Hannover Indians halten mit neuntem Sieg in Folge Leipzig auf DistanzRostock und Essen kämpfen um Platz neun

Tobias Möller trifft zum 2:0 für die Hannover Indians. (Foto: Manfred Schneider)Tobias Möller trifft zum 2:0 für die Hannover Indians. (Foto: Manfred Schneider)
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Im Fernduell treffen die Hannover Indians in Halle auf den frisch gebackenen Nordmeister und Verfolger Icefighters Leipzig muss zum Tabellenletzten nach Hamm. Normalerweise eine klare Sache, aber durch Corona und den anstehenden Play-offs sicherlich auch eine Nervenfrage. Mit der Niederlage in Essen hat sich auch die Frage nach der direkten Qualifikation für Hernes Minenarbeiter geklärt. Die Hamburger setzten sich durch und treffen jetzt auf den Süddritten, die Starbulls Rosenheim. Herne dagegen wird sich zuvor mit den Rostock Piranhas oder Moskitos Essen messen müssen. Die Frage um Platz neun ist zweite und letzte große Frage im Norden. Beide Vertretungen, die Rostocker wie auch die Essener müssen auswärts antreten, wobei es die Piranhas in Krefeld etwas leichter haben könnten. Die Moskitos müssen zu den hannoverschen Scorpions und da scheint das Punktesammeln schwerer zu sein. Übrigens, alle Begegnungen am Sonntag fangen einheitlich um 18 Uhr an.

Hannover Indians – Saale Bulls Halle 6:0 (2:0, 2:0, 2:0)

14:11 lautete zu Spielbeginn nicht eine obskure Statistik, sondern die Zahl der zur Verfügung stehenden Spieler von Hannover und Halle. Dieser Indians-Vorsprung sollte sich am Ende auszahlen, doch zunächst zeigten die elf wackeren Gäste, dass sie nicht gewillt waren, kampflos die Punkte am Pferdeturm zu lassen. Sie versuchten früh zu pressen und mit ihrem dynamischen Spiel mahnten sie gleich von Anfang die ECH-Defensive zur Vorsicht. Diese musst mit Hochdruck arbeiten und  hatte aber auch mit Torhüter David Böttcher-Miserotti einen exzellenten Keeper, der dem heute an der Bande stehenden Jan Dalgic in nichts nachstand. Das beide Torhüter bei den Indians mittlerweile für ein weiteres Jahr verlängert haben, wird die ECH-Fans sicherlich vor kurzem erfreut haben. Ganz viel Sicherheit bekamen die Indians dann in der sechsten Minute, als Igor Bacek vor Halles Torhüter Eric Steffen auftauchte und ihm die Scheibe zwischen den Hosenträgern vorbei zum 1:0 ins Tor schoss. Dieses Tor gab den Indians die notwendige Sicherheit und nur acht Minuten später konnte Tobias Möller eine Unsicherheit in der Bulls-Abwehr zum 2:0 ausnutzen. Dieses Zwischenresultat war glücklich, denn der frischbackene Nordmeister zeigte bis dahin keinerlei Ermüdungserscheinungen und bestimmte durchaus das Spiel im ersten Drittel. Ganz wichtig war dann das schnelle 3:0 im zweiten Drittel durch Kyle Gibbons. Damit zogen die Indians ihren ambitionierten Gästen schnell die Zähne. Jetzt musste Halle kommen, aber schon jetzt fiel es den Spielern schwer dies umzusetzen, denn die Spielgeschwindigkeit im ersten Abschnitt war enorm hoch und ein echter Vorgeschmack auf die anstehenden Play-offs.

