Hannover Indians befinden sich weiterhin auf der ErfolgswelleGlückliches 4:3 gegen Halle von 2133 Zuschauern

(Foto: TKH Photography)(Foto: TKH Photography)
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Immerhin hatten die Indians ihren jüngsten Leistungsträger wieder dabei, Junioren-Nationalspieler Steven Raabe, während der litauische Nationalspieler Arnoldas Bosas fehlte. Der Wolfsburger, der praktisch seit seinem ersten Spiel in Hannover glänzt, brauchte am Anfang etwas um sich einzugewöhnen, war aber dann gewohnt stark und hatte seinen Anteil daran, dass die drei Punkte in Hannover blieben. Ein weiterer Garant für den Sieg war während der Woche in seiner Stadt geblieben, wurde nach dem ersten Drittel von Trainer Lenny Soccio eingewechselt und avancierte mal wieder zu einem der wichtigsten Akteure der Mannschaft. Kristian Hufsky bog das Ergebnis als nervenstarker Zerberus wieder um und am Ende stand, diesmal zumindest über vierzig Minuten die null. Unglaublich und am Pferdeturm ein absolut ungewohntes Gefühl: Die Defensive ist das Glanzstück einer homogenen Mannschaft. Kristian Hufsky kassierte in den letzten 160 Minuten nur ein Gegentor und im Augenblick steht er mit 1,92 Gegentoren/Spiel mit weiterem Vorsprung auf Platz eins vor dem Niederländer Ian Meierdres und dem Leipziger Patrick Glatzel mit jeweils 2,46 Gegentoren pro Spiel.

Allerdings wäre es ungerecht, für den Rückstand nach dem ersten Drittel den erst eingesetzten Philip Lehr an den Pranger zu stellen. Lehr, der sicherlich damit zurecht kommen muss, dass er um seine Position, für die er geholt worden ist, schwer kämpfen muss, war am Ende besser als die Zahlen es weismachen möchten aber er zeigte eine gewisse Nervosität, die vermutlich am Ende des Spieles negativ ausgegangen wäre. Von den drei Gegentoren hatte er nur eines auf dem Gewissen und zwar das zweite, wo er unglücklich aussah. Beim 1:1 durch Chris Francis in der zehnten Spielminute, erzielt aus zentral naher Entfernung, war Lehr chancenlos und beim 1:3 hatte er erst einen Alleingang von Moritz Schug gekonnt gehalten und beim Nachstochern von Kyle Helms lag er auf dem Puck. Das war auf den TV-Bildern deutlich zu sehen und auch auf vorliegenden Presseaufnahmen ist zu erkennen, dass die Scheibe nicht die Torlinie überschritten hatte. Warum Schiedsrichter Seedo Janssen das Tor gab, weiß wohl nur er selbst. Damit führten die Hallenser nach 19 Minuten 3:1. Übrigens, vor dem Ausgleich von Francis hatte Mike Glemser gekonnt per Rückhand das 1:0 für die Indians erzielt, die jedoch, und das überraschte, nach der Führung und vor allem nach dem Ausgleich das Heft aus der Hand gaben. Halle war zwischen der zehnten und zwanzigsten Minute besser, konnte jedoch nur zwei Tore erzielen. Das rächte sich dann in der Schlussminute dieses am Ende turbulenten Drittels. Nachdem Schiri Janssen zwei Indians nacheinander auf die Strafbank schickte, hätte Halle fast noch das 4:1 erzielt. Victor Knaub zog diagonal ab und Philip Lehr verabschiedete sich von seinem Arbeitsplatz mit einem Topsave. Vielleicht war dies die Initialzündung, denn zwanzig Sekunden vor Drittelschluss fuhren die Indians einen Gegenangriff, Pohanka bediente perfekt Igor Bacek und der Slowake markierte mit seinem elften Saisontor per Shorthander das 2:3.

Halles Kapitän Kyle Helms, in der Drittelpause von einem TV-Sender zu dem Gegentor befragt, konnte nur mit Mühe an sich halten. Mit anderen Worten: Es ärgerte ihn zutiefst und vielleicht ahnte er, dass dieser Lapsus am Ende über den Verlust von Platz vier mitentscheiden würde.

Obwohl Lehr eine gute Figur gemacht hatte, tauschte ihn Indians-Coach Soccio aus und es war faszinierend zu beobachten, wie schnell die Abwehr der Gastgeber ihre Sicherheit wiederfand. Allerdings erst nach einer unglaublichen Rettungstag, als ein Fehlpass dem Bulls-Stürmer Sergei Stas einen Freifahrtschein zum gegnerischen Tor bescherte und dieser an Hufsky scheiterte. Nun ist es unmöglich, im Eishockey bei zwei gleichstarken Mannschaften gegnerische Torchancen auszuschließen, aber Halle wirkte schlagartig nicht mehr so aggressiv wie im ersten Drittel. Die Indians belagerten stellenweise das Tor ihres ehemaligen Keepers, aber sie konnten den zweitligaerfahrenen Torhüter nicht überwinden. Dieser Zustand änderte sich im dritten Drittel. Das Einbahnstraßeneishockey ging weiter und in der 46. Minute war es schließlich der Kapitän persönlich, Branislav Pohanka, der ein Zuspiel von Roman Pfennings einknipste. Dieses dritte Tor weckte die Gäste wieder aus ihrer Lethargie und sie begannen mit einer Vielzahl von Nadelstichen durch Konter die heimische Defensive zu ärgern. Hierbei glänzte vor allem das ausländische Trio Helms, Mosienko und Francis. Als alle Welt langsam begann eine Verlängerung einzukalkulieren passierte etwas Ungewöhnliches. Die Indians spielten mal wieder bei personeller Gleichheit Powerplay, die Scheibe kam zurück an die blaue Linie wo Defender Armin Finkel stand und der Routinier, der sein 518. Oberligaspiel absolvierte, jagte die Scheibe mit einem Prachtschuss direkt unter die Latte. Ein Tor des Monats, bei dem Albrecht im Bulls-Tor selbstredend machtlos war.

Tore: 1:0 (2:53) Glemser (Finkel, Hertel), 1:1 (9:38) Francis (Helms, Mosienko), 1:2 (12:20) Helms (Francis, Schmitz), 1:3 (18:19) Helms (Schug, Suchomer), 2:3 (19:46) Bacek (Pohanka, Raabe/4-5), 3:3 (45:14) Pohanka (Pfennings, Bacek), 4:3 (58:47) Finkel (Weyrauch, Niddery). Strafen: Hannover 12 + 10 (Pohanka), Halle 12. Zuschauer: 2133.


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