid einkassierte. Dieses Tor für die Scorpions war im Endeffekt verdient, auch wenn es für ECH-Keeper Albrecht ärgerlich war, fiel es ganze vier Minuten vor Schluss und verdarb ihm einen möglichen Shutout.

Scorpions-Trainer Dieter Reiß: „Ein Sahnespiel der Hannover Indians. Wir waren bei weitem nicht aggressiv genug und das kann am Pferdeturm nicht gutgehen.“

Indians-Coach Lenny Soccio: „Ein verdienter Sieg in einem herausragenden Spiel von uns. Heute hat man Mannschaft fast perfekt gespielt. Allerdings müssen wir uns jetzt auf Leipzig am Sonntag konzentrieren, damit die heutigen drei Punkte ihren Wert behalten.“

Tore: 1:0 (9:54) Arnold (Tramm, Bovenschen), 2:0 (17:14) Pfennings (Tramm, Pohanka), 3:0 (24:31) Valasek (Hein, Pohl), 4:0 (29:07) Valasek (Hein, Finkel), 5:0 (32:55) Bacek (Morczinietz, Uusivirta), 6:0 (45:49) Bacek (Pohanka, Uusivirta), 7:0 (54:22) Schwab (Bacek, Morczinietz), 7:1 (55:54) Schmidt (Bombis, Lehmann). Strafen: Hannover Indians 14, Hannover Scorpions 8. Zuschauer: 4608 (ausverkauft).

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