Hannover Indians lassen Füchse beim 5:2 keine ChanceIndians erobern mit dem Erfolg Platz drei

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Die Reaktion hätte nicht unterschiedlicher sein können. So fehlten Duisburgs Interimstrainer Reemt Pyka in der anschließenden Pressekonferenz förmlich die Worte: „Nach dem Klassespiel am Freitag gegen Tilburg sind wir heute extrem abgefallen. In den ersten 20 Minuten waren wir noch in der Kabine. Über diese Leistung werden wir in der kommenden Woche reden.“ Derweil glühte auf der anderen Seite Lenny Soccio, Übungsleiter der Hannover Indians, nur so vor Freude: „Die Jungs haben hart trainiert und sie haben an diesem Wochenende einfach alles richtig gemacht. In zwei Spielen hatten wir zusammen 100 Torschüsse und die 14 Tore zeigen unsere Offensivleistung. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Tatsächlich schien sich am Anfang das Schicksal gegen die aufmüpfigen Hannoveraner verschworen zu haben. Der Himmel hatte in der Nacht zuvor seine Schleusen geöffnet und die niedersächsische Landeshauptstadt weiß gefärbt. Dazu kam, dass im benachbarten Kongress-Zentrum die AfD-Partei ihren Bundesparteitag abhielt und zahlreiche Gegendemonstrationen ihr demokratisches Recht einforderten. Diese beiden Tatsachen hielten etliche Zuschauer von einem Besuch am Pferdeturm ab. Den Indians entgingen wichtige Einnahmen und die fehlenden Zuschauer hatte eine Partie und eine Leistung der eigenen Mannschaft verpasst, wie man sie lange nicht mehr gesehen hat. Das am Ende festgestellte Schussverhältnis von 51:40 für die Indians hört sich viel knapper an, als es am Ende war.

Die Duisburger, eigentlich mit breiter Brust angereist, kam sich am Ende vor wie gerupfte Hühnchen und hätte auf der Anzeigetafel ein 9:3 gestanden, wie es am Freitag Indians-Gegner Timmendorf gegangen war, hätte sich niemand beschweren können. Die Gäste gingen überraschend in der achten Minute durch Viktor Beck in Führung. Der Deutsch-Kasache kam nach einer der wenigen Abstimmungsprobleme in der Indians-Defensive frei zum Schuss und Sebastian Albrecht im Tor der Gastgeber war geschlagen. Allerdings hätte es zum diesem Zeitpunkt schon 3:1 heißen können, denn die Indians starteten mit einem Schwung in die Partie, dass den Gästen schwindelig wurde. Diese versuchten zwar mitzuspielen, kamen aber nur bedingt aus ihrer Hälfte. Ganze 41 Sekunden durfte sich der Tabellendritte über die Führung freuen. Indians-Topscorer Branislav Pohanka, von dem Headcoach Soccio sagt: „Er ist einer der besten Defensivstürmer der gesamten Liga, vielleicht sogar der beste“, zeigte, warum er aktuell mit 35 Punkten in der Scorerliste ganz vorne steht. Zweimal, in der achten und in der 14. Minute, legte er dem jeweiligen Torschützen perfekt auf und zweimal war Christoph Mathis im Füchse-Kasten nach Schüssen von Bacek und Morczinietz geschlagen. Mit einer Führung gegen den Favoriten ging es in die erste Pause. Das war den Indians zwar schon 2015 und 2016 gelungen, aber nur in Freundschaftsspielen. In einem Punktspiel musste der Statistiker bis Januar 2001 zurückgehen, als es nach zwanzig Minuten 1:0 stand, am Ende aber 3:5.

Indians-Coach warnte seine Mannen noch vor dem zweiten Drittel: „Achtung, Duisburg ist gefährlich. Die werden jetzt Druck machen.“ Und so war es dann auch. Die Westdeutschen wollten den Ausgleich, so schnell wie möglich. In einer Angriffssituation, die die Indians scheinbar bereits im Griff hatten, konnte Albrecht im Tor die Scheibe nicht festhalten, diese rutschte weiter an den kurzen Pfosten, wo Habermann stand. Dieser hatte keine Probleme mit dem leeren Tor und es stand 2:2. Ein Schock für das zahlende Publikum, da man sich noch zahlreiche Einbrüche der Mannschaft gegen diesen Gegner erinnerte, aber nicht bei Soccios Truppe. Diese spielte einfach so weiter wie bisher und durfte sich auch einmal bei Glücksgöttin Fortuna bedanken. In der 29. Minute bediente Pfennings von der rechten Seite Robby Hein in der Mitte, dieser drehte sich und schoss die Scheibe am rechten Schoner von Mathis vorbei in die Maschen. Die Gesichtsmuskeln von Duisburgs Coach Pyka verhärteten sich. Ganze drei Strafen leisteten sich die Duisburger und gleich zwei von ihnen wurden bestraft. Gerade einmal zehn Sekunden, nachdem Joly auf der Strafbank in der 31. Minute Platz genommen hatte, hatte Pohanka eine Möglichkeit und sein halbwegs scharfer Schuss landete zur Überraschung aller im Netz. Mathis hatte schlicht nichts sehen können. In der Folgezeit versuchten die Duisburger das Tempo anzuziehen, aber die Indians, die taktisch klug die beiden Hauptakteure der Gäste, Joly und Huebscher, regelmäßig in Doppelbewachung nahmen, vereitelten gekonnt schon im Mitteldrittel den Aufbau, so dass Albrecht bis zur 40. Minute relativ wenig zu tun bekam.

Auch im dritten Drittel merkte man das Bemühen der Gäste. Dazu Coach Pyka: „Wir haben versucht, die Reihen zu mischen, um gefährlicher zu werden, aber die Indians hatte immer eine Antwort.“ Optisch waren die jetzt Gäste stärker, die Hannoveraner zogen sich zum Kontern zurück und waren durchweg dem 5:2 näher als der Gast dem Anschluss. Gänzlich der Zahn gezogen wurden den Füchsen in der 55. Minute von Bacek, der einen Steilpass von Pohanka aufnahm und die Scheibe Mathis durch die Beine schob. Damit stand der höchste ECH-Heimsieg gegen ein Duisburger Team seit dem 31. Oktober 1997, damals ein 6:2, fest.

Füchse-Coach Reemt Pyka: „Ein verdienter Sieg für Hannover, die heute in allen Belangen überlegen waren. Den Abfall vom Freitag zu heute kann ich mir nicht erklären und wird Bestand der kommenden Trainingswoche sein.“

Indians-Coach Lenny Soccio: „Meine Jungs waren nach dem 9:3 von Timmendorf nicht satt, sondern am Samstag beim Abschlusstraining richtig heiß auf das heutige Match. Man hat gesehen, dass wir ein richtiges Team sind und ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Tore: 0:1 (7:10) Berzins (Neugebauer, Beck), 1:1 (7:51) Bacek (Pohanka, Schwab), 2:1 (13:59) Morczinietz (Pohanka, Uusivirta/5-4), 2:2 (24:33) Habermann (Verelst, Barta), 3:2 (27:54) Hein (Pfennings, Finkel), 4:2 (30:35) Pohanka (Uusivirta, Lilik/5-4), 5:2 (54:09) Bacek (Pohanka, Pohl). Strafen: Hannover 2, Duisburg 6. Zuschauer: 1891.

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