Halle überholt Tilburg und steht jetzt auf Rang zweiRostock ärgert Scorpions – Leipzig rennt Herne weg

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Die Großstadt-Hannoveraner verließen ihre Minikrise mit zwei Niederlagen in Folge, gewannen dank eines überragenden Matthew Pistilli in Krefeld und brauchen nur noch einen Zähler für die 100. Und sie haben dank der Niederlage der Tilburger die Niederländer und Halle wieder direkt vor sich. Leipzig scheint rechtzeitig vor den Play-offs seine Form wiedergefunden zu haben, und das ist auch wichtig, denn Verfolger Herne liegt zwar schon sechs Punkte zurück, hat aber auch noch drei Spiele aufzuholen. Platzwechsel um Rang acht.

Duisburg hatte gegen defensivstarke Saale Bulls keine echte Chance und da Hamm mit etwas Glück Herford besiegte, nehmen nun die Eisbären wieder diesen begehrten Platz ein. Am Tabellenende blieb alles so wie es sein sollte, aber Rostock, zu Gast in Mellendorf, präsentierte sich, auch dank eines neuen Spielsystems von Lenny Soccio, deutlich gefestigter als noch vor einigen Wochen, und brachte es am Ende sogar fertig, zwei Minuten vor Schluss mit der Herausnahme von Torhüter Ennio Albrecht den Tabellenführer zu ärgern. Pikantes Detail: Ennio Albrecht, Förderlizenzspieler des DEL-Ligisten Wolfsburg, war vor drei Wochen noch Back-Up von Scorpions-Torhüter Brett Jaeger.

Crocodiles Hamburg – Tilburg Trappers 5:4 (2:2, 1:0, 2:2)

Nur 836 Zuschauer wurden Zeuge einer spannenden Partie, die am Ende einen glücklichen Sieger sah. In den ersten beiden Dritteln bestimmten die Niederländer die Partie, aber clevere Hamburger schossen dafür die Tore. Im letzten Drittel übernahmen die Crocodiles gegen nachlassende Trappers das Kommando, blieben dabei bei ihrer Effizienz und konnten auch den letzten Ansturm nach dem vierten Tor der Trappers in der letzten Minute überwinden. Beste Hamburger neben Torhüter Kai Kristian (91,1 Prozent Fangquote) waren Rajala, Jentsch und Reed sowie die Verteidiger, die sich immer wieder auch in die Offensive einschalteten.

Tore: 0:1 (05:22) Raymond van der Schuit (Bulmer), 1:1 (15:11) Juuso Rajala (Kupiainen, Jentsch), 1:2 (15:24) Marvin Timmer (Sars, de Bonth), 2:2 (17:02) Niklas Jentsch (Reed, Rajala), 3:2 (23:02) Maximilian Schaludek (Spöttel, Hertel), 3:3 (42:03) Brett Bulmer (Virtanen, Hermens 5-4), 4:3 (51:29) Harrison Reed, 5:3 (57:59) Thomas Zuravlev (Tramm, Fleischmann ENG), 5:4 (58:59) Reno de Hondt (Hermens, Hofland)

EG Diez-Limburg – Icefighters Leipzig 1:5 (0:4, 1:1, 0:0)

Ohne jede Chance waren die Gastgeber gegen Leipzig. Die Sachsen bestimmten das Spiel, kamen am Ende auf 45:14 Torschüsse und können sich höchstens vorwerfen, dass der Sieg nicht noch höher ausgefallen ist. Bei Diez, dass sechzig Minuten unter Dauerdruck stand, gefiel die kämpferische Leistung und Torhüter Tommi Steffen, der trotz der fünf Gegentore starke 88,9 Prozent Fangquote aufwies. Bei Leipzig scorten Hannon, Heyter, Piskor und Östling doppelt.

Tore: 0:1 (01:30) Nicolas Sauer (Östling, Heyter), 0:2 (05:05) Victor Östling (Piskor, Heyter 5-4), 0:3 (10:29) Connor Hannon (Riekkinen, Wolter), 0:4 (18:21) Moritz Miguez (Kanya, Piskor), 1:4 (24:06) Fedor Kolupaylo, 1:5 (36:12) Connor Hannon (Farrell, Heyter)

Krefelder EV U23 – Hannover Indians 1:4 (0:2, 0:1, 1:1)

Auch wenn die Krefelder einen anderen Gegner darstellten als jene vom Wochenende. Für die Indians war es erst einmal wichtig, dass die Abwehr wieder funktionierte, und das tat sie beim KEV. Die Krefelder waren optisch gleichwertig, bestimmten stellenweise die Begegnung, konnten sich jedoch kaum durchsetzen. Bei den Krefeldern gefiel der Kampfgeist und die gute Moral, bei den Indians, die sich gefestigter als zuletzt zeigten, war Matthew Pistilli mit drei Assist der mit Abstand stärkste Stürmer. Ihm folgten die Altmeister Igor Bacek und Branislav Pohanka, die jeweils zwei Punkte für Team holten. Eine gute Leistung bot auch Indians Back-up Sebastian Graf, der auf eine starke Fangquote von 96,7 Prozent kam. 