Während die Beine der Bulls-Akteure immer schwerer wurden, bekamen die Indians Flügel. Sie übernahmen immer mehr die Spielkontrolle und das 4:0 von Igor Bacek in der 31. Spielminute war nicht nur das I-Tüpfelchen aus heimischer Sicht, sondern auch die Klarmachung seitens der Gastgeber, dass das Spiel so gut wie entschieden ist. Ab sofort feierten die Fans jede Aktion ihrer Lieblinge und im Schlussdrittel sorgte Indians-Stürmer Robin Palka mit zwei Toren, das letzte ganze zwei Sekunden vor Spielende, für das Entertainment. Dazu gab es drei erfreuliche Fakten für die heimischen Fans: 1. Zum einen schoss Robin Palka mit dem 5:0 auch das 200. Saisontor der Indians. Zuletzt war das in der Saison 2015/16 gelungen, als man am Ende sogar auf 217 erzielte Tore kam. Und zweitens gelang jetzt schon der neunte Sieg in Folge. Die Indians sind zur Zeit das Team der Stunde im Norden und sie müssen am Sonntag trotzdem noch einmal alles geben, wenn sie Platz vier halten wollen, denn Ferngegner Leipzig hat es mit dem Tabellenletzten Hamm auswärts zu tun. Drittens war das 6:0 gegen Halle der bisher höchste Erfolg der Indians gegen die Saale Bulls.

Tore: 1:0 (05:50) Igor Bacek (Bowles, Kiss), 2:0 (13:03) Tobias Möller (Schubert, Bowles), 3:0 (21:45) Kyle Gibbons (Kiss, Palka), 4:0 (30:50) Igor Bacek (Bowles, Pohanka), 5:0 (48:53) Robin Palka (Gibbons, Böttcher-Miserotti), 6:0 (59:58) Robin Palka (Gibbons, Möller)

Icefighters Leipzig – Crocodiles Hamburg 5:1 (3:1, 0:0, 2:0)

160 Kilometer südlich von Hamburg hatte man gehofft, dass die Crocodiles sich nicht nur einen erbitterten Fight mit Leipzig liefern, sondern hoffentlich auch ein paar Punkte mit nach Hamburg nehmen würden, und somit den Indians Schützenhilfe geben. Nur dummerweise klappte das nicht, denn die Leipziger überrannten die Hamburger im ersten Drittel förmlich, gingen mit 3:0 in Führung. Auch wenn den Hamburger noch im ersten Drittel das 1:3 gelang, im zweiten Abschnitt konnten die Hamburger nicht den Anschluss erzielen und nur wenige Minuten nach Beginn des dritten Drittels erhöhten die Leipziger mit einem Doppelschlag auf 5:1. Damit blieben die Icefighters auf Schlagdistanz zu den Hannover Indians und sie haben am Sonntag mit den Hammer Eisbären den leichteren Gegner als die Niedersachsen.

Tore: 1:0 (07:09) Felix Stopinski (Hon, Voronow), 2:0 (11:17) Felix Stopinski (Riekkinen, Schön), 3:0 (16:17) Joonas Riekkinen (Eichelkraut, Hannon 5-3), 3:1 (17:35) Victor Östling (Reed, Reimer), 4:1 (41:58) Patrick Demetz (Miguez, Klaus), 5:1 (43:14) Connor Hannon (Eichelkraut, Farrell)

Moskitos Essen – Herner EV Miners 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 1:0) n.P.

Der Reiz dieses Partie hatte gleich drei Gründe. Zum einen die Rolle als Nachbarschaftsderby. Zum zweiten überholten mit dem Sieg die Moskitos Essen den harten Rivalen um Platz zehn, die Rostock Piranhas. Und drittens ist es möglich, dass beide Mannschaften in den Pre-Play-offs noch einmal aufeinandertreffen. Das Spiel neigte sich am Anfang Herne zu, die im ersten Drittel klar überlegen waren, es aber nicht schafften, mehr als ein Tor zu erzielen. Als Ziolkowski im zweiten Drittel gar auf 2:0 erhöhte, da schien die Partie gelaufen, aber Essen kämpfte sich zurück, nutzte in der 40. Minute ein Überzahlspiel zum Anschluss und kam im ausgeglichenen dritten Drittel zum Ausgleich. Es ging in die Verlängerung, die nichts einbrachte und im anschließenden Penaltyschießen waren die jetzt selbstsicherer wirkenden Moskitos besser drauf und Enrico Saccomani erzielte schließlich das entscheidende Tor zum 3:2.

