Halle gewinnt Krimi bei den ScorpionsPenaltyerfolg für die Saale Bulls

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In einem taktisch geprägten, von zwei sehr guten Abwehrreihen dominierten Spiel gewann die Saale Bulls beim direkten Konkurrenten Hannover Scorpions 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen vor 915 Zuschauern und schoben sich durch die Herner Niederlage auf Platz drei der Oberliga Nord vor.

Die spannendste Frage vor dem Spiel lautete: Würde die Powerplay-Offensivkraft das Spiel entscheiden? Schließlich standen mit den Scorpions (31,03 Prozent auf Oberligarang 2) und den Hallensern (31,82 Prozent auf Oberligarang 1) die besten Spezialisten auf dem Eis. Nach den ersten 20 Minuten war die Frage noch nicht beantwortet, denn der Respekt beider Teams vor den gegnerischen Spezialisten war hoch. Beide Mannschaften traten in Unterzahl sofort den Weg nach hinten an, griffen sofort den Gegner an und versuchten ihren Keepern möglichst viel Arbeit abzunehmen. Trotzdem hätte es einfach klingeln müssen. Die ersten, die knapp scheiterten waren die Hallenser. Martell und Wartenberg verzogen knapp. Dann waren die Scorpions dran: Erst Lupzig, dann Ringe. Vor allem Letzterer muss die Welt nicht mehr verstanden haben, denn der Puck war schon auf dem Weg ins Netz, als sich Bulls-Keeper Sebastian Albrecht herumwarf und irgendwie noch die Scheibe von der Linie kratzte. Ein „Monstersave“, wie ihn auch die NHL nicht besser produzieren kann. Interessant, dass jedes Powerplay die Spielverteilung prägte. Jedes Team, dass in den Genuss von Überzahl kam, konnte in der Folgezeit, auch bei Fünf gegen Fünf optische Vorteile für sich verbuchen, erfolgreich war jedoch bis zur ersten Sirene keiner. Klar dafür verantwortlich beide Keeper, wobei auch Scorpions-Keeper Jimmy Hertel mit zwei Paraden zeigte, dass er auf der Hut ist. Einen guten Einstand gab dabei Scorpions-Neuzugang und Mery-Ersatz Alexander Carpenter. Scorpions-Coach Soccio: „Carpenter muss erst einmal hineinwachsen in seine Aufgabe. Bei einem solchen Spiel mit hohem Niveau ist das nicht leicht. Ich bin zufrieden mit ihm.“

Auch zu Beginn des zweiten Drittels setzte sich das Spielchen fort. Beide Mannschaften praktizierten eine kombinierte Raum- und Manndeckung und ließen den Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Dazu kam eine spürbare Angst vor Fehlern. In der 26. Minute musste es 0:1 stehen. Bigam kam aus fünf Metern zum Schuss, aber auch Hertel ist zu Monstersaves fähig, rettete in höchster Not und wusste nach dem Schuss nicht, wo der Puck ist. Kurz darauf zog Martell ab, aber die Schulter von Hertel war im Weg. Jetzt schien das erste Tor des Tages greifbar, wobei die Hallenser scheinbar diesem einen Schritt näher schienen aber wieder einmal passierte genau das Gegenteil. Andreas Morczinietz unterband einen Angriff des Gegners, hatte auf einmal freie Fahrt und bezwang bis dahin fehlerlosen Albrecht zum 1:0. Das hatte zur Folge, dass Halle langsam seine Defensive verließ, die Scorpions unter Druck setzte. Der durchaus verdiente  Ausgleich ließ acht Minuten auf sich warten, dann schlug die Scheibe nach einem weiteren Martell-Knaller im oberen linken Winkel von Scorpions-Keeper Hertel ein. In den letzten Minuten des zweiten Drittels lebten die Gäste vom Aufschwung, die Scorpions mussten sich zurückziehen und auf Konter setzen.

Im Entscheidungsdrittel übernahmen die Scorpions zunächst die Führung, auch auf Grund eines Powerplays. Richtig gute Chancen kamen aber nicht heraus, obwohl die Blueliner alle Zeit der Welt zum Zielen hatten. Wie tief in dieser Phase Halle stand, zeigte die Schussposition der Scorpions, die überhaupt nicht angegriffen wurden. Mit Ablauf der Strafe war das Spiel schlagartig wieder ausgeglichen. Auf der einen Seite immer wieder stark Morczinietz, Hungerecker, Lupzig und Bacek, auf der anderen die beiden Kontingentspieler Martell und Abercrombie sowie Schmitz und Wartenberg und Danny Albrecht. Es drohte die Verlängerung, als vier Minuten vor Ende Bigam ganz alleine vor Hertel auftauchte aber der Förderlizenzspieler aus Wolfsburg war schneller, verhinderte reaktionsschnell den vorzeigten Gästeerfolg. Auf der anderen Seite verzweifelten Morczinietz und Hemmes mit guten Möglichkeiten aber starken Gästekeeper.

In der Verlängerung schien es bis 15 Sekunden vor Schluss zu einem vereinigenden Penaltyschießen hinauszulaufen, als Morczinietz noch eine riesige Möglichkeit auf der Schaufel hatte, wurde beim Zielen aber zu sehr von Wartenberg und Schön behindert und schoss dabei Albrecht an. Im Penaltyschießen ging es dann umso schneller. Schon der erste Schütze, Philip Gunkel, traf oben in den rechten Torwinkel und dabei blieb es.

Halles Coach Georgi Kimstatsch: „Es wurde das erwartet schwere Spiel. Wir wussten, dass wir das starke Powerplay der Scorpions stören müssen. Das ist uns gelungen und am Ende stand ein hart erkämpfter, aber verdienter Sieg für uns. Augenblicklich sind wir Dritter und ich muss zugeben, dass ich in den Play-offs lieber gegen die Indians als gegen die Scorpions spielen würde.“

Scorpions-Coach Lenny Soccio: „Ein hartes Spiel für uns. Wir haben alles gegeben, aber bei zwei so starken Teams entscheiden nur wenige Torchancen und die haben wir nicht reingemacht.“

Tore: 1:0 (26:27) Andreas Morczinietz (Bacek, Deichstätter), 1:1 (34:13) Travis Martell (D. Albrecht, Bigam/5-4), 1:2 (65:00) Philip Gunkel (entscheidender Penalty). Strafen: Hannover 14, Halle 12 + 10 (Kai Schmitz). Zuschauer: 915.

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