Tore: 0:1 (00:26) Matthew Pistilli (Bacek, Pohanka), 0:2 (10:04) Dennis Palka (R. Palka, Pistilli), 0:3 (26:16) Igor Bacek (Pistilli, Pohanka), 1:3 (43:33) Martin Benes (Grygiel, Schitz), 1:4 (57:15) Jayden Schubert (Möller, Christmann)

Füchse Duisburg – Saale Bulls Halle 1:5 (0:1, 0:1, 1:3)

Auch wenn es 440 Kilometer Fahrt sind. Die Bulls fahren scheinbar gerne nach Duisburg, blieben dort zum achten Mal in Folge siegreich. Der letzte Füchse-Erfolg über die Bulls datiert vom November 2017 (4:0), danach dominierten die Bulls mit 35:11 Toren. Auch an diesem Spieltag waren die Füchse zwar nicht chancenlos, bissen sich aber die Zähne an der starken Bulls-Abwehr aus und waren am Ende mit 23:33 Torschüssen auch noch gut bedient. Bei Duisburg gefiel, dass die Mannschaft bis zum Ende um eine Resultatsverbesserung bemüht war, bei Halle brillierte der erste Block, der in der Plus-Minus-Wertung auf eine +15 kam.

Tore: 0:1 (06:17) Finn Walkowiak (Varttinen, Weyrauch), 0:2 (30:33) Tatu Vihavainen (Hoffmann, Walkowiak), 0:3 (44:42) Thomas Merl  (Hoffmann, Plauschin), 1:3 (53:35) Ondrej Nedved (Lundh Hahnebeck, Schmitz 5-4), 1:4 (57:29) Patrick Schmid (ENG), 1:5 (57:54) Tatu Vihavainen (Weyrauch, Varttinen)

Hammer Eisbären – Herforder EV Ice Dragons 4:2 (0:1, 1:1, 3:0)

Es war ein hartes Stück Arbeit für die Eisbären, aber am Ende konnte dreifach gejubelt werden. Erstens über den Sieg an sich, zweitens wurde ein Konkurrent um Platz acht auf Abstand gehalten und drittens wurde eine Herforder Siegesserie in Hamm mit vier Siegen und 24:8 Toren beendet. Allerdings sah es am Anfang nicht so aus. Bereits der erste Angriff, abgeschlossen von Denoble, landete nach nur 12 Sekunden im Gehäuse von Eisbären-Torhüter Sebastian Wieber. Auch in der Folge zeigte sich Herford besser, aber nicht treffsicher. Als kurz nach der ersten Drittelpause Garten gar auf 2:0 für die Ice Dragons erhöhte, schien ein Herforder Sieg im Bereich des Möglichen, aber Hamm kam durch Limböck und Otte zurück. Ein Doppelschlag der beiden Hammer Topscorer Lavallee und Schutz innerhalb von neun Sekunden brachte schließlich die Entscheidung zugunsten der Eisbären.

Tore: 0:1 (00:12) Logan Denoble (Patocka, Gerstung), 0:2 (22:04) Marius Garten (Begovs), 1:2 (30:29) Michel Limböck (Dotter, Lichnovsky), 2:2 (43:07) Maximilian Otte (Trapp, Lichnovsky), 3:2 (52:58) Chris Schutz (Dotter), 4:2 (53:07) Kevin Lavallee (Otte)

Hannover Scorpions – Rostock Piranhas 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)

Das letzte Mal ohne eigenen Torerfolg blieben die Piranhas in Mellendorf im Januar 2014 beim 0:7. Und trotzdem war die 0:3-Niederlage ein Erfolg, denn die von Trainer Lenny Soccio eingebläute Defensivtaktik mit schnellen Kontern wurde fast ein Erfolgsrezept. Im ersten Drittel wurde der Topfavorit auf jeden Fall überrascht, ließ sich das Spielkonzept aus der Hand nehmen und konnte glücklich sein, dass Pascal Aquin mit seinem 89. Saisonpunkt die Scorpions eine Sekunde vor Drittelende mit 1:0 in Führung brachte. Im zweiten Drittel änderte dann der fitte Cheftrainer Kevin Gaudet etwas die Taktik und jetzt übernahmen die Hannoveraner zwar die optische Führung, aber jetzt stand die Rostocker Abwehr felsenfest und dessen Torhüter Ennio Albrecht, Wolfsburger Leihgabe und bis Januar noch selbst im Trikot der Scorpions, vollbrachte wahre Wunderdinge, hielt sein Team am Leben. Auch als Scorpions-Neuzugang James Bettauer in der 53. Minute zum 2:0 traf, war der Lebensmut der Piranhas nicht gebrochen. Im Gegenteil, Lenny Soccio wagte es gar, 75 Sekunden vor Ende seinen Torhüter sogar vom Eis zu nehmen. Dass dieser Mut nicht belohnt wurde, ist am Ende eigentlich egal. Die Scorpions holten die erwarteten drei Punkte, haben vielleicht taktisch für die kommenden Aufgaben etwas gelernt und die Rostocker haben in der letzten Woche gemerkt, dass sie in der Oberliga sportlich bestens aufgehoben sind.

Tore: 1:0 (19:59) Pascal Aquin (Maschmeyer), 2:0 (52:45) James Bettauer (Rinke, Reiß), 3:0 (59:28) Patrick Klöpper (Trattner, Airich ENG)


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