Tore: 0:1 (11:13) Markus Marsall (Orendorz, Hüfner), 0:2 (28:12) Christoph Ziolkowski (Polter, Komov), 1:2 (39:05) Dominik Luft (Saccomani, Ziolkowski 5-4), 2:2 (54:24) Aaron MacLeod (Zajic, Ziolkowski), 3:2 (65:00) Enrico Saccomani (PEN).

Rostock Piranhas – Hammer Eisbären 1:4 (0:2, 0:1, 1:1)

Die 752 Zuschauer waren nach der Begegnung maßlos enttäuscht. Ihre Piranhas, mit bisher 169 Toren in der Offensivkraft sogar auf Platz sieben in der Oberliga Nord stehend, hatten gegen den wacker auftretenden Tabellenletzten Hamm komplett versagt. Dass es auch die erste Heimniederlage überhaupt gegen die Eisbären aus Rostocker Sicht war, sollte auch erwähnt werden. Verdient hatten es sich die Gäste, denn sie überzeugten mit einer starken Abwehr, dem klar besseren Torwart und ihren zwei Goalgettern, die gestern bewiesen, warum sie in der Scorerliste vor den besten Rostockern stehen. Die mit nur zehn Feldspielern antretenden Hammer hatten wieder einmal in Kyle Brothers und Chris Schutz, mit je drei Scorerpunkten, ihre besten Aktiven, aber auch Jesse Roach konnte mit zwei Punkten glänzen. Die restliche Mannschaft zeigte eine erstklassige kämpferische Leistung. Bei Rostock überzeugte nach dem strahlenden 12:2 gegen Krefeld diesmal keiner.

Tore: 0:1 (07:21) Maximilian Otte (Brothers, Roach), 0:2 (16:08) Kyle Brothers (Gretz, Schutz 5-4), 0:3 (36:37) Christopher Schutz (Roach, Brothers 5-4), 1:3 (48:58) Justin Maylan (Koziol, von Ungern-Sternberg 5-4), 1:4 (59:55) David Trivellato (Schutz ENG)

Herforder EV – EG Diez-Limburg 8:2 (2:1, 4:0, 2:1)

Zum Abschluss der Saison zeigten die Herforder noch einmal ein wirklich gutes Spiel. Leider kam dieser Endspurt am Ende zu spät, denn Rostock war quotiententechnisch einfach zu weit entfernt. Im Spiel wurde dem heimischen Management wieder einmal klargemacht, dass sie, zur Freude ihrer Anhänger, mit den Vertragsverlängerungen der zweiten Angriffsformation mit Begovs, Biezaijs und Rinke, alles richtig gemacht hatten. Dieses Trio räumte zehn von maximal zu vergebenden 24 Punkten ab und bewies erneut, wie wertvoll sie für das Projekt HEV sind. Auf der anderen Seite kämpften die Limburger verzweifelt, konnten aber das erwähnte Trio kaum unter Kontrolle bekommen. Dazu hatte ihr Altmeister im Tor, Jan Guryca nicht seinen besten Tag. Nach 25 Minuten und dem dritten Gegentor innerhalb von nur drei Minuten verließ er sein Gehäuse für Tim Stenger, der es etwas besser machte und mit 87 Prozent Fangquote sein Team nicht zweistellig verlieren ließ. Für Herford war es ein versöhnlicher Saisonabschluss. Nach vier Heimniederlagen in Folge noch einmal ein Sieg und nach dem 8:0 gegen Krefeld im Oktober der zweithöchste Saisonsieg.

Tore: 1:0 (04:05) Marek Krocker (Begovs, Biezaijs), 1:1 (16:08) Nikita Krymskiy (Drover, Wächtershäuser), 2:1 (19:51) Rustams Begovs (Rinke, Garten), 3:1 (23:22) Nils Bohle, 4:1 (25:23) Aaron Reckers, 5:1 (27:41) Rustams Begovs (Brinkmann, Rinke), 6:1 (35:35) Rustams Begovs (Rinke, Biezaijs), 6:2 (38:23) Paul König (Krymskiy, Slaton), 7:2 (41:54) Elvis Biezaijs (Begovs, Garten), 8:2 (55:13) Max Pietschmann (Weikamp, Pöpel)